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Algen aus der Landwirtschaft: Schwierigkeiten durch günstige Importware

Verschiedene Industriezweige verwerten Mikroalgenprodukte - vom Petfood bis zur Sportlernahrung. Im Interview erklärt ein Algenbauer, wo die Produktion von Spirulina und Chlorella gerade steht.

Lesezeit: 2 Minuten

Ulrich Averberg aus dem westfälischen Ahlen produziert Mikroalgen. Als Mitglied der Deutschen Algen Genossenschaft berichtet er im Kurzinterview über den aktuellen Stand der Produktion und Schwierigkeiten durch günstige Importware.

Der Anbau von Mikroalgen in Deutschland ist eine Nische. Wie viele Betriebe erzeugen ­Ihres ­Wissens nach Mikroalgen und wie viel Biomasse ­erzeugen diese?

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Ulrich Averberg: Die Deutsche Algen Genossenschaft bündelt elf landwirtschaft­liche Produktionsbetriebe, die auch selbst verarbeiten. Mir sind drei weitere Anlagen in Deutschland bekannt, die Spirulina-Algen produzieren. In Sachsen-Anhalt erzeugt und ver­arbeitet ein Betrieb Chlorella-Algen. Für die Spirulina-Produktion sind rund 10 t Ertrag vom Hektar ohne künstliches Licht realistisch.

Wer sind Hauptabnehmer für die ­deutschen Mikroalgen?

Averberg: Das sind z. B. Hersteller für hochwertige Nahrungsergän­zungsmittel. Der Bereich Lebensmittel wird mehr, hat aber große Hürden durch Zulassungsverfahren. Mikro­algen ­werden zudem für hochwertiges Petfood genutzt. Die Kosmetikin­dustrie hat ­Interesse, aber sehr lange Entwicklungszyklen.

Wo liegen die größten Hürden bei ­Produktion und Vermarktung von Algenprodukten?

Averberg: Produktionstechnisch ist ­Algenanbau klassischer Pflanzenbau. Wenn ich schlecht dünge, werden die Algen genauso gelb wie schlecht gedüngter Weizen. Und wir sind auch vom Sonnenstand abhängig. Der Markt für die Waren ist aber nicht ­vergleichbar mit den Abliefermärkten der ­Landwirtschaft. Die Märkte müssen aufgebaut werden, dies braucht ­einen ganz langen Atem!

Produktionstechnisch ist ­Algenanbau klassischer Pflanzenbau - Averberg
Averberg

Wer ist die größte Konkurrenz?

Averberg: China und Indien sind mit sehr großem Abstand Weltmarktführer, allerdings lassen sich die Produktionsbedingungen nicht vergleichen. Dort wird nicht günstig, sondern billig produziert. Die Vorteile unserer deutschen Produkte können wir den Abnehmern klar machen, aber den Verbrauchern leider noch nicht.

Mikroalgen sind Teil vieler Forschungsvorhaben und vielfältig einsetzbar. ­Erwarten Sie Wachstum in Deutschland in dem Segment?

Averberg: Natürlich glaube ich an Wachstum, aber ich erwarte keine Wunder!

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