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topplus Trotz wieder stabilem Absatz

Mischfutterhersteller stehen vor hohen Überkapazitäten

Die deutsche Futtermischer mussten 2023 nur noch leichte Rückgänge verkraften. Dafür erwartet der DVT-Präsident nun mehr Betriebsschließungen. Die Branche habe zu hohe Kapazitäten.

Lesezeit: 3 Minuten

Die Mischfutterproduktion ist auch im Kalenderjahr 2023 gesunken, allerdings nicht mehr so stark wie in den Vorjahren. Wie der Deutsche Verband Tiernahrung e. V. (DVT) auf seiner Jahrespressekonferenz am Dienstag berichtete lag die Gesamtmenge bei 21,7 Mio. t und damit rund 360.000 t unter dem Vorjahr.

Die Rückgänge betreffen insbesondere das Schweinesegment: Mit einer Reduzierung um rund 500.000 t (gesamt: 8,0 Millionen Tonnen) stellt dieser Bereich aber weiterhin den Großteil der gesamten Abnahme dar. Bei Wiederkäuern (+100.000 Tonnen / 6,5 Mio.) und Geflügel (+80.000 Tonnen / 6,3 Mio.) stiegen die Umsätze leicht an, erklärte DVT-Präsident Cord Schiplage. 

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Stärkerer Strukturwandel erwartet

Er zeigte sich zuversichtlich, dass nun die Zeit der starken Rückgänge vorbei sei. Die Zahl der Mischfutterbetriebe sank zum Vorjahr „nur“ um fünf auf nun 276 Unternehmen. Schiplage befürchtet aber, dass für die Futtermittelbranche größere Veränderungen anstehen. „In den nächsten Jahren könnten sich noch dramatischere Anpassungen zeigen“, so seine Befürchtung. Auf Nachfrage erklärte er, dass es aktuell erhebliche Überkapazitäten gebe. „Wir kommen von über 24 Mio. t im Jahr 2020.“ Er rechne damit, dass in den nächsten Jahren Betriebe die Produktion einstellen.

Bei den finanziellen Umsätzen gab es einen sehr viel deutlichen Abschwung. Die Umsätze der deutschen Mischfutterhersteller sanken im Kalenderjahr 2023 von rund 10,5 Mrd. € auf 9,4 Mrd. €. Nach dem Anstieg der Rohstoff- und Energiekosten und den damit verbundenen direkten Auswirkungen auf die Futtermittelpreise und den Umsatz im Vorjahr führen der Preis- und Wettbewerbsdruck sowie die ausreichende Rohstoffverfügbarkeit auf dem Weltmarkt nun zu einem Umsatzrückgang.

„EU-Entwaldungsverordnung ist praxisfern“

Dr. Hermann-Josef Baaken, Sprecher der Geschäftsführung des DVT äußert Bedenken zu der EU-Entwaldungsverordnung, die ab 2025 greifen soll. Die Einzelheiten zur Rückverfolgung seien immer noch offen oder teilweise nicht umsetzbar und müssten aus unerklärlichen Gründen auch nach dem Import im weiteren Verlauf ständig mitgeführt werden.

Baaken relativierte zudem die Bedeutung des davon betroffenen Sojaschrots. Laut den statistischen Erhebungen ist Sojaschrot mit einem durchschnittlichen Anteil von knapp 12 % im Mischfutter enthalten, Tendenz fallend. 77 % des in Deutschland verwendeten Sojas in der Mischfutterherstellung stammen aus Regionen mit geringem Entwaldungsrisiko. Mit rund 70 % ist Brasilien dabei das wichtigste Herkunftsland.

Die europäische Herkunft hat mit rund 15 % des Sojas eine wachsende Bedeutung. „Das sind gute Voraussetzungen für die Sicherung nachhaltiger Fütterung. Nachhaltigkeit ist Teil unserer DNA“, sagte Schiplage.

CO2-Fussabdruck einheitlich regeln

Der Präsident betonte zudem die Notwendigkeit einheitlicher europäischer Standards zur Berechnung des ökologischen Fußabdrucks in der Lebensmittelkette und sieht im Product Environmental Footprint (PEF) ein geeignetes Instrument zur objektiven Bewertung der Umweltwirkungen von Futtermitteln.

Sustainable Finance mit Augenmaß

DVT-Sprecher Baaken ging noch kurz auf das Thema nachhaltige Finanzierung (Sustainable Finance) ein. Mit Sorge beobachte er, dass die Banken neben Finanzkennzahlen auch Nachhaltigkeitskriterien für die Kreditvergabe stärker diskutierten. „Wenn wir nicht aufpassen, werden demnächst keine Ställe mehr mit Haltungsform 1 und 2 finanziert“, warnte er. Die Mischfutterbranche müsse sich gegen unsinnige Bewertungskriterien wehren.

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