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topplus Positive Signale am Milchmarkt

Wann können Milcherzeuger wieder schwarze Zahlen schreiben?

Die internationalen Milchproduktpreise und Erwartungen der Milchbörse steigen. Doch das reicht nicht, um die Kosten der Milchproduktion zu decken. Ein Milchmarktüberblick.​

Lesezeit: 4 Minuten

Die internationale Milchproduktpreise sind erneut gestiegen. Das wirkt sich auch auf die Preisprognosen in Deutschland aus, wie z.B. das IG-Milchbaromter der Börsenkurse zeigt. Doch das MEG Milchboard zeigt: Die Kosten steigen stärker als die Milchauszahlungspreise. Wir geben einen Überblick verschiedener Entwicklungen am Milchmarkt.

Internationale Milchpreise steigen erneut

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An der internationalen Handelsplattform „Global Dairy Trade“ ist der Durchschnittspreis über alle Produkte und Zeiträume zum vierten Mal, und zwar um 4,3 % gestiegen. Der durchschnittliche Preis liegt bei 3.202 $/t. Der Preisindex erhöht sich um 41 auf 994 Punkte.

Bei dieser Auktion haben alle Produkte im Preis zugelegt: Vollmilchpulver (+4,2 % auf 3.059 $/t), Magermilchpulver (+4,3 % auf 2.659 $/t), Cheddar-Käse (+0,2 % auf 3.858 $/t), Butter (+2,9 % auf 4.940 $/t), Butteröl (+7,1 % auf 5.310 $/t) und Laktose (+0,2 % auf 599 $/t). Buttermilchpulver wurde nicht gehandelt. Die gehandelte Menge liegt in dieser Woche mit 35.974 t über dem Niveau der vergangenen Auktion vor zwei Wochen (38.350 t).

+ 5,1 ct/kg: Börsenmilchpreise deutlich nach oben korrigiert

Ende September stieg auch das IG-Milchbarometer gegenüber dem Vormonat um 5,1 Cent auf 43,5 ct/kg Milch. Das IG-Milchbarometer ist ein Frühindikator für mögliche Entwicklungen des Milchmarktes. Den Wert berechnet das ife Institut Kiel für den DRV und die IG Milch aus den Börsenkursen der zukünftigen 12 Monate von Butter und Magermilchpulver. Es soll Milcherzeuger bei der Einschätzung der Marktsituation und bei der Milchmengenplanung unterstützen.

Die Veränderung der Barometerwerte im September resultiert aus den deutlichen Preissteigerungen an der EEX-Börse für die in den zukünftigen zwölf Monaten gehandelte Butter (+9,2%) und für das gehandelte Magermilchpulver (+12,2%).

Auch Exportpreise für Milchprodukte gestiegen

Die Preiserwartungen haben sich laut IG Milch damit deutlich nach oben korrigiert. Hauptgrund sind die – hauptsächlich angebotsseitig bedingten - Preiserholungen auf den internationalen Märkten. Nicht nur die Global Dairy Trade-Preise sind gestiegen, auch die Exportpreise ab europäischen Häfen haben sich erhöht. Der stärkere US-Dollar unterstützt zusätzlich die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Ware auf den internationalen Märkten. Lagerbestände an Pulver und Butter sinken nicht nur in Europa und stützen derzeit die Erwartung höherer Preise. Fraglich ist aktuell allerdings, wie die Angebotsreaktionen auf wieder höhere Preise ausfallen werden.

Nur 82 % der Milchprodukionskosten gedeckt

Der starke Rückgang der Milchproduktion und die zunehmende Nachfrage haben zu einem Preisanstieg sowohl auf dem Spotmilchmarkt als auch auf dem Markt für Magermilchpulver, Industrierahm und Sahne geführt. Laut MEG Milchboard war dies in den letzten sechs Wochen ein Plus von 21,5 %. „Diese Entwicklung müsste sich viel stärker in den Milchauszahlungspreisen widerspiegeln,“ stellt der Vorstandsvorsitzende der MEG Milch Board Frank Lenz fest.

Doch die Entwicklung ist eine andere: Im Vergleich zum April stiegen die Milcherzeugungskosten um 2,86 ct auf 49,73 ct/kg Milch im Juli 2023. Gleichzeitig sind die Milchauszahlungspreise von 45,11 auf 40,63 ct/kg gesunken. Damit vergrößerte sich die Unterdeckung der Kosten auf 18 %. Die Preis-Kosten-Ratio verringerte sich von 0,96 auf 0,82. Der Milch Marker Index (MMI) lag im Juli 2023 bei 121 Punkten.

Milchproduktionskosten steigen deutlich

Mit den vorliegenden Berechnungen hat die MEG Milchboard den MMI auf eine neue Datenbasis des INLB 2021 umgestellt. Dies ergab einen sichtbaren Kostenzuwachs bei den allgemeinen Betriebskosten (im Schnitt +1,18 Cent), die nun zum Stand 2021 ohne weitere Hochrechnung in die Kostenberechnung einfließen.

Auf die Verschlechterung der Wirtschaftlichkeit der Milcherzeugung hatte unter anderem der Rückgang der Rindererlöse in den letzten Monaten einen großen Einfluss. Sie werden bei der Ermittlung des MMI von den Gesamterzeugungskosten abgezogen und reduzierten sich in allen Regionen (-1,59 Cent in Süd, -1,66 Cent in Nord, -0,72 Cent in Ost). Dazu stiegen die Kosten für das Zukauffutter seit April 2023 insbesondere in Süd- und Ostdeutschland um 2,46 bzw. 0,31 Cent.

Im Durchschnitt für Deutschland sind die Kosten dadurch auf einen Stand von 13,58 ct/kg erzeugter Milch geklettert. Im Ergebnis liegen die pagatorischen Milcherzeugungskosten nach Abzug der Rindererlöse in der Region Ost um 1,15 Cent, in der Region Nord um 1,48 Cent und in der Region Süd sogar um 5,05 ct/kg höher als im April 2023. Die Milchauszahlungspreise fielen in der Region Süd um 5,61 Cent auf 44,18, in der Region Ost um 4,58 Cent auf 39,26 und in der Region Nord um 3,50 Cent auf 38,35 ct/kg.

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