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Mangelhaft für Deutsche Butter? Ökotest soll Grenzwerte bewusst verschoben haben

Schwerer Vorwurf: Weil Ökotest die gesetzlichen Rückstands-Grenzwerte für zu niedrig hält, soll die Zeitschrift kurzerhand für seinen Buttertest eigene Parameter festgelegt haben.

Lesezeit: 4 Minuten

Das Magazin Öko Test hatte Mitte Dezember einen Test von 20 Buttermarken veröffentlicht. Dabei erhielten 17 die Note "mangelhaft" oder "ungenügend" – darunter bekannte Marken wie Berchtesgadener Land, Meggle oder Goldsteig.

Schon früh zweifelten Milchbauern und Molkereien das Ergebnis an. Vor allem waren es die im Labor gefundenen gesättigten und aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH und MOSH) aus der Verpackung, die die Note drückten.

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Zweifel an der Fairness des Urteils

Die Passauer neue Presse hat sich den Test nun genauer angeschaut. Mehr und mehr erwächst der Verdacht, dass Ökotest das Urteil gezielt in eine Richtung gelenkt hat. Die PNP spricht davon, dass das Umweltmagazin bewusst Panikmache betrieben und eine „krawallige Schlagzeile“ gewählt hat.

Denn auch die EU-Umweltagentur EFSA – die neue Einschätzungen zur Gesundheitsgefahr veröffentlicht hat - kommt zu einem völlig anderen Ergebnis.

Klimaneutralität als Bewertungskriterium

Die PNP fand z.B. heraus, dass Ökotest den CO2-Fußabdruck falsch bewertet hat. Dieser wurde auf die Trockenmasse bezogen, nicht auf das Gesamtprodukt inkl. Wasser. Da liege es in der Natur der Sache, dass Butter schlecht abschneidet, schreibt die Zeitung weiter. Die Molkerei Meggle sei sich ganz sicher, dass die von Ökotest gewählte Bezeichnung „Klimasau“ das Lebensmittel beim Verbraucher diskreditiere.

Im Test hatten außerdem Buttermarken eine schlechte Note erhalten, die abgesehen von der MOAH und MOSH-Problematik gut abgeschnitten haben. Beispiel Berchtesgadener Land: die Pidinger Molkerei bekam bei der Sensorik (Geruch, Geschmack und Aussehen) ein „sehr gut“ bescheinigt und für Transparenz und Tierhaltung ein „gut“. Trotzdem fiel die Molkerei am Ende durch, weil Ökotest die Mineralölproblematik so stark gewichtet.

Dabei können die Molkereien dafür letztlich nichts, denn das Problem hängt an der Verpackung. Standard in der Branche ist wachskaschierte Alufolie und die gibt die Stoffe ab, je länger die Butter eingepackt ist. Laut Ökotest ließe sich das Problem nur mit Pergamentpapier lösen – die einzige Butter, die von Öko Test ein gut erhielt, ist Butter aus einer kleinen Molkerei in Schleswig-Holstein, die in Papier eingeschlagen ist.

Grenzwerte nach Ökotest-Lesart

Als ein Problem entlarvten die Kritiker auch das Thema Grenzwerte. So gebe es laut PNP für MOAH auf EU-Ebene bisher lediglich einen unverbindlichen Richtwert – dieser liegt bei 2 mg pro Kilo. Diesen Wert setzt auch Ökotest an – Butter, die darüberlag, bekam ein „ungenügend“. Bei MOSH gibt es bisher hingegen gar keine Einschätzung – nicht einmal ob überhaupt eine Gesundheitsgefahr ausgeht. Das gilt im Übrigen auch für MOAH.

Selbst Ökotest schreibe, dass toxische Effekte bisher zwar nicht bekannt seien. Man könne aber keine Langzeiteffekte ausschließen angesichts der Tatsache, dass sich die Rückstände im menschlichen Fettgewebe und Organen wie Leber, Milz und Lunge anreichern könnten, heißt es.

Laut EFSA gibt es bei weniger als 5 mg MOAH/MOSH pro Kilogramm keine Gesundheitsgefahr. Ökotest hat hingegen auch beim MOSH mit 2 mg gerechnet – wer darüber lag wurde ebenfalls herabgestuft.

Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt

Zur Begründung, warum man den um den Faktor 2,5 strengeren Grenzwert angewendet hat, sagte Ökotest der Passauer Neuen Presse, dass dies eine eigene Entscheidung sei. Die Zeitschrift selbst setze die Kriterien für die Ökotests, weil ihrer Ansicht nach die gesetzlichen Grenzwerte zu niedrig seien. Zurückhaltend zeige sich die Zeitschrift auch bei den einzelnen Werten. So gebe man die konkreten Messwerte aus dem Labor grundsätzlich nicht heraus, hieß es.

Unzufrieden mit Ökotest zeigt sich auch der Milchindustrie Verband. Bekannt sei, dass Untersuchungen verschiedener Labore stark schwanken können. Die Mineralölanalytik benötige einschlägige Erfahrung, unter anderem bei der Probenahme und Aufarbeitung sowie Auswertung der Chromatogramme, auch hinsichtlich Störkomponenten. Eine validierte Methode für Milch und Milchprodukte gebe es nicht.

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