top agrar plus Obst- und Gemüsebau

Reif für den Roboter

Das Start-up „Organifarms“ entwickelt einen automatischen Pflückroboter für Erdbeeren. Künftig soll er den Obst- und Gemüseanbau in „Vertical Farming“-Anlagen regionaler und nachhaltiger machen.

Langsam bringt sich der Greifarm in Position. Knapp oberhalb einer roten Erdbeere stoppt er. Mehrere Kameras melden im Verborgenen, ob die Frucht auch von hinten rot und reif ist. Dann schneidet der auf den Namen „Berry“ (z. dt. Beere) getaufte Roboter die Frucht am Stiel ab und legt sie in eine 500-g-Schale. Der Vorgang dauert etwas über acht Sekunden. Bald soll alles doppelt so schnell gehen.

Was in einer Testumgebung in der Nähe von Konstanz stattfindet, soll nur der Anfang sein: Derzeit macht das Start-up „Organifarms“ seinen Pflückroboter für den Einsatz im Gewächshaus fit. Geplante Marktreife: 2022. Später könnte der Roboter in sogenannten Vertical Farming-Anlagen zum Einsatz kommen – jenen Hallen, in denen in 10 bis 12 m hohen Hydroponik-Regalen abgeschottet von äußeren Einflüssen Salate, Kräuter und bald Obst und Gemüse wachsen.

In beiden Fällen soll „Berry“ ein Problem entschärfen, von dem viele Obstbau- und Sonderkulturbetriebe ein Lied singen können: Arbeitskräftemangel. Die Grundlast der Ernte soll der Roboter tragen. Nur bei Saisonspitzen helfen Menschen. Ersparnis bei den Personalkosten: 20 bis 30 %.

Lokale Produktion fördern

Dominik Feiden, Marian Bolz, Hannah Brown und Mario Schäfer sind die Köpfe hinter dem mehrfach gründerpreisgekrönten Start-up. Sie wollen den Obstbau profitabler machen – und so in Deutschland halten. Langfristig lassen sie noch größere Ziele durchblicken: Einen nachhaltigen Obstbau fördern, Ressourcen sparen und die Lebensmittelverschwendung reduzieren.

„Etwa die Hälfte der in Deutschland verzehrten Erdbeeren wird importiert“, sagt der 24-jährige Gründer Dominik. „In Spanien oder Marokko ist der Anbau nicht gerade nachhaltig. Sobald sich der Anbau hierzulande rechnet, können wir den Druck aus großen Anbaugebieten herausnehmen, Wasser sparen und Böden schonen.“ Der Weg zum Ziel von morgen führt heute also erst mal über die hiesigen Obstbauern. „Unsere Zielgruppe sind Direktvermarkter, die Verbraucher oder Supermärkte beliefern“, sagt Mitgründerin...

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