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Haferdrinks vom Milchkuhbetrieb: „Ährenbrüder“ zeigen, wie gut das funktioniert

Vegane Milchalternativen bieten landwirtschaftlichen Betrieben neue Standbeine. Dass das Synergien aus regionaler Wertschöpfung erzeugen kann, zeigen drei Brüder aus NRW mit ihrem Haferdrink.

Lesezeit: 5 Minuten

NextGen Bauer 

Dass man auch in turbulenten Zeiten den Mut und Erfindergeist nicht verlieren sollte, beweisen fünf Landwirtinnen und Landwirte, die wir auf die Internationale Grüne Woche in Berlin eingeladen haben. Sie alle haben kreative Ideen und den Wunsch, die Zukunft selbst zu gestalten. Auf der Bühne des Forum Moderne Landwirtschaft haben wir uns mit den erfinderischen Köpfen ausgetauscht. Vom regionalen Haferdrink, über Reisanbau in Brandenburg, einen Sauenhalter, der seinen Betriebsschwerpunkt verändert, bis hin zu Social Media in der Landwirtschaft und einer jungen Frau, die über Umwege den elterlichen Betrieb übernimmt, war alles dabei. Wie kann die nächste Generation „Bauer“ aussehen? 

Milchkühe, Hofmolkerei und ein veganer Haferdrink: Letzteres würde der ein oder andere im ersten Moment vielleicht aus dieser Aufzählung rausstreichen. Dass die Kombination aus Milch und Haferdrink für einen landwirtschaftlichen Betrieb eigentlich eine ziemlich innovative Lösung ist, die auch dem Nährstoffkreislauf in die Karten spielt, zeigen die „Ährenbrüder“ Lucas, Stefan und Henning Fockenbrock aus Telgte in NRW.

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Seit vergangenem Jahr haben sich die Drei neben dem elterlichen Bio-Milchkuhbetrieb mit der Marke „Ährenbrüder“ ein ganz eigenes Standbein aufgebaut. Seit Juli 2023 ist ihr erstes Produkt auf dem Markt: ein veganer Haferdrink. Dieser sei „eine wunderbare Ergänzung“ zur Kuhmilchproduktion des Betriebes, erklärt Lucas Fockenbrock auf dem Erlebnisbauernhof der Grünen Woche in Berlin im Gespräch mit top agrar.

Das eine schließt das andere nicht aus. (Der Haferdrink) ist ein wunderbares Ergänzungsprodukt.“
Lucas Fockenbrock

Er übernimmt überwiegend das Marketing der Ährenbrüder. Dazu kommt weitere Expertise der anderen beiden: Stefan, der zweite Bruder, kümmert sich als Molkereimeister um die Produktion. Henning, Bruder Nummer Drei, ist als Hofnachfolger der landwirtschaftliche Denker des Trios.

Haferdrinks aus Deutschland? Das funktioniert gut

„Aktuell kommen rund 90 % aller Milchalternativen aus dem Ausland“, erklärt Lucas Fockenbrock. Da bleibe Deutschland auf der Strecke. Zusätzlich habe sich das Marktvolumen alleine von 2020 bis 2023 auf rund 800 Mio. € verdoppelt – Tendenz deutlich steigend. Deswegen sei es jetzt besonders wichtig, „dass wir neue Lösungen finden in der Landwirtschaft, um am veganen Ernährungstrend teilhaben zu können“. Der Ansatz der Ährenbrüder ist daher: „Der Haferdrink kann auch in der deutschen Landwirtschaft sehr gut funktionieren“, denn die Ackerkultur lasse sich „wunderbar“ anbauen und stelle für die Verbraucher eine gute Ergänzung zur Kuhmilch dar.

Wir müssen auch schauen, dass wir neue Lösungen finden in der Landwirtschaft, um am veganen Ernährungstrend teilhaben zu können.“
Lucas Fockenbrock

Außerdem macht er deutlich: „Das eine schließt das andere nicht aus!“ Ganz im Gegenteil: Statt einer Konkurrenz zwischen beiden Produkten sehen die Fockenbrocks gute landwirtschaftliche Synergien sowohl im Ackerbau als auch in der Tierhaltung. Mit dem Hafer können sie die gewohnte Fruchtfolge erweitern und das Restprodukt aus der Getränkeproduktion, die sogenannte Pülpe, als regionales und proteinreiches Ergänzungsfutter für die Kühe nutzen.

Zunächst von Berufskollegen belächelt

Ein halbes Jahr vermarkten sie ihren Haferdrink mittlerweile schon in Supermärkten rund um Münster, Osnabrück und Bielefeld. Gerade bei jüngeren Personen komme dieser gut an. „Da sehen wir eine ganz tolle positive Resonanz.“ Diese Generation stehe „100 % dahinter“, sehe das Thema und freue sich, dass sich das in der regionalen Landwirtschaft mit einbinden lässt. Nur von einigen älteren Berufskollegen wurden sie für ihre Pläne, als Nutztierhalter ein veganes Produkt auf den Markt zu bringen, zu Beginn belächelt.

Trennung der Produkte für mehr Unabhängigkeit

Während die Familie ihre Biomilch unter dem Label „Biohof Fockenbrock“ direkt vermarktet, läuft das neue vegane Produkt bewusst unter einem anderen Label. „Wir haben die Möglichkeit uns als drei Brüder mit einer eigenen Firma selbstständig zu machen und auch das operative Risiko unabhängig vom Hof zu gestalten“, sagt Lucas Fockenbrock. Es sei also zunächst eine Risikoabsicherung gewesen.

Darüber hinaus wollen sie mit der Ährenbrüder GmbH unabhängig vom „Biohof Fockenbrock“ agieren. „Dafür muss es eine saubere Trennung geben“, sagt er. Der Plan sei, in Zukunft mit möglichst vielen landwirtschaftlichen Betrieben zusammen zu arbeiten, „die sich dann unter der Marke Ährenbrüder vereinen lassen“ und diese so an der Produktion und Vermarktung veganer Produkte teilhaben zu lassen.

Und wo geht’s noch hin?

In Zukunft wollen die Brüder ihr Sortiment weiter ausbauen. Schon jetzt sie ein weiteres regionales Produkt im Programm: Denn nach einem Testlauf 2022 gibt es seit vergangenem November 2023 eigenen Münsteraner Popcorn-Mais. Und dabei soll es nicht bleiben, verrät Lucas Fockenbrock gegenüber top agrar: „Wir wollen immer mehr Produkte aufnehmen, unsere Fruchtfolge erweitern und möglichst nachhaltig im Kreislauf wirtschaften.“ Egal welches Produkt sie in Zukunft umsetzen würden, eins stehe fest: „Es kommt immer aus eigenem Anbau, immer aus natürlichen Zutaten und immer aus der Region rund um das Münsterland.“

Wie Lucas, Stefan und Henning Fockenbrock als Ährenbrüder die Tradition ihres Betriebes neu ausrichten wollen, sehen Sie auch im neuen Video des WDR-Formats Lokalzeit Land.Schafft.:

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