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Agrar-Innovationen aus Deutschland: Diese drei Start-ups überzeugen

Drei Start-ups präsentierten ihre Ideen auf dem diesjährigen GANS 24 der Rentenbank. Darunter ein E-Traktor und Mikroalgen als Bodenverbesserer. Wer die Jury wieso überzeugt hat, lesen Sie hier.

Lesezeit: 5 Minuten

Ein E-Traktor mit Wechselbatterien, Mikroalgen für einen gesunden Pflanzenbestand und biologische Fungizide: Das waren die drei Zukunftsideen der Finalisten des diesjährigen Growth Alliance Networking Summit (GANS 24) - einem von der Landwirtschaftlichen Rentenbank und dem TechQuartier organisierten Netzwerk-Event.

Neben Paneldiskussionen rund um eine nachhaltige Landwirtschaft standen die Pitches der drei Agrar-Start-ups ONOX, Plant Shield und Alganize im Rampenlicht. Eine Jury aus erfahrenen Gründern, Vertretern des BMEL, der Rentenbank und des Landtechnikhändlers Krone entschied schlussendlich, welche Idee die ausgereifteste ist. Wir stellen die drei Start-ups vor.

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ONOX1: Ein E-Traktor mit wechselbarem Akku

Das Landtechnik Start-up Onox aus Isny im Allgäu hat einen Elektrotraktor, genauer gesagt einen elektrischen Geräteträger entwickelt. Der erste Prototyp mit einer Leistung von 50 kW, das entspricht 68 PS, und einer Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h war bereits auf der Agritechnica 2023 im Einsatz. Über die kommenden Sommermonate hinweg wollen die Gründer Daniel Hornung und Sebastian Schlegel den ONOX1 nun auf dem Feld testen. 

Diese Eigenschaften sollen den E-Traktor so besonders machen: Zum einen die fünf dazugehörigen, wechselbaren Batterieblöcke, die mit je 30 kWh ausgestattet sind. Der Geräteträger hat Platz für einen bis maximal drei dieser Akkus und kann nach Angaben von Daniel Hornung so bis zu fünf Arbeitsstunden leisten, bevor die Batterien gewechselt werden müssen. Gleichzeitig sind immer mindestens zwei der Akkus an eine Stromquelle angeschlossen. Das kann eine Standard-Starkstromsteckdose sein, wie etwa für Elektroautos auch. Der Arbeitsschritt des Akkuwechsels dürfte Landwirten bekannt sein - er gleicht dem des Tauschs eines normalen Arbeitsgeräts mit Dreipunkthydraulik. Da die Gründer sich für ein Niederspannungssystem entschieden haben, soll jeder Mechaniker Reparaturen und Wartungsarbeiten ungefährlich durchführen können.

Eine Auffälligkeit ist die flache Motorhaube des E-Traktors. So soll der Landwirt eine bessere Sicht haben. Durch die integrierten Ladeschienen kann er darauf außerdem Gegenstände transportieren.

Die Batterien versorgen nicht nur den Geräteträger mit Strom, sondern über einen Wechselrichter alles, was auf dem Hof noch so anfällt - sei es die Bohrmaschine, die Kreissäge oder die Beregnungspumpe. „Wir verstehen die Batterien als riesige Powerbanks. Als dezentrales Batteriespeichersystem leisten sie einen Beitrag zur Energiewende und zur Unabhängigkeit der Landwirte", sagt Ideengeber Sebastian Schlegel. Schlegel entwickelte in seiner Masterarbeit an der Technischen Universität Münster das Konzept für den ONOX1.

Der ONOX1 ist im Einkaufspreis zwei- bis dreimal teurer als vergleichbare Verbrenner - genaue Zahlen wollte bzw. konnte Schlegel noch nicht verraten. Jedoch ist er davon überzeugt, dass der E-Traktor durch die mutmaßlich geringeren Energie- und Wartungskosten nach rund fünf Jahren Laufzeit günstiger sein wird.

Plant Shield entwickelt biologisches Fungizid

Das Team von Plant Shield entwickelt ein biologisches Fungizid, das der chemisch-synthetischen Konkurrenz in Sachen Wirksamkeit in nichts nachstehen soll. Der erste Prototyp habe sich bereits als sehr effektiv gegen Traubenfäule und Asiatischen Sojabohnenrost erwiesen, sagte Gründer Jens Maintz auf dem GANS24. Auch gegen weitere Pilzerreger wie Falschen und Echten Mehltau und Rostpilze erwartet er einen positiven Effekt.

Was genau hinter dem Wirkstoff steckt, verriet er auf dem GANS24 noch nicht. Nur, dass er technisch sehr einfach herzustellen ist, da er aus einem weltweit verbreiteten Nebenprodukt gewonnen wird. Deshalb sollte auch die Skalierung kein Problem darstellen. Einsteigen will das Team in den ökologischen Weinbau und eine Alternative zu Kupfer bieten. Langfristig strebt das Start-up Soja als weiteres Testfeld an.

Alganize: Boden stärken mit Biostimulanzien

Das Sieger-Start-up Alganize aus Berlin setzte sich gegen die Konkurrenten Plant Shield und ONOX durch und überzeugte die Jury mit dem ambitionierten Ziel, die Pflanzenproduktivität nachhaltig steigern zu wollen. Dafür wollen die Gründer Karl Manias, Omar Khalaf und Nils Brüggemann Mikroalgen als Probiotika nutzen, die das Mikrobiom des Bodens vervielfältigen sollen. Die behandelten Pflanzen sollen so bereits nach einer einmaligen Aufbringung resistenter gegen Pathogene sein und Nährstoffe besser aufnehmen können.

Mehr über die Wirkung von Biostimulanzien lesen Sie hier:

Für den Anfang versucht das Team sich an 120 Golf- und Fußballplätzen mit einer einmaligen Ausbringungsmenge von 300 l/ha. Auch im Raps und Hopfen testet das Start-up das Düngemittel mit aktuell 35-50 l/ha. Kunden sind beispielsweise der Fußballverein Eintracht Frankfurt, HIPP und die Gesellschaft für Hopfenforschung (GfH e. V.).

Ihre aktuelle Herausforderung ist es, Landwirte zu erreichen, die das Mittel testen wollen, erzählten die Gründer: „Eine produktive Landwirtschaft und gesunde Böden sind das Fundament unserer Gesellschaft. Gemeinsam mit Landwirtinnen und Landwirten wollen wir Start-ups die großen Herausforderungen der Branche bewältigen", so Karl Manias. Das Start-up freute sich über den Gewinn von 5.000 € Preisgeld.

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