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topplus Norla-Milchfrühstück

"Milcherzeugung muss Platz im Moor haben"

Wie kann die Wiedervernässung von Mooren gelingen? Und welche Perspektive haben Milchkuhhalter auf Moorstandorten? Eine Diskussionsrunde beim ersten Norla-Milchfrühstück.

Lesezeit: 3 Minuten

Wie kann eine Milchproduktion in Niederungsgebieten mit wieder vernässten Mooren aussehen? Diese Frage stellt sich auch Milchviehhalter Tim Müller aus Ost-Holstein. Rund 80 % seiner (überwiegend gepachteten) Flächen sind Moorflächen. Der 33-jährige Betriebsleiter muss Lösungen zu finden, um den Betrieb trotz Moorvernässung weiter zu führen.

Dilemma zwischen Kühen und Paludikultur

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„Meine Großeltern sind damals an dem Standort aufgesiedelt, meine Eltern haben den Betrieb weiter voran gebracht und auch ich möchte meinen beiden Söhnen zumindest die Option offen halten, den Hof in 20 Jahren übernehmen zu können“, erklärte er auf dem 1. Norla-Milchfrühstück in Rendsburg (Schleswig-Holstein). Er will sicherstellen, seine Kühe mit hochwertiger Grassilage füttern zu können. Paludikultur komme dafür nicht infrage.

Es müssen Lösungen her, waren sich die Teilnehmer auf dem Podium einig. Lösungen, die die Politik schaffen kann und bei denen das Umweltministerium eine große Mitsprache hat. Umso enttäuschter zeigte sich Klaus-Peter Lucht, Vorsitzender der Milcherzeugervereinigung Schleswig-Holstein, der zu der Veranstaltung mit dem Thema „Milchproduktion in Niederungsgebieten“ eingeladen hatte, dass niemand aus dem Umweltministerium der Einladung gefolgt war: „Ich habe mir sehr gewünscht, dass wenigstens ein Vertreter oder eine Vertreterin mit den Betroffenen spricht, um deren Flächen es geht."

Kritik an der Flächenpolitik

Ein weiterer Kritikpunkt an der Wiedervernässungsthematik war die Flächenpolitik der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. Sie kauft Flächen auf, um sie wieder zu vernässen und aus der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung zu nehmen.

„Als Pächter und Bewirtschafter habe ich da keine Chance“, machte Tim Müller deutlich. Sein Wunsch ist, dass sich die Stiftung Flächen dort einbringt, wo eine Bewirtschaftung sinnvoll und möglich ist. „Als Landwirt kann ich die Kosten für die Wiedervernässung des Moores nicht alleine tragen“, appellierte er.

Die Wiedervernässung der Moore wird eine teure Nummer."
Dr. Arno Krause, Grünlandzentrum Niedersachsen

„Um die Milchproduktion in Niederungsgebieten zu erhalten, ist ein ausgeklügeltes Wassermengenmanagement wichtig“, erklärte Dr. Arno Krause vom Grünlandzentrum Niedersachsen. Leider gebe es dazu in Deutschland bisher nur wenig Forschungsarbeit. „Fakt ist, die Wiedervernässung der Moore wird eine teure Nummer“, erklärte er.

Flurbereinigung als Option

„Um Flächen wieder nutzbar zu machen, sollte das Instrument der Flurbereinigung wieder stärker genutzt werden“, lautete der Vorschlag von Staatssekretätin Anne Benett-Sturies. Wichtig sei, dass sie schnell vonstatten gehen und nicht über mehrere Jahrzehnte - wie es in der Vergangenheit schon einmal passiert war.

Dr. Thomas Bahr von der Agrarberatung Mitte appellierte per Videobotschaft an den Umweltminister Tobias Goldschmidt, die Zielsetzungen bei der Wiedervernässung von Mooren in Richtung einer aktiven Landwirtschaft zu konkretisieren: „Es müssen Kulissen ausgewiesen werden, in denen Moore wieder vernässt werden, es muss aber auch noch Landwirtschaft stattfinden können“, sagte er und ergänzte: „Milchviehbetriebe müssen Platz im Moor haben!“

Zahlen, Daten, Fakten zur Milchkuhhaltung in Schleswig-Holstein

Rund 3.200 Milchviehhalterinnen und Milchviehhalter aus Schleswig-Holstein produzieren jährlich rund 3,5 Mio. t Milch, das sind etwa 11 % der deutschen Milchmenge. 5 % der deutschen Grünlandfläche liegen in Schleswig-Holstein und etwa 130.000 ha befinden sich im (Hoch- oder Nieder-) Moor.

Im Schnitt arbeiten acht Personen im vor- und nachgelagerten Bereich der Landwirtschaft. „Die landwirtschaftlichen Betriebe sind der Motor des ländlichen Raums. Wenn immer mehr Höfe aufgeben, wandert irgendwann die Jugend ab“, verdeutlichte Klaus-Peter Lucht die Bedeutung der Landwirtschaft in der Region.

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