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Jahresbilanz 2023

RWZ meldet gute Geschäftszahlen in bewegten Zeiten

Zufrieden mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr zeigt sich die Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Main. Die AG vermeldet den zweitbesten Wert der Unternehmensgeschichte.

Lesezeit: 4 Minuten

Im Geschäftsjahr 2023 konnte die Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Main AG (RWZ) alle gesteckten Unternehmensziele erreichen. Der Vorstand vermeldete am Mittwochmorgen bei seiner Bilanzpressekonferenz einen Umsatz von rund 3,0 Mrd. € und somit ein Ergebnis auf dem Niveau des Vorjahres.

Das operative Ergebnis (EBIT) lag mit 25,4 Mio. € auf dem zweitbesten Wert der Unternehmensgeschichte, allerdings -43 % unter dem des durch besondere Marktkonstellationen begünstigten Vorjahr 2022. Der Gewinn vor Steuern erreichte mit 45,0 Mio. € einen Höchstwert, allerdings stark getrieben durch den außerordentlichen Erlös aus dem Verkauf des Zentralgebäudes am Kölner Bahnhof. Diesen eingeschlossen betrug die EBT-Marge 1,5 %. Entsprechend lag der Konzernjahresüberschuss nach Steuern (EAT) mit 30,2 Mio. € (+25 %) ebenfalls auf einem Rekordniveau.

Mit der Gesamtleistung der RWZ zeigte sich der Vorstandsvorsitzende Christoph Kempkes zufrieden, auch „wenn uns operativ im vierten Quartal 2023 etwas die Puste ausgegangen ist.“ Die Rückschau zeige aber, dass wiederum vieles verbessert und umgesetzt wurde und „die RWZ auch unter schwierigeren Marktbedingungen Versprochenes punktgenau abliefert, auch wenn noch nicht alles Gold ist, was glänzt“, so Kempkes.

Die Gesamtkonstellation der Branche mit den Themen hohe Zinsen und Bestände, unberechenbares regulatorisches Umfeld und der weiteren Abnahme von Zahlungsbereitschaft quer durch die Wertschöpfungskette mahnten zur erhöhten Wachsamkeit. „Deshalb bleiben wir trotz der jüngsten starken Ergebnisse auf dem Teppich, zumal sich die Landwirtschaft in einem schwierigen, von Unsicherheiten geprägten Fahrwasser befindet.“

Alle vier Geschäftssegmente der RWZ – Agrarhandel, Agrartechnik, Energie und Einzelhandel – waren im Jahr 2023 profitabel, sodass das Ergebnis breit abgestützt ist. Besonders hob der Vorstand die Leistung der Geschäftsfelder Saatgut, Agrartechnik Frankreich, den Großhandel mit Betriebsmitteln und Kartoffeln hervor.

50 ct Dividende je Aktie

RWZ-Finanzvorstand Michael Göthner ordnete ein: „45 Mio. € Vorsteuergewinn verbessern unsere finanzielle Solidität, festigen den Kurs unserer Aktie und stärken unsere Innenfinanzierungskraft im Hinblick auf große Investitionsprojekte, welche wir uns für die nächsten Jahre vorgenommen haben. Im Fokus stehen hier die Modernisierung unserer Standorte und punktuelle Zukäufe in der Agrartechnik sowie bei Energie. Auch unsere zahlreichen Initiativen im Bereich der regenerativen Landwirtschaft und der erneuerbaren Energien wollen erst einmal bezahlt werden“, so Göthner.

Der Hauptversammlung soll eine Dividende in Höhe von 50 ct je Aktie vorgeschlagen werden. Das entspricht 5 % auf den Nominalwert.

Ausblick 2024

Mit Blick auf das laufende Geschäftsjahr 2024 ergänzte Göthner: „Uns ist klar, dass wir uns im aktuell laufenden Geschäftsjahr vom Rekordwert des Jahres 2023, den wir insbesondere außerordentlichen Erlösen verdanken, verabschieden müssen. Viel wichtiger ist uns, operativ, sprich beim EBIT, wiederum eine Schippe drauf zu legen. Die ersten Monate dieses Jahres lassen bereits erkennen, dass dies schwierig werden wird – aber wir werden Lösungen finden.“

Dazu gehöre auch, „im eigenen Haus Effizienzen zu heben und die Dinge besser, digitaler und ressourcenschonender zu machen.“

Beide Vorstände zeigen sich überzeugt, dass die neue Konzernstrategie für die kommenden fünf bis sieben Jahre einen geeigneten Ordnungsrahmen für die vielfältigen Themen und Vorhaben der RWZ bildet. Im Fokus, so der Vorstand, stehen hier „die strategischen Kernelemente Kunde, Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Organisation und Mitarbeitende.“ Um diese entsprechend zu operationalisieren, habe man bereits mehr als 100 Vorhaben auf der Arbeitsliste.

Mit Blick auf die politische Lage fügte Kempkes an, dass „man aktuell und auch perspektivisch den viel beschworenen Bürokratieabbau nicht erkennen kann. Das wird nicht nur bei Landwirten, sondern auch bei Agrarhändlern beträchtliche, im Grunde unproduktive Ressourcen binden.“

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