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Guter Start für gesunde Fresser

Um Fresser von verschiedensten Milchviehbetrieben gesund aufzuziehen, sind alle Beteiligten gefordert. Wir zeigen, welche Voraussetzungen wichtig sind.

Lesezeit: 4 Minuten

Eine Gruppe von 100 Fressern kommt nicht selten von 95 verschiedenen Milchviehbetrieben. Diese füttern die Kälber unterschiedlich, führen verschiedene Prophylaxemaßnahmen durch und unterscheiden sich in der Keimbelastung auf ihren Betrieben. Das macht die erfolgreiche Fresseraufzucht zur Herausforderung.

Erfahrungen von spezialisierten Tierärzten zeigen, dass Impfungen direkt nach der Ankunft der Kälber auf den Fresseraufzuchtbetrieben den Start deutlich erleichtern: Die Kälber erhalten dann am Tag des Einstallens eine Impfung gegen die Atemwegserreger BRSV, Parainfluenza 3 und M. haemolytica und eine Versorgung mit Vitaminen. Aufgrund der Vielzahl der Herkunftsbetriebe ist aus Tierschutzgründen häufig zusätzlich eine metaphylaktische Antibiotikabehandlung der ganzen Grup­­pe gegen Atemwegs- und Durchfallerreger unumgänglich.

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Diese Antibiotikabehandlung steht jedoch in der Kritik. In der Aufzucht versuchen Tierärzte sie gemeinsam mit Landwirten zu reduzieren. Denn das Ziel von spezialisierten Fresseraufzüchtern ist, eine gute Tiergesundheit und damit hohe Tageszunahmen von etwa 1250 g/Tag bei möglichst geringem Medikamenteneinsatz zu erreichen. Das gelingt, indem die Betriebsleiter die Haltung und das Betriebsmanagement ständig weiter optimieren.

Gut vorbereitet

Erhalten Bullenkälber bereits im Herkunftsbetrieb eine optimale Versorgung, erleichtert das ihre Gesunderhaltung während und nach dem Transport und senkt die Therapiehäufigkeit. Auch wenn sich einige Prophylaxemaßnahmen auf den Milchviehbetrieben mit niedrigen Verkaufspreisen für Bullenkälber kaum finanzieren lassen, verbessern sie auch die Herdengesundheit insgesamt. Die wichtigsten Maßnahmen auf Milchviehbetrieben, die Bullenkälber über Viehhändler oder Märkte in die Fresseraufzucht verkaufen, sind:

  • Kälber sollten ausreichend hygienisches und hochwertiges Kolostrum innerhalb der ersten Lebensstunden erhalten. Das ist der beste und wichtigste Schutz gegen frühe Infektionen.
  • Eine Eisengabe nach der Geburt. Diese kann Blutarmut der Kälber vorbeugen, verbessert ihre Zunahmen und Immunabwehr. Zusätzlich fördert eine Injektion von Vitamin E und Selen die unspezifische Immunabwehr.
  • Der Einsatz von Mutterschutzimpfungen bei den Kühen gegen Durchfallerreger wie E. coli, Rotavirus und Coronavirus und/oder Atemwegserreger. Anschließend nehmen die Kälber mit dem Kolostrum von der Mutter gebildete Abwehrstoffe auf.
  • Die erste Impfung der Kälber ab dem achten Lebenstag gegen die Atemwegserreger BRSV, Parainfluenza 3 und M. haemolytica. Diese hält bis zu zwölf Wochen an, sodass sie im Fresseraufzuchtbetrieb wiederholt werden kann.
  • Stark mit Kokzidien belastete Milchviehbetriebe sollten ihre Kälber frühzeitig mit einem Kokzidiostatikum behandeln, um die Erregerausbreitung bei den Kälbern zu vermeiden. Durch Kokzidien kommt es auf Fresserbetrieben teilweise am Tag des Einstallens zu blutigem Durchfall mit tödlichem Verlauf.
  • Kein mit Mykoplasmen belastetes Kolostrum verfüttern und betroffene Kühe merzen. Mykoplasmen lösen chronische und schwer therapierbare Entzündungen der Lunge, der Gelenke oder des Mittelohres aus. Die Kälber infizieren sich z. B über Milch betroffener Kühe, erkranken aber erst nach Stresssituationen, wie dem Transport.
  • Saubere Enthornung in zeitlich ausreichendem Abstand zum Transport. Wenn Kälber nicht oder nicht ausreichend enthornt sind, zeigt sich das oft erst Wochen nach dem Einstallen. Zu diesem Zeitpunkt bedeutet eine Enthornung mit Betäubung durch den Tierarzt jedoch viel Stress für die Tiere. Für die Aufzüchter steigen zudem der Arbeitsaufwand und die Kosten.
  • Kälber auf Nabelentzündungen und Nabelbrüche kontrollieren und behandeln. Denn auf dem Herkunftsbetrieb ist die Behandlung meist unkompliziert, während eine verschleppte Entzündung deutlich schwerer zu behandeln ist und den Kälbern stärker zusetzt.

Wenig Stress, viel Hygiene

Neben der Versorgung der Kälber auf den Herkunftsbetrieben spielen Transport- und Einstallbedingungen eine wich­­tige Rolle in der Fresseraufzucht:

  • Kurze Aufenthaltszeiten auf Märkten und ein zügiger Transport, möglichst ohne Unterbrechung, tun den Kälbern gut. Hilfreich ist auch, sie vor dem Transport mit einem Antazidum zu versorgen, das die Magensäure puffert. Denn lange Transport- und unregelmäßige Tränkezeiten verursachen Stress und können Labmagenentzündungen und -geschwüre hervorrufen. Solche Kälber trinken nicht mehr und brauchen eine intensive Behandlung.
  • Kälber in sauberen, desinfizierten und trockenen Stall einstallen, der im Rein-Raus-Verfahren betrieben wird. So lässt sich der Keimdruck senken.
  • Ein gezieltes Impfprogramm sollte mit dem betreuenden Tierarzt abgestimmt sein. Treten während der Aufzucht gehäuft Probleme auf, sollte der Tierarzt die Ursache über weiterführende Diagnostik wie Kot- und Lungenspülproben oder Sektionen ermitteln.
  • Optimal für Fresser sind Offenställe oder gut gelüftete Warmställe. Insbesondere in Warmställen, in denen die feuchte Luft im Winter stehen bleibt, beobachten Tierärzte deutlich mehr Probleme mit Lungenerkrankungen.

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