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Deutsche Agrarexporte 2022 preisbedingt auf Rekordniveau – Mengen gesunken

Die deutschen Agrarexporteure litten 2022 nicht nur unter hohen Kosten und gestörten Lieferketten. Sie sehen sich auch von der Politik alleingelassen, was die Erschließung neuer Märkte angeht.

Lesezeit: 4 Minuten

Die deutschen Agrarexporte sind im vergangenen Jahr wertmäßig auf einen neuen Rekordwert gestiegen. Allerdings stehen weniger Mengen dahinter.

Die German Export Association for Food and Agriproducts (Gefa) schätzte am Mittwoch die Ausfuhren von Agrarprodukten und Lebensmitteln (inkl. Landtechnik) für das Jahr 2022 auf 98,5 Mrd. € und damit um 14,3 % höher als im Vorjahr. Mehr wurde wertmäßig noch in keinem Jahr der Bundesrepublik exportiert.

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Anders als in den Vorjahren ist das allerdings keine positive Bilanz, denn die mengenmäßigen Ausfuhren (ohne Landtechnik) werden nach der Gefa-Prognose um rund 6,3 % auf 60,6 Mio. t sinken. Das wertmäßige Plus von ca. 14,3 % geht vermutlich allein auf die deutlich gestiegenen Abverkauf-Preise der Produkte infolge der Rekordinflation des vergangenen Jahres zurück.

BMEL hat Exportförderung gekürzt

Die exportorientierte Lebensmittelbranche vermisst zudem den Rückhalt des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) bei der Erschließung neuer oder dem Erhalt und Ausbau bestehender Absatzmärkte im Ausland. Dies gilt beispielsweise auch für den chinesischen Markt, der nach dem Ausbrauch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) hierzulande als Kunde weggebrochen war. Man sieht sich hier im Hintertreffen zu anderen Staaten, die längst Regionalisierungsmodelle vereinbart haben.

Der stellvertretende Sprecher der Gefa, Jan-Bernd Stärk, findet es daher bedauerlich, dass die Hausspitze des Bundeslandwirtschaftsministeriums keine für die Branche erkennbaren Initiativen zu Intensivierungen von Marktzugangsverfahren unternehme. „Im Gegenteil, trotz anderslautender Bekundungen wird die Exportförderung des BMEL in diesem Jahr deutlich, von bisher 3 Mio. € auf 2 Mio. €, reduziert“, moniert Stärk. Er weist darauf hin, dass wegen der aktuell sehr schwierigen Marktsituation gerade jetzt politischer Unterstützung für die zügige Erschließung und Diversifizierung neuer Exportmärkte nötig wäre.

Gefa fordert mehr politische Initiative für den Absatzmarkt China

Laut dem Gefa Vorsitzenden Steffen Reiter verursachen fehlende Exportmöglichkeiten aktuell allein im Schweinesektor Wertschöpfungsverluste von mehr als 1 Mrd. € pro Jahr. Er vermutet, dass die Bundesregierung nach erst einem Jahr im Amt die Bedeutung der Auslandsmarkterschließung für die heimische Wirtschaft noch nicht erkannt hat.

Reiter will nun Überzeugungsarbeit bei den zuständigen Stellen im BMEL leisten und deutlich machen, dass funktionierende Wertschöpfungsketten auf den Absatz aller Teile des Tieres, egal aus welchen Haltungsstufen oder Produktionsformen, angewiesen ist. Insbesondere in China brauche es eine politische Initiative „auf höchster Ebene“ zur Lösung des Absatzproblems für die in Europa wenig gefragten Teilstücke des Schweins, betonte der Geschäftsführer der German Meat GmbH.

Deutsche Handelsbilanz erneut weit im Minus

Ohne politischen Rückenwind auf den internationalen Märkten befürchten die Exporteure, dass sich der jahrelange Trend zur deutlich sinkenden deutschen Handelsbilanz bei Agrarprodukten weiter verstärken wird. Der Saldo der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft lag in den ersten zehn Monaten des Jahres 2022 bereits bei minus 16,2 Mrd. €, in der Tendenz weiter fallend.

Dafür sorgen nach ihrer Darstellung auch die deutlich gestiegenen Kosten der deutschen Produkte, zeitweise stark gestörte Lieferketten, die auch im Ausland reduzierte Bereitschaft zur Neulistung vergleichsweise hochwertiger und teurer Importprodukte (aus Deutschland) sowie erhebliche Einschränkungen des Marktzugangs auf Grund von Tierseuchen, mit der Konsequenz weiterhin für den Export geschlossener Märkte, zu nennen. Als Folgen befürchtet die Gefa die weitere Schwächung des landwirtschaftlichen Gunststandorts Deutschland bei gleichzeitig sinkendem Beitrag zur Welternährung.

Die Mitglieder der Gefa fordern zudem von der Politik:

  • Marktöffnungsverfahren und Initiativen zum freien Marktzugang müssen Priorität im politischen Handeln des BMEL bekommen.
  • Die Verstärkung der Anstrengungen zur Weiterentwicklung des gesamten Welthandels hin zu nachhaltigen Produktionsverfahren statt zu nationalen Einzellösungen ist dringend erforderlich.
  • Die Instrumente der Exportförderung müssen im Sinne der Standortsicherung für unsere Betriebe und Arbeitskräfte beibehalten werden.

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