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Hanf als Betriebszweig: Praxisprojekt erarbeitet Verarbeitungsoptionen

Wie muss der Hanfanbau und seine Weiterverarbeitung gestaltet sein, damit sich die Kultur als Betriebszweig eignet? Eine Arbeitsgruppe präsentiert Ergebnisse.

Lesezeit: 4 Minuten

Wie lässt sich die Jahrhunderte alte Kulturpflanze „Nutzhanf“ wieder in landwirtschaftliche Betriebe integrieren? Das fragte sich im Frühjahr 2019 Landwirt Gerhard Adam aus Püchersreuth aus der Oberpfalz und suchte sich Partner, um diese Frage im Rahmen eines EIP Agri Projektes zu beantworten.

Jetzt präsentierte die Arbeitsgruppe bestehend aus der Volksbank Raiffeisenbank Weiden eG - Geschäftsbereich Ware und Handel, dem Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik e.V. (DIL) aus Quakenbrück und der ZweiZehn GmbH & Co. KG ihre Ergebnisse, die sie seit März 2020 erarbeitet hatte. Die Präsentation fand Mitte Februar auf Einladung des Maschinenrings Tirschenreuth e.V. statt.

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Das EIP Projekt trägt den offiziellen Titel „Erhaltung des ursprünglichen, natürlichen CBD-Gehalts der Hanfpflanze zur dauerhaften Lagerung durch Bewertung und Optimierung verschiedener Verfahren der produkt- und ressourcenschonenden Hanftrocknung“. Die Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure wurde über die „Europäische Innovationspartnerschaft - Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit" (EIP Agri) gefördert.

Die Projektteilnehmer blicken zufrieden auf die Ergebnisse des drei Jahre dauernden Projektes. Das Produktionsverfahren Hanfanbau sei beginnend mit der Sortenwahl bis hin zu einer schonenden Erntetechnik verbessert worden, so die Pressemeldung. Das Ziel, den natürlichen Gehalt sowohl an Cannabinoiden als auch an den restlichen Inhaltsstoffe des Hanfes zu erhalten, konnte durch eine Optimierung des Trocknungsverfahren und der Lagerbedingungen erfolgreich umgesetzt werden.

Hanf als Betriebszweig: Trocknung und Vermarktung als Herausforderung

Es habe sich gezeigt, so die Projektteilnehmer, dass der Anbau von Nutzhanf zur Gewinnung von CBD sowohl in den Betriebsablauf als auch in der Fruchtfolge leicht zu integrieren ist. Hanf diene zur Bodenverbesserung und als CO2 Speicherung und könne als Gesundungsfrucht bezeichnet werden.

Schwieriger umzusetzen für den einzelnen Landwirt ist die Trocknung aufgrund der kostenintensiven Anlage. Hier sei im Hinblick auf die Anschaffungskosten die Gründung einer Maschinengemeinschaft ratsam. Ebenso gestaltet sich die Vermarktung für den einzelnen Landwirt derzeit noch schwierig. Der Landwirt muss aktuell Absatzmärkte in Eigenregie suchen und aufbauen.

Eine Abnahme von CBD-Ernteprodukten zur Weiterverarbeitung durch Erzeugergemeinschaften und Lagerhäuser ist bis dato nicht gegeben - zumal die Gesetzeslage nur die Erzeugung, aber keine Vermarktung von CBD -Produkten als neues Lebensmittel (Novel Food) in Deutschland zulässt. Die derzeitig unübersichtliche Gesetzeslage wurde innerhalb des Ergebnisworkshop rege diskutiert.

Die Ergebnisse:Optimierung von Produktion, Trocknung und Lagerung

Im Rahmen der Versuche zur Optimierung des Produktionsverfahrens Nutzhanfanbau zur CBD-Gewinnung konnte sich die Sorte Futura 75 gegenüber den Sorten Fedora 17 und Ferimon auf Grund ihrer genetische Veranlagung zu einer hohen CBD-Produktion etablieren. Trotz der Genügsamkeit der Pflanze in Bezug auf die Ansprüche an den Standort zeigte sich, dass eine gute Wasserversorgung die Erträge positiv beeinflusst. Es ist das Verfahren einer Breitsaat zu empfehlen. Durch intraspezifische Konkurrenz ist im Anbau der Einsatz von Herbiziden nicht notwendig.

Zum Verständnis der CBD-Bildung ist es wichtig zu wissen, dass die Cannabinoidproduktion im Nutzhanf einem natürlichen Abwehrmechanismus gegen Stressfaktoren wie z.B. Sonneneinstrahlung, feindliche Insekten und Mikroorganismen gleichzusetzen ist.

Der Reifeprozess ist anhand der Entwicklung und Farbveränderung der pilzförmigen Trichomen der unbefruchteten weiblichen Blütenstände zu verfolgen. Der optimale Erntezeitraum mit der höchsten CBDA- und CBD-Konzentration Sorten liegt dabei für alle geprüften Sorten zwischen den 120ten und den 140ten Tag.

Optimierung des Trocknungsverfahrens

Es wurden im Labor verschiedene Trocknungsverfahren wie Gefriertrocknung, Klimaschrank, Radiofrequenztrocknung und PEF (Pulsed Electric Fields) angewandt und mit den Ergebnissen des Bandtrocknungsverfahren von ZweiZehn GmbH. & Co. KG. verglichen.

Der Bandtrockner von ZweiZehn GmbH. & Co. KG lieferte die besten Ergebnisse. Mit der schonenden Trocknung bei 40 °C wurden die angestrebten aW-Werte (Wasserverfügbarkeit der Trocknungsprodukte nach Prozessierung) unter 0,65 zur stabilen Lagerung mit Beibehaltung des natürlichen CBDA-Gehalts erreicht. Der Einfluss einer Vorbehandlung durch Elektroporation, wodurch über eine externe Spannung der Aufschluss der Zellmembrane erfolgt und somit die Trocknung beschleunigt werden soll, brachte weder einen Vorteil in Hinblick auf die Trocknungszeit noch auf die Qualität der Aromastoffe. Das Trocknungsverfahren zeigte sich auch für weitere Sonderkulturen geeignet – z.B. im Kräuteranbau.

Entwicklung eines Lagerverfahrens

Im Rahmen des Projekts wurde zudem ein Lagerverfahren weiterentwickelt. Unmittelbar nach dem Trocknen wird der Nutzhanf in versiegelte Big Bags gefüllt und nach einer Stickstoffbehandlung (Lebensmittelecht) vakuumiert gelagert. Dies gewährleistet einen stabilen aW-Wert, unterdrückt das mikrobiologische Wachstum und verhindert die Oxidation der Inhaltsstoffe.

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