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Diagnose Q-Fieber: Was tun?

Das Q-Fieber kann schwere Probleme im Stall auslösen, auch Menschen können sich damit infizieren. Wie Sie die Symptome richtig deuten und was Sie dagegen tun können.

Lesezeit: 3 Minuten

Susanna Derler berichtet zum Thema.

Fruchtbarkeitsstörungen und Fehlgeburten, Gebärmutter- und Euterentzündungen, Atemwegserkrankungen, Appetitverlust, Herzprobleme und wie der Name schon sagt Fieber, können Symptome des Q-Fiebers sein. Das sogenannte „Query fever“ was übersetzt „fragliches Fieber“ bedeutet, ist eine bakterielle Erkrankung, ausgelöst durch Coxiella burnetti.

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„Eines der Hauptprobleme dieser Krankheit sind chronisch infizierte Tiere. Diese zeigen keine akuten Symptome, sind aber Dauerausscheider und gefährden oft die Fruchtbarkeit und den Gesundheitszustand der gesamten Herde“, erklärt Dr. Karl Bauer, Geschäfts­füh­rer des steirischen Tiergesundheits­diens­tes, und befürchtet: „In der Steiermark sehen wir derzeit leider einen Anstieg von Coxiellen bei den TGD-Abortuntersuchungen! Da kommt noch was auf uns zu.“

Die bakterielle Erkrankung ist in Österreich nicht meldepflichtig. Somit gibt es auch keine offiziellen Zahlen, wie oft die Krankheit auftritt. 2021 wurden vom TGD Oberösterreich etwa 431 Tankmilchproben untersucht und auf 17 Betrieben wurde das Q-Fieber diagnostiziert.

Coxiellen extrem ­widerstandsfähig

Dieses Bakterium infiziert Rinder, Schafe, Ziegen, Vögel und Wildtiere sowie Katzen und Hunde. Eine Übertragung durch Zecken ist ebenfalls möglich. Das Bakterium ist extrem widerstandsfähig und die Sporen können bis zu zwei Jahre in Staub, Wolle oder Heu überleben.

Antibiotika helfen

Was die Diagnose erschwert: Bei jeder Infektion können die Symptome variieren und in manchen Fällen sogar asymptomatisch verlaufen. Die Inkubationszeit ist abhängig von der Infektionsdosis, beträgt aber im Durchschnitt zwei bis drei Wochen.

Akute Infektionen können mit Antibiotika behandelt werden. Bei Verdacht auf Q-Fieber im Bestand, sollte auf jeden Fall eine Tankmilchprobe durchgeführt werden. „Ein Milchscreening ist empfehlenswert, um einen Bestandsüberblick zu bekommen. Ist der Wert erhöht und treten zusätzliche Hinweise wie vermehrt Fehlgeburten oder Nachgeburtsverhalten, sollte über eine Impfung nachgedacht werden“, erklärt Tierarzt Walter Peinhopf-Petz.

Impfung ist möglich

Wird ein Befall im Bestand festgestellt, sollten alle Tiere geimpft werden. Die Impfung hat im praktischen Einsatz bereits gute Erfolge im Bezug auf Fruchtbarkeit und Eutergesundheit (siehe Reportage).

„Bei der Impfung sollte die ganze Herde durchgeimpft werden“, sagt Tierarzt Peinhopf-Petz. Die Grundimmunisierung erfolgt mit zwei Impfungen im Abstand von drei Wochen und sollte dann alle neun Monate auf­gefrischt werden. „Eine Durchimpfung sollte bei betroffenen Beständen vier bis fünf Jahre durchgezogen werden“, empfiehlt der Tierarzt. Nur so können die Erreger effektiv bekämpft werden.

Infektion beim Menschen

Q-Fieber ist eine Zoonose, das heißt, die Krankheit kann vom Tier auf den Menschen übertragen werden. Die Übertragung erfolgt in erster Linie durch Kontakt mit infizierten Tieren oder deren Ausscheidungen. Hauptinfektionsquelle sind Nachgeburten und Geburtsflüssigkeiten.

Das Einatmen von kontaminierter Luft, oft Staub in Verbindung mit feinen Partikeln aus Tierausscheidungen wie zum Beispiel Kot, Urin oder Geburtssekreten, kann bereits die Infektion beim Menschen auslösen.

Eine Übertragung durch Nahrungsmittel wie Rohmilch oder Rohkäse ist ebenfalls möglich, spielt im Infektionsgeschehen aber eine eher untergeordnete Rolle, heißt es vom Gesundheitsministerium. Eine horizontale Mensch-zu-Mensch-Übertragung von Q-Fieber wurde nur selten beschrieben.

Die größte Gefahr sich zu infizieren, besteht für Landwirte, Tierärzte, aber auch Schlachthofpersonal. Es treten grippeähnliche Symptome auf und es können auch Organe geschädigt werden. Jedoch hilft eine Behandlung mit Antibiotika gegen die Krankheit.

Zum Schutz für Mensch und Tier gibt es folgende Tipps:

  • Rohmilch pasteurisieren,

  • Abkalbeboxen sauber halten und desinfizieren,

  • Geburtshygiene einhalten,

  • Nachgeburten richtig entsorgen,

  • Impfen.

Aktuell untersucht eine Studie der Veterinärmedizinischen Universität Wien zahlreiche Milchtankproben auf das Bakterium. Die Ergebnisse sollen noch 2024 veröffentlich werden.

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