Agrarpaket

Grüne Kreuze ziehen Kreise

Von Flensburg bis München sprießen grüne Kreuze aus Ackerböden. Dem Protest gegen das Agrarpaket schließen sich nicht nur Landwirte an. Auch ein Verband und Politiker zeigen Flagge

Die Idee einer Gruppe unabhängiger Landwirte (Die Graswurzler) nimmt deutlich an Fahrt auf. In ganz Deutschland haben Landwirte eifrig gezimmert, um sich an dem Protest zu beteiligen. Die grünen „Mahn-Kreuze“ sollen auf die Folgen des Agrarpakets und die allgemeine Lage der Landwirtschaft hinweisen. Die Idee von F.W. Raiffeisen würde wieder mit Leben gefüllt: „Was einer alleine nicht schafft, das schaffen viele“, sagen die Initiatoren.

Unter dem Hashtag #grüneKreuze finden sich auf Facebook, Instagram und Twitter bereits hunderte Beiträge mit Bildern und Videos. „Es geht nicht mehr nur um das Agrarpaket, sondern um das Ganze“, so die Initiatoren der Aktion. Ziel der Graswurzler ist es, dass auch die regionalen und die Publikumsmedien außerhalb der Landwirtschaft über die grünen Kreuze und deren Intention berichten und die Aktion so auch in der Gesellschaft Gehör findet.

Der Aufruf der Graswurzelbewegung am 7. September hat sich wie ein Lauffeuer durchs Netz verbreitet. Die Aktion, die durch unabhängige Landwirte selbst ins Leben gerufen wurde, wird mittlerweile auch durch Verbände und Politiker aufgegriffen:

Bayrischer Bauerverband unterstützt Aktion

Zahlreiche Landwirte in Bayern haben sich bereits der Aktion „Grüne Kreuze“ angeschlossen. Der Bayerische Bauernverband (BBV) unterstütze dieses Engagement als Zeichen der Mahnung in der aktuell schwierigen Situation und der „miesen Stimmung“ in der Land- und Forstwirtschaft.

Nach dem BBV mahnen die Kreuze gegen die steigende Auflagenflut, die überzogene Bürokratie, den Dumpingpreisen fürs Essen, den ungebremsten Flächenverbrauch und einer unfaire Handelspolitik, heißt es in einer Pressemitteilung.

Bauernpräsident Walter Heidl (rechts) und sein Stellvertreter Günther Felßner (links) mahnen mit einem grünen Kreuz vor der bayerischen Staatskanzlei in München. (Bildquelle: BBV)

Grüne Kreuze im Bundestag

Bei der Generaldebatte zum Haushalt des Bundeslandwirtschaftsministeriums musste sich Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner vergangenen Dienstag viel Kritik um das Agrarpaket anhören. Unter anderem sagte die CDU-Fraktionsvize Gitta Connemann (CDU), dass die Stoßrichtung des Insektenschutzplanes die Bauern verzweifeln lasse und verwies auf die „grüne Kreuze“-Aktion, die Landwirte in einigen Regionen seit Veröffentlichung des Agrarpaketes aufstellen.

CDU-Fraktionsvize Gitta Connemann bei der Agrardebatte im Bundestag. (Bildquelle: Deutscher Bundestag)

Auch der FDP-Abgeordnete Dr. Gero Hocker erwähnte die Aktion der Graswurzler. "Die Bauern sehen das grüne Kreuz als Symbol der Resignation.“, so der Politiker.

Kreuze in jeglicher Form

Die Landjugend vom Bodensee hat in einer Abendaktion gemeinsam Hand angelegt:

Kreuze im XXL-Format im nordrhein-wesfälischen Altenberge und im niedersächsischen Messingen:

Die Redaktion empfiehlt

Im Bundestag bricht ein offener Streit über das Agrarpaket der Bundesregierung aus. In der Debatte zur Landwirtschaft wirken alle Redner als wären sie in der Opposition.

In vielen Regionen Deutschlands finden sich seit dem Wochenende grüne Kreuze auf den Feldern – als stiller Protest. Die Hintergründe lesen Sie hier.

Das Umweltministerium hat sich mit Einschränkungen für den Pflanzenschutz im Agrarpaket durchgesetzt. Der Kompromiss zu Tierwohllabel und Umschichtung war vorher durchgesickert.

Traktor von gestern. Technologie von morgen.

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.

Artikel geschrieben von

Christina Lenfers

Redakteurin top agrar Online

Schreiben Sie Christina Lenfers eine Nachricht


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

von Wilfried Saltenberger

Mitmachen ist angesagt

Ich rufe alle Kollegen dazu auf sich an der Aktion zu beteiligen . Zumindest können wir so auf das Aussterben unserer Art aufmerksam machen . Wenn das auch bei den NGOs , Nabu und co. wohl eher Wohlwollen als Betroffenheit auslösen wird. Vielleicht gibt es noch einige in unserer Gesellschaft die das verstehen , wenn wir jetzt nicht aufstehen dann vielleicht nie mehr.

von Ansgar Tubes

Und was macht unser Verband?

Nichts! Er kritisiert die Aktion auch noch, weil ein christliches Symbol für den stillen Protest missbraucht wird. Da fällt mir nichts mehr zu ein!

von Christian Bothe

Grüne Kreuze

Einfach nur toll!

von Willy Toft

Das ist anscheinend unser einziger Zusammenhalt, aber immerhin!

Wir haben anscheinend nicht die Leute an den Schaltstellen der Preisfindung, der Politik und in den Medien gefunden, die mehr Verständnis für uns aufbringen. Wir haben eben nicht das "Monopol" auf die Erzeugung von Lebensmittel alleine, wie es manche Ersatzteilproduzenten haben, wenn man ein gewisses Teil unbedingt braucht! Die Kosten laufen uns weg, und wir bekommen noch ein "Agrar- Paket" von der Politischen Kaste aufgedrückt! Ja, wir werden nicht müde immer noch mehr grüne Kreuze aufzustellen!

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich einloggen um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen