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Globale Milchmenge wächst 2024 nur leicht

Für 2024 wird am globalen Milchmarkt mit einem stagnierenden bis leicht erhöhten Milchaufkommen gerechnet. Der internationale Bedarf, vor allem aus China, schwächelt hingegen weiter.

Lesezeit: 6 Minuten

Für 2024 wird gegenüber dem Vorjahr ein marginal erhöhter Anstieg der Milchmengen erwartet, so erste Einschätzungen auf Basis nationaler Prognosen. Zwar wurde in den für die Milcherzeugung bedeutenden Regionen das Vorjahresniveau zu Jahresbeginn zumeist leicht unterschritten, dies lag aber teils auch an den umfangreichen Milchmengen zu Beginn von 2023. Zu dieser Zeit erhielten die Milcherzeuger weltweit sehr hohe Milchpreise ausgezahlt und weiteten infolgedessen ihre Produktion deutlich aus.

Auch zu Beginn von 2024 war das Auszahlungsniveau in einigen Regionen langfristig gesehen noch vergleichsweise hoch. Zeitgleich dämpften jedoch auch einige Faktoren wie beispielsweise ungünstige Witterungsverhältnisse, steigende Energiekosten und die angespannte globale Situation die Produktion zu Jahresbeginn.

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Argentinien und Neuseeland schwächeln

In den ersten beiden Monaten von 2024 verzeichnete die Milchanlieferung in Argentinien die deutlichsten Rückgänge. Hier erzeugten die Landwirte in der Summe von Januar und Februar insgesamt 15,1 % weniger Rohstoff als im Vorjahreszeitraum. Für das gesamte Jahr 2024 prognostizierte das United States Department of Agriculture (USDA) Ende des vergangenen Jahres einen Rückgang der argentinischen Milcherzeugung um 2,0 %. Bereits 2023 sanken die Milchmengen in Argentinien um 2,0 %. 2024 wäre somit das zweite Jahr in Folge, in dem die Produktion zurückgeht. Neben einer anhaltenden Dürre, die den Futterversorgung der Kühe erschwerte, wirkt sich auch die Abschwächung des argentinischen Pesos weiterhin dämpfend auf die Milcherzeugung aus. Die Gewinnmargen der Landwirte sind durch die Währungsabwertung, die auch die Kosten für Futtermittel und importierte Betriebsmittel erhöht hat, deutlich unter Druck geraten.

In Neuseeland startete das neue Kalenderjahr 2024 mit einer nahezu unveränderten Milchmenge. In der Summe von Januar und Februar lieferten die Milcherzeuger hier nahezu so viel Rohstoff an wie im Vorjahreszeitraum. Insbesondere das zweite Halbjahr von 2023 und somit die erste Hälfte des Milchwirtschaftsjahres 2023/24 war jedoch von rückläufigen Tendenzen geprägt. Dementsprechend rechnet Fonterra für das laufende Milchwirtschaftsjahr mit einem Rückgang der Milchanlieferung um 1,0 % gegenüber der vorangegangenen Saison.

Auch in Australien ist die Milcherzeugung im Wirtschaftsjahr 2022/23 deutlich geschrumpft. Im zweiten Halbjahr von 2023 bestimmten jedoch teilweise deutliche Zuwächse das Bild. Und auch im Januar und Februar 2024 lieferten die Milcherzeuger mehr Rohstoff an die Molkereien als im Vorjahr. Vor diesem Hintergrund rechnet die DairyAustralia auch für das laufende Wirtschaftsjahr 2023/24 mit einer Milchanlieferung, die das Niveau des vorangegangenen Wirtschaftsjahres um 1 % überschreiten wird.

Dies wurde unter anderem durch die besser als erwartetet ausgefallenen Wetterbedingungen in der laufenden Saison begünstigt sowie durch eine Erholung der angespannten Situation am Arbeitsmarkt in Australien, welche im vergangenen Wirtschaftsjahr wesentlich zum Rückgang der Milchproduktion beigetragen hatte.

Kleines Plus in EU und USA erwartet

Sowohl für die EU-27 als auch für die USA, die beiden größten Milcherzeuger weltweit, wird für das Jahr 2024 mit einer leicht erhöhten Milchproduktion gerechnet. In den USA startete das Jahr zwar auf einem reduzierten Niveau mit Rückgängen von 1,2 % im Januar und 1,3 im Februar. In seiner Prognose für das laufende Kalenderjahr geht das USDA jedoch von einem Wachstum der Milchmenge um 0,7 % gegenüber dem Vorjahr aus.

Und auch in der EU lag die Milchanlieferung im Januar 2024 leicht unter dem Vorjahresniveau, bereits seit Jahresende 2023 dominierten hier rückläufige Tendenzen. Vor allem die großen Erzeugernationen verzeichneten dabei eine geringere Milchanlieferung. Der Rückstand dürfte sich jedoch im weiteren Jahresverlauf in ein Wachstum umwandeln, sodass die EU-Kommission für das gesamte Jahr 2024 mit nahezu unveränderten Milchmengen rechnet. Prognostiziert ist ein marginales Wachstum von 0,3 % gegenüber 2023.

Alles in allem hat sich das weltweite Wachstum der Milcherzeugung im vergangenen Jahr deutlich abgeschwächt. Auch für das aktuelle Jahr 2024 ist, vor dem Hintergrund der angeführten Prognosen, ein gegenüber 2023 stagnierendes oder lediglich leicht erhöhtes Angebot am Weltmarkt zu erwarten.

Schwächelnder Bedarf in China

Nachfrageseitig wird weiterhin China das wichtigste Abnehmerland für Molkereiprodukte am Weltmarkt bleiben. Allerdings zeigte sich in den Jahren 2022 und 2023, wie anfällig die Wirtschaft in China ist. Nach den coronabedingten Lockdowns fand die Wirtschaft nur schwer zu ihrer vorherigen Stärke zurück. Gleichzeitig erschütterte eine weitreichende Immobilienkrise das Reich der Mitte, sodass die Wirtschaft einen weiteren Dämpfer erhielt.

Hinzu kommt, dass die Bevölkerungszahl in China schrumpft und damit weniger Nahrung benötigt wird sowie eine zunehmende Eigenversorgung. Ähnlich wie in Europa kann ein Fachkräftemangel beobachtet werden, sodass die Wirtschaft zusätzlich Probleme hat, sich zu erholen. Demgegenüber könnte der steigende Bedarf in weiteren asiatischen Ländern, wie den Philippinen oder Malaysia, sowie in den Vereinigten Arabischen Emirate und dem Oman die Nachfrage am Weltmarkt ankurbeln.

Globale Unsicherheiten

Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine ist 2024 in sein drittes Jahr gegangen, ohne dass ein Ende absehbar wäre. Die Landwirtschaft in den betroffenen Gebieten der Ukraine steht daher weiterhin vor großen personellen und logistischen Herausforderungen. Aber auch die globalen Märkte sehen sich hier weiterhin mit großen Unsicherheiten konfrontiert.

Zusätzliche Hemmnisse am Weltmarkt entstanden durch den groß angelegten Terroranschlag auf Israel, auf den diese mit einem Angriff gegen die Hamas im Gazastreifen reagierten. Als Folge darauf begannen die Huthi-Rebellen mit Angriffen auf Handelsschiffe im Roten Meer, die vermeintlich mit Israel in Verbindung stehen. Die Reedereien reagierten darauf, indem sie nicht länger den Seeweg durch den Suezkanal und über das Rote Meer nutzten, sondern die längere Strecke um die Südspitze Afrikas wählten.

Alles in Allem verstärken die geopolitischen Konflikte auch die Unsicherheiten an den internationalen Milchmärkten.

EU bleibt konkurrenzfähig

Mit Blick auf die aktuellen Krisenherde der Erde wird sich der globale Milchmarkt demnach einigen Herausforderungen stellen müssen, die es zu meistern gilt. Auf lange Sicht dürfte davon ausgegangen werden, dass sich die, durch die verlängerte Frachtdauer, gestiegenen Frachtkosten sowie die eingesparten Kosten für die Nutzung des Suezkanales aufheben und der Export zwischen Asien und Europa wieder Fahrt aufnimmt.

Am Milchmarkt tragen dazu am Ende auch die Preise für Molkereiprodukte bei, hier ist Europa gegenüber Neuseeland teils durchaus wettbewerbsfähig. Die USA und Europa zeigen seit einiger Zeit vermehrt Präsenz im Roten Meer, um die Handelsschiffe vor den Huthi-Rebellen zu schützen, dies soll auf längere Sicht zu einer Entspannung im Bereich der Handelsketten führen.

Ihre Meinung?

Die weltweite Milchmenge wächst 2024 wohl nur leicht. Können Sie davon profitieren? Was halten Sie von der Prognose? Schreiben Sie uns gerne per Mail an brueggemann@topagrar.com

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