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Beispiel Karlsruhe

Metzger haben riesiges Nachwuchsproblem​

Kaum attraktiv, harte Arbeit, wenig Geld und abseits gelegen: Viele Fleischereien finden keine Mitarbeiter, einige denken ans Aufhören.

Lesezeit: 3 Minuten

Das neue Ausbildungsjahr hat begonnen und das Handwerk sucht weiter verzweifelt nach Nachwuchs. Düster sieht es dabei auch im Fleischerhandwerk aus. Da kommt ein massives Imageproblem bei vielen jungen Menschen dazu.

Gegenüber dem SWR berichten die Inhaber einer Metzgerei in Karlsruhe-Hohenwettersbach von der Sorge und der Unzuverlässigkeit der Bewerber. Bei einer Interessentin habe man mehrere Termine zum Kennenlernen ausgemacht, sie sei aber nie gekommen. Auch die Lage ist für Auszubildende offenbar nachteilig. Der Betrieb liegt außerhalb, ohne Auto ist es schwierig, früh zur Arbeit zu kommen. Junge Menschen melden sich nicht. Die aktuelle Belegschaft ist eher älter, zwei Damen haben erst vor kurzem als Verkäuferinnen im Alter von über 80 Jahren aufgehört, berichten die Inhaber dem Sender.

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Wird doch jemand für den Verkauf hinter der Theke eingelernt, fordert das Arbeitsamt, der Betrieb müsse den Mindestlohn zahlen. "Wir sind ein kleiner Betrieb, das ist fürs Einlernen zu teuer", sagt die Chefin. Sollte sich langfristig niemand finden, der Interesse hat an dem kleinen Familienbetrieb im ländlich geprägten Karlsruher Stadtteil, wird die Metzgerei wohl in ein paar Jahren schließen müssen.

Agentur für Arbeit weiß bescheid

Die Lage kennt auch die Agentur für Arbeit. Aus der Stelle Karlsruhe-Rastatt heißt es, dass sei eine weit verbreitete Entwicklung. Fakt sei, dass die Nachfolge von vielen Metzgereien auf wackligen Beinen stehe. Es sei richtig, dass wenige Jugendliche den Beruf des Fleischers ausüben wollen.

Eins haben die Fleischereien mit dem übrigen Handwerk gemein: Grundsätzlich sei es in ländlichen Gegenden viel schwieriger als in der Stadt. Metzgereien hätten zusätzlich noch ein Imageproblem, ergänzt die Berufsberatung Karlsruhe-Rastatt im SWR. Jugendliche fänden den Beruf nicht attraktiv. Er habe keinen Glamourfaktor. Als Tipp empfehlen die Berater, dass die Betriebe lernen müssten, sich um Jugendliche zu bemühen, vor allem in den sozialen Netzwerken. Versteht es ein Betrieb, diese Medien zu nutzen, habe der die Chance, dass Jugendliche eher auf ihn aufmerksam werden.

Es geht auch anders: Ein Erfolgsbeispiel

Öffentlichkeitsarbeit sei mittlerweile extrem wichtig, heißt es auch bei der Agentur für Arbeit. An dem Image, das dem Metzger und der Fleischereifachverkäuferin ja doch oft spöttisch angehängt werde, da sei einfach gar nichts dran, erklärt Heiko Brath: "Das sind Leute, die einfach einen sauguten Job machen."

Metzgermeister Heiko Brath ist auch Fleischsommelier, Grillmeister und unter anderem auf einem eigenen Youtube-Kanal zu sehen. Alle 18 Mitarbeiter des Familienbetriebs tragen schwarze Poloshirts mit dem Chef als Comicfigur drauf. "Meine Jungs sind stolz auf den Laden", sagt der Inhaber, Nachwuchssorgen kenne er zum Glück nicht, erklärt der leidenschaftliche Metzger im SWR.

Scheiden Mitarbeiter aus dem Betrieb aus, habe er meistens innerhalb einer Woche Ersatz gefunden, berichtet er.

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