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Landwirtschaft in Polen: Probleme und Perspektiven

Die Nähe der polnischen Landwirte zur Ukraine führt zu überraschenden Verwerfungen auf den Märkten. Ein Portrait der polnischen Landwirtschaft und ihren vielfältigen Betrieben.

Lesezeit: 3 Minuten

Polen ist fast so groß wie Deutschland, doch die Landwirtschaft ­unterscheidet sich von der hier­zulande deutlich. Der durchschnittliche landwirtschaftliche Betrieb ist nur knapp über 10 ha groß. Zwei Drittel der Betriebe sind sogar kleiner. In Deutschland beträgt die Durchschnittsfläche 63 Hektar. Das mag zunächst überraschen. Anders als in der DDR, wurden in Polen nur wenige Flächen verstaatlicht und in große Produk­tionsgenossenschaften überführt. Die meisten Höfe blieben in Privatbesitz. Das führte dazu, dass es heute auf der einen Seite 65.000 produktive größere Betriebe gibt, die ihre Produkte ausschließlich für den Markt produ­zieren. Auf der anderen Seite sind viele der restlichen knapp 1,4 Mio. Höfe Nebenerwerbsbetriebe.

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Auf den insgesamt 10,9 Mio. ha Ackerfläche wächst Getreide auf gut zwei Dritteln der Fläche. Den Hauptanteil macht Weizen aus. Die Erträge liegen bei durchschnittlich 5 t/ha.

Die Tierhaltung zeigt ein gemischtes Bild. So sind die Schweinebestände stark rückläufig. Die Afrikanische Schweinepest grassiert schon seit 2014 in Polen und die zum Teil sehr klein strukturierte Haltung erschwert den Seuchenschutz. Die Milchviehhaltung steht hingegen gut da, mit leicht wachsender Tendenz. Und bei der Geflügelhaltung ist Polen innerhalb der EU Spitze – mit sehr großen Wachstumsraten in den letzten Jahren.

Gesamtwirtschaftlich spielt die Landwirtschaft in Polen noch eine relativ große Rolle. Der Beschäftigungsanteil schwankt, je nach Erhebungsart, zwischen 8 und 24 %, ist damit aber deutlich höher als der deutsche Wert mit knapp über 1 %.

Überraschende ­Marktverwerfungen

Unstrittig ist, dass der ländliche Raum für die Politik von hoher Bedeutung ist. Daher ist es nicht überraschend, dass die durch den Krieg in der Ukraine verursachten Verwerfungen auf den polnischen Agrarmärkten für politischen Sprengstoff sorgen. Durch den Angriff Russlands und die russische Blockade der Seewege für Exporte, schossen global die Preise für Getreide und Ölsaaten in die Höhe. Doch in Polen passierte Gegenteiliges. Die Weizen- und Sonnenblumenpreise gaben nach. Polen war eines der Haupttransitländer für die Alternativrouten von ukrainischem Getreide über Land. Offiziell kamen in der ersten Hälfte von 2022 ca. 640.000 t Getreide über die ukrainisch-polnische Grenze.

Der polnische Bauernverband geht sogar von höheren Mengen aus. Das Problem: Ein Teil der Exportware wurde nicht weitertransportiert, sondern blieb in Polen und sorgte für entsprechenden Preisdruck. Gerade der ärmere Südosten des Landes ist hiervon betroffen.

Neben dem Krieg beschäftigen pol­nische Landwirte viele Dinge, die auch ihren deutschen Kollegen Kopfzer­brechen bereiten. Da wären steigende Preise z. B. von Ackerland. Zudem sind sie häufig einem Preisdruck ausgesetzt, da sie das schwächste Glied in der Wertschöpfungskette sind. Auch Dürren bereiten immer häufiger Sorgen. Wir stellen im folgenden Betriebe vor, die die Vielfalt der polnischen Landwirtschaft widerspiegeln.

Hinweis: Die vorgestellten Betriebe wurden im Rahmen einer top agrar-Leserreise – organisiert von Farm-Tours – besucht. 

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