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Greenpeace vermisst bei Tierhaltungskennzeichnung Pflicht zur Weidehaltung von Kühen

Ohne Pflicht zur Weidehaltung stellt die Haltungskennzeichnung für Umweltschützer einen Rückschritt dar. Denn Lieferanten von Weidemilch müssten ihre Ware künftig in der Frischluftstall-Stufe verkaufen.

Lesezeit: 3 Minuten

Der Lebensmitteleinzelhandel und die deutsche Milchindustrie haben angekündigt, die bisher vierstufige Haltungsform für tierische Produkte an die staatliche fünfstufige Kennzeichnung anzupassen. Darin ist bei den unteren drei Stufen für Milchprodukte keine Weidehaltung vorgeschrieben, beklagt sich die Umweltschutzorganisation Greenpeace.

In den zwei schlechtesten Haltungsformen sei sogar die ganzjährige Anbindehaltung erlaubt, zeigt sich Greenpeace-Mitarbeiter Lasse van Aken entsetzt.

Laufhof für Weidehalter Pflicht?

Er bezeichnet die neue Kennzeichnung von Milch als „Angriff auf die Weidehaltung in Deutschland“. Denn ein Großteil der Milchviehbetriebe, die derzeit Weidemilch anbieten, werde durch die neue Haltungskennzeichnung des Handels gezwungen, die Milch künftig in der ungenügenden Frischluftstall-Stufe zu verramschen. Denn nur die Betriebe, die neben der Weide auch einen betonierten Laufhof vorweisen können, dürften ihre Milch in der besseren Stufe Auslauf/Weide vermarkten, erklärt Greenpeace.

Landwirte, die neben der Weide nur einen Stall besitzen, müssten der Umweltschutzorganisation zufolge viel Geld in einen Laufhof investieren, der für das Wohl der Tiere kaum einen Effekt hat, so van Aken weiter. „Wer das nicht tut, verliert zeitnah auch noch den Weidezuschlag. Das wird dazu führen, dass Landwirte ihre Tiere wieder ausschließlich im Stall halten“, argumentiert van Aken.

Handel ist gefordert

Wenn es der Handel mit seinen öffentlichkeitswirksam angekündigten Plänen für mehr Klimaschutz und Tierwohl ernst meint, müsse er auch Weidemilch-Betrieben ohne Laufhof ermöglichen, ihre Milch in der Stufe Auslauf/Weide mit einem entsprechen Aufpreis zu vermarkten, meint van Aken.

Der Handel könnte beispielsweise den Weidehaltern ohne Laufhof anbieten, die Kühe als Ausgleich 30 Tage länger auf der Weide zu lassen. Bleiben die Kriterien der Haltungsform so, wie sie heute vorgestellt wurden, verkommt Weidemilch zum Nischenprodukt.

Falsche Infos von Greenpeace?

Ganz anders sieht es die für die Haltungsformen verantwortliche Gesellschaft zur Förderung des Tierwohls in der Nutztierhaltung. Auf Anfrage von top agrar erklärt das Unternehmen:

Greenpeace äußert sich hier falsch. Erstens gibt es keine Änderung bei den einschlägigen Kriterien für Milchvieh durch die Einführung der Fünfstufigkeit bei der Haltungsform. Die Kriterien in den Stufen 1 bis 4 sind die gleichen, wie in den letzten Jahren, nur Bio ist als separate fünfte Stufe hinzugekommen. Zweitens ist die ganzjährige Anbindehaltung schon ab Stufe 2 nicht zugelassen, nur noch die Kombinationshaltung. Drittens dürfen wir darauf hinweisen, dass wir keine landwirtschaftlichen Betriebe, sondern Tierwohl-Programme einordnen. Programme, die es nicht in die Stufe 4 schaffen, weil die Anforderungen nicht ausreichend sind, können in der Frischluftstall-Stufe 3 eingeordnet werden, die durchaus, insbesondere vom Handel, als hochwertig wahrgenommen wird – natürlich geht auch das nur, wenn diese Programme den Anforderungen der Stufe 3 entsprechen.

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