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Neuer Impfstoff gegen Blauzungenvirus Serotyp 3

Boehringer Ingelheim bringt einen neuen Impfstoff gegen das Blauzungenvirus Serotyp 3 auf den Markt. Die Anwendung ist vorerst gestattet. Das Produkt ist bereits verfügbar.

Lesezeit: 3 Minuten

Boehringer Ingelheim erweitert sein Impfstoffportfolio um einen inaktivierten Impfstoff für Schafe und Rinder zur Bekämpfung des Blauzungenvirus (BTV). Es sei der erste Impfstoff gegen BTV Serotyp 3 (BTV3), der die Mortalität und klinische Symptome verhindert, wirbt das Unternehmen.

Darüber hinaus würde er die Viruszirkulation im Blut der Tiere reduzieren und somit auch das Risiko einer weiteren Übertragung der Krankheit senken. Boehringer Ingelheim ist es zusammen mit dem Unternehmen Bioveta gelungen, den Impfstoff innerhalb von nur sieben Monaten auf den Markt zu bringen.

"Wir freuen uns, Landwirte, Tierärzte und Behörden in ihrem Kampf gegen die Blauzungenkrankheit mit unserem Impfstoff zu unterstützen", so Dr. Gerald Behrens, globaler Leiter des Wiederkäuerbereiches bei Boehringer Ingelheim. "Mit ihm können zukünftige BTV3-Ausbrüche verhindert werden, und Landwirte können nicht nur ihre Herden, sondern auch ihre Lebensgrundlage schützen."

Europaweite Krankheiten

Boehringer Ingelheim verfügt über ein Portfolio von Impfstoffen gegen verschiedene "grenzüberschreitende Tierkrankheiten" (TADs), darunter die Maul- und Klauenseuche sowie die Vogelgrippe. Nach den jüngsten BTV3-Ausbrüchen haben sich die Gesundheitsbehörden an die Pharmaindustrie gewandt und die Notwendigkeit eines Impfstoffs gegen diesen neuen Serotyp des Blauzungenvirus betont.

Boehringer Ingelheim reagierte darauf, indem es sich mit Bioveta, einem Hersteller von Veterinärprodukten mit besonderem Fokus auf Impfstoffe, zusammenschloss, um den neuen Impfstoff zu entwickeln. Ab Anfang Juni 2024 soll der Impfstoff in Deutschland verfügbar sein. Die Anwendung durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) sowie dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) ist für den Zeitraum von sechs Monaten vorerst gestattet. Die Grundimmunisierung erfordert bei Schafen eine und bei Rindern zwei Injektionen im Abstand von drei Wochen.

Blauzungenkrankheit: Eine Herausforderung für Tiergesundheit und Landwirtschaft

Das Blauzungenvirus, das von winzigen Insekten namens Gnitzen (Culicoides) übertragen wird, stellt eine ernsthafte Bedrohung dar. Die Krankheit zeigt einen stark saisonalen Verlauf, mit geringem Auftreten im Winter und Frühjahr sowie zunehmendem Auftreten im Sommer und Herbst. Es existieren 29 verschiedene Serotypen des Blauzungenvirus, die Wiederkäuer wie Rinder und Schafe infizieren. Besonders besorgniserregend ist der neu aufgetretene Serotyp 3, der sich derzeit in Europa ausbreitet.

Bei Schafen verursacht er schwere Erkrankungen und führt laut Berichten in Schafbetrieben zu einer wöchentlichen Sterblichkeitsrate von etwa 2,5 %.

Rindern sind ebenfalls betroffen. Der jüngste BTV3-Ausbruch führte neben klinischen Symptomen vor allem zu Fortpflanzungsstörungen und erheblichen Milchverlusten in betroffenen Milchviehbetrieben. Neben den gesundheitlichen Folgen für die Tiere kann das Blauzungenvirus auch erhebliche wirtschaftliche Verluste für Tierhalter verursachen und hat Auswirkungen auf den internationalen Handel.

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