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Kälbertransport: „Unsere Bedenken waren unbegründet“

Für den Transport müssen Kälber jetzt mindestens vier statt zwei Wochen alt sein. Kälberhändler Jens Bahlmann berichtet, wie sein ersten Erfahrungen mit den Tieren sind.

Lesezeit: 3 Minuten

Seit dem 1. Januar 2023 gilt die geänderte Tierschutztransportverordnung (TierSchTrV). Demnach müssen Kälber für den Transport mindestens 28, statt bisher 14, Tage alt sein.

Für Milchkuhhalter bedeutet das vor allem höhere Aufzuchtkosten, wenn sie die Bullenkälber zwei Wochen länger halten und versorgen. Tierärzte, Viehhändler, Kälbermäster und andere Betroffene verweisen auf mögliche Vor- und Nachteile der neuen Regelung für die Tiergesundheit.

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Doch was sind nun die ersten Erfahrungen im Kälberhandel mit den zwei Wochen älteren Tieren? Darüber sprachen wir mit Jens Bahlmann, Geschäftsführer Kalbfleischhandel Bahlmann, ­Lindern (Niedersachsen).

Herr Bahlmann, seit Januar sind Kälber beim Transport mindestens vier Wochen alt. Was hat sich verändert?

Bahlmann: Die Kälbermäster hatten große Bedenken, dass sich die Tiere mit vier bis fünf Wochen schlechter an das Trinken aus dem Eimer gewöhnen. Das scheint aber kein Problem zu sein. Positiv ist auch, dass sie jetzt deutlich besser auf den Wagen laufen. Über den Einfluss auf die Schlachtgewichte der Mastkälber können wir zu diesem Zeitpunkt noch keine Aussage treffen.

Was sind die größten Herausforderungen der 28 Tage-Regelung?

Bahlmann: Für uns ist es jetzt noch schwieriger homogene Gruppen zusammenzustellen, um diese an Kälbermäster zu vermarkten. Denn die Qualitäten unterscheiden sich stärker als zuvor. Die Gewichte der Holsteinkälber liegen zwischen 38 und 100 kg.

Experten waren sich uneinig, welchen Einfluss das Transportalter auf die Gesundheit hat. Was sind Ihre Erfahrungen bisher?

Bahlmann: Die älteren Kälber sind deutlich stabiler. Im Schnitt sind sie mit vier bis fünf Wochen 10 kg schwerer als vorher mit zwei bis drei. Atemwegserkrankungen treten weiterhin auf, mit Durchfall gibt es keine Probleme mehr.

Wird der aktuelle Preis den schwereren Kälbern gerecht?

Bahlmann: Insgesamt haben die Preise deutlich angezogen. Für leichte Kälber mit 50 bis 60 kg gibt es derzeit etwa 60 € mehr als im Dezember. Für schwerere ab 60 kg sind es 90 €. Das ist natürlich auch der normalen Marktentwicklung geschuldet, schwere Kälber sind gerade gefragt. Und ich weiß, dass dieser Mehrpreis noch nicht die Mehrkosten der Milchkuhhalter deckt.

Wie werden sich die Preise weiterentwickeln?

Bahlmann: Das kann jeder Betrieb mit beeinflussen. Wer seine Kälber intensiv mit Milch füttert und gute Qualitäten abliefert, bekommt auch die entsprechenden Zuschläge. Wir gehen davon aus, dass die Preise insgesamt steigen könnten, wenn noch mehr Milcherzeuger nach diesem Prinzip handeln.

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