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topplus DBV-Fachforum Milch

Immer höhere Haltungsformstufen: Welche Perspektive haben Milchviehbetriebe?

Welche Aussichten gibt es für Kombibetriebe? Wie entwickeln sich QM+, QM++ und QM+++? Diese und weitere Fragen besprachen die Diskutanten des DBV-Fachforums Milch auf der Grünen Woche.

Lesezeit: 3 Minuten

„Die Entwicklung hin zu höheren Haltungsformen ist wie ein Rad, das sich immer weiter und immer schneller dreht“, zitierte Moderatorin und Milchreferentin des Deutschen Bauernverbands (DBV) Leonie Langeneck eine Landwirtin mit der sie sich vor dem DBV-Fachforum Milch ausgetauscht hatte.

Dem konnten die Podiumsteilnehmerinnen und Teilnehmer der Diskussionsrunde am Rande der Grünen Woche nicht widersprechen. Kasper Thormod Nielsen von Arla erklärte, dass die Branche tatsächlich bereits in Bewegung und der Politik einige Schritte voraus ist: „Wir können als Branche selbst viel gestalten. Die Politik ist gefordert, dafür Rahmenbedingungen zu schaffen, die nicht zu starr sind.“ Kritik zur staatlichen Kennzeichnung kam von QM Milch-Geschäftsführer Ludwig Börger: "Quer über die privatwirtschaftlichen Aktivitäten legt sich der Staat", sagte er und kritisierte die damit einhergehende Unsicherheit und mangelnde Planungssicherheit.

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Henrik Wiedenroth von Lidl betonte ebenfalls wie wichtig es ist, den Wandel über als Wertschöpfungskette selbst gemeinsam zu gestalten. Er machte aber auch deutlich, dass der Discounter auf lange Sicht auf die Haltungsformstufe 3 setzt. „Wir denken Haltung und Herkunft gemeinsam“, betonte er. Auch bei der gelben Linie wolle Lidl auf deutsche Ware setzen, weshalb die Kombi-Haltung, die sich in Haltungsform 2 eingruppiert, aus Sicht des Lebensmittelhändlers allein von der Frage der Warenverfügbarkeit her zunächst noch Bestand haben werde. „Sofern sie gesetzlich erlaubt bleibt“, ordnete Wiedenroth ein.

Immer mehr Molkereien auditieren Milch in QM-Programmen

Auch Ludwig Börger gab Kombihaltern eine Perspektive: „Einige Molkereien auditieren sowohl die Stufen 2 als auch 3“, erklärte er und verdeutlichte aber ebenfalls die Tendenz hin zu höheren Haltungsformstufen. „QM+ ist nicht tod, wird aber auch nicht die Branchenlösung sein“, sagte er. Er konnte berichten, dass die Zahl teilnehmender Milchverarbeiter an den QM+-Programmen monatlich steigt.

Landwirte brauchen Wertschöpfung

Roswitha Geyer-Fäßler, Vizepräsidentin des Landesbauernverbands in Baden-Württemberg und selbst Milchviehhalterin, erklärte, dass bei der von ihr belieferten Molkerei rund ein Drittel der Betriebe auf Haltungsform 3 umstellen könnte. Sie betonte, dass landwirtschaftliche Betriebe aber Wertschöpfung brauchen, um die Veränderungen für höhere Haltungsformstufen umzusetzen: „Wir brauchen Wertschöpfung, aber auch die Wertschätzung der Bevölkerung“, erklärte sie. Deshalb sei sie als Landwirtin froh, dass es die Branchenkommunikation gibt, auch wenn es manchmal den Anschein erwecke, dass man davon gar nichts hört. „Aber wir sind ja auch nicht die Zielgruppe“, so die Landwirtin.

„Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler“, bestätigte Carola von und zur Mühlen von der Initiative Milch. Sie berichtete, dass die Initiative Milch im vergangenen Jahr rund 14 Mio. Social Media-Konten erreicht und eine Lesereichweite von rund 467 Mio. in den Medien erzielt habe.

Die Initiative präsentiere sich aber nicht nur medial, sondern auch in Supermärkten oder auf Messen. Ein beispielhafter Erfolg sei das Umstimmen eines jungen Mannes gewesen, der seit einigen Jahren auf den Konsum von Haferdrinks umgestellt hatte. In einem Video der Initiative erklärte er: „Ich bin froh, dass ich angesprochen wurde. Jetzt verstehe ich, warum Kuhmilch eine Daseinsberechtigung hat.“

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