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Von Asien nach Deutschland: Reisanbau im Brandenburger Teichland

Mit deutschem Reis will Guido Leutenegger eine Nische professionell besetzen. Während er Herausforderungen meistert, stößt er dabei auf neue Chancen.

Lesezeit: 3 Minuten

NextGen Bauer

Dass man auch in turbulenten Zeiten den Mut und Erfindergeist nicht verlieren sollte, beweisen fünf Landwirtinnen und Landwirte, die wir auf die Internationale Grüne Woche in Berlin eingeladen haben. Sie alle haben kreative Ideen und den Wunsch, die Zukunft selbst zu gestalten.

Auf der Bühne des Forum Moderne Landwirtschaft haben wir uns mit den erfinderischen Köpfen ausgetauscht. Vom regionalen Haferdrink, über Reisanbau in Brandenburg, einen Sauenhalter, der seinen Betriebsschwerpunkt verändert, bis hin zu Social Media in der Landwirtschaft und einer jungen Frau, die über Umwege den elterlichen Betrieb übernimmt, war alles dabei. Wie kann die nächste Generation „Bauer“ aussehen? 

Eigentlich war es ein Unfall, dass wir 2020 Teichland in Linum in Brandenburg übernommen haben“, gibt Guido Leutenegger zu. Doch aus dem Zufall zieht der schweizer Landwirt eine ordentliche Portion Euphorie: „Wir müssen Standorte so nehmen, wie sie sind. Unser Antrieb ist es, landwirtschaftliche Flächen wieder zu bewirtschaften, für die eigentlich kein Interesse besteht.“ Auf den 25 ha Teichland befinden sich 16 Teiche – alles ausgelobt als Vogelschutzgebiet.

Wir sind Landwirte und müssen unsere Produkte verkaufen können."
Guido Leutenegger

Ursprünglich wollte Guido Leutenegger die Teiche nutzen, um Karpfen darin zu züchten. So haben es zumindest die Vorbesitzer gemacht. Und das Konzept passt für ihn: „Wir sind Landwirte und müssen unsere Produkte verkaufen können. Eine nachhaltige Teichwirtschaft kann die Antwort auf die Überfischung in den Weltmeeren sein“, sagt er.

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Bald per Mähdrescher ernten

Eine ausreichend große Nachfrage nach Karpfen blieb – zu Leuteneggers Bedauern – aber leider aus. Für den Landwirt eher eine Chance, als ein Problem: Er baut nun Reis auf einem Teil der Fläche an.

Wir hatten weder Erfahrung, noch Maschinen für den Anbau.“
Guido Leutenegger

Den Start machte eine kleine Teilfläche, gepaart mit viel Improvisation. „Wir hatten weder Erfahrung, noch Maschinen für den Anbau“, so der Tüftler. Eine umgebaute Gemüsesetzmaschine pflanzte schließlich die Risotto-Reissorte, wie es sie auch in Italien gibt.

Zur Person: Gudio Leutenegger

  • Schweizer Landwirt mit insgesamt drei Betrieben in Deutschland und der Schweiz

  • 1.850 ha in ökologischer Bewirtschaftung

  • Nachhaltige Teichwirtschaft mit Reisanbau und Karpfenhaltung

  • Mutterkuhhaltung mit Extensivrassen

  • Eigenes Produktlabel: Natur Konkret

„Wir haben uns erst kurz vor der Ernte damit befasst, dass wir auch noch ernten müssen“, lacht er. Dabei stellte er schnell fest, dass eine Ernte von Hand ohne entsprechende Technik schlichtweg ineffizient ist. 153 kg Reis waren das Ergebnis des ersten Versuchs. Aber: „Der Reis wird uns aus der Hand gerissen und ist bei unseren Kunden sehr beliebt“, sagt der Landwirt. Grund genug, die Fläche in diesem Jahr zu erweitern.

Die 3 ha soll ein Mähdrescher abernten, den Leutenegger über einen Landmaschinenhändler gekauft hat – aus einem der führenden Reisländer: Japan. Er rechnet mit einem Ertrag von rund 3,5 t/ha.

Den geernteten Reis können Kunden ausschließlich im Online-Shop kaufen. So soll mehr Wertschöpfung auf dem Betrieb ankommen als durch ein Angebot im Supermarkt.

Herausforderungen offen begegnen

Deutscher Reis ist eine Seltenheit, doch genau darin sieht Guido Leutenegger Potenzial: „Der Reisanbau und auch die Almbewirtschaftung mit unseren Hochlandrindern werden eine Nische bleiben. Aber wir wollen genau diese Nischen professionell besetzen.“ Um zukünftigen Herausforderungen offen begegnen zu können, will der Landwirt von den Erfahrungen anderer Berufskollegen lernen. Das eine Rezept gibt es für ihn zwar nicht. "Aber ich und auch andere können zeigen, wie wir auf wechselnde Rahmenbedingungen reagieren.“

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