Einloggen / Registrieren

Startseite

Schlagzeilen
Newsletter
Messen & Termine
Themen
Wir für Euch
Heftarchiv
Sonstiges

Nässe auf den Feldern Europawahl 2024 DLG-Feldtage 2024

topplus Vollweide mit Milchkühen

"Das Grünland gibt vor, wie viele Kühe ich halten kann"

Was alles zum Management einer Vollweidehaltung gehört, zeigt Milcherzeuger Michael ­Dahlen. Seine Kühe sollen nicht nur auf, sondern möglichst von der Weide leben und Milch produzieren.

Lesezeit: 3 Minuten

Milcherzeuger Michael Dahlen ist von der Weidehaltung für Milchkühe überzeugt. Sein Biobetrieb im ­belgischen Herbesthal bringt dafür die richtigen Voraussetzungen mit: 40 ha arrondiertes Dauergrünland zur Weidenutzung. Weitere 90 ha inklusive Ackergras dienen der Schnittnutzung und der Beweidung des Jungviehs und der Trockensteher.

„Die Grünlandfläche gibt vor, wie viele Kühe ich halten kann,“ sagt er. Denn sein Betriebskonzept für 140 Kühe plus Nachzucht ist komplett auf die Vollweide im Kurzrasenweide-System ausgerichtet. Er erreicht in der Weidesaison rund 70 % Weideanteil in der Gesamtration.

Für zwei Tiergruppen beim Milchvieh hat er die Weidefläche in nur zwei Parzellen aufgeteilt. Für die Nacht ­werden die Weiden verkleinert. Damit melkt er bei im Schnitt 2,6 kg Kraftfutter/Kuh täglich 19,5 kg energie-korrigierte Milch (ECM).

Früh stark beweiden

Für Dahlen beginnt die Weidesaison je nach Tragfähigkeit des Bodens im März oder April bei einer Aufwuchshöhe von 2 bis 4 cm. Mit dem jungen Gras schießt die Milchleistung meist schnell in die Höhe. „Sobald der Aufwuchs dann weniger wird, sinkt die Milch auch wieder etwas“, erklärt Dahlen.

Dann heißt es Geduld haben. „Die Kühe müssen die Pflanzen im Frühjahr richtig kurz grasen, damit der Bestand über das Jahr gut steht“, sagt der Landwirt. Denn das fördert die ­Bestockung, verhindert Geilstellen und verdrängt Obergräser. „Ich verlier im Frühjahr lieber ein paar Liter Milch als über das ganze Jahr hinweg Gras,“ sagt Dahlen. Dabei düngt er nur das Grünland mit Schnittnutzung, das Weideland nicht.

Ich verlier im Frühjahr lieber ein paar Liter Milch als über das ganze Jahr hinweg Gras. - Dahlen

Richtig füttern

Die Zufütterung im Stall muss genau zum Weideaufwuchs und dem Bedarf der Kühe passen. Für die Übergänge von Stall und Weidephase brauchen sie ebenso einen Ausgleich, wie bei zu wenig Futter durch Trockenheit. „Ich laufe fast nie mit einem Aufwuchs­messer über die Weiden.

Wenn die Milch sinkt oder mir das Futter auf der Fläche zu wenig wird, füttere ich zu“, erklärt er. Bietet er den Kühen zu viel Futter im Stall, geht Aufwuchs verloren und Geilstellen entstehen. Diese vermeidet er auch, in dem er die Kühe im Sommer in Hitzestunden in den Stall holt. „Sie sollen nicht so lange draußen geballt im Schatten herumliegen“, sagt der Landwirt. Dort würden verkotete Stellen entstehen, die die Kühe anschließend im schlechtesten Fall die komplette Saison nicht mehr beweiden. ­Futter bietet er im Stall dann nicht zwangsläufig an. „Ein paar Stunden geht das auch ohne, liegend im Schatten würden die Kühe ja auch nicht fressen“, so der Landwirt.

Je nach Witterung weiden die Kühe bis November. Im Stall erhalten sie dann Grassilage vom ersten bis dritten Schnitt gemischt mit 19er Kraftfutter und Chicoréepülpe.

Zwei Melksysteme

Der Biobetrieb hat einen Melkstand und einen Roboter. Ein Drittel der Kühe gehen in das automatische Melksystem, der Rest zum Melkstand. Der Melkroboter dient allerdings nur dazu, die Melkzeit zu verkürzen, ohne den Melkstand umbauen zu müssen. „Solange ich weiter so gute Mitarbeiter bekomme, ist mir jede Person lieber als der Roboter“, sagt Dahlen. Im Sommer melkt dieser jede Kuh zweimal, im Winter erreicht er drei Melkungen. „Ich weiß, dass das teures Melken ist“, sagt der Landwirt. „Es passt hier aber genau so hin, weil es uns auch Freiräume verschafft.“

Mehr zu dem Thema

top + Willkommensangebot: 3 Monate für je 3,30€

Alle digitalen Inhalte und Vorteile eines top agrar Abos

Wie zufrieden sind Sie mit topagrar.com?

Was können wir noch verbessern?

Weitere Informationen zur Verarbeitung Ihrer Daten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Vielen Dank für Ihr Feedback!

Wir arbeiten stetig daran, Ihre Erfahrung mit topagrar.com zu verbessern. Dazu ist Ihre Meinung für uns unverzichtbar.