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topplus Konzepte für die Fütterung

So laufen Kühe gerne zum Roboter

Automatische Melksysteme entzerren Arbeitsspitzen – vorausgesetzt, die Kühe laufen selbstständig zum Melkroboter. Diese Fütterungsstrategien sollen dabei helfen.

Lesezeit: 3 Minuten

Die Milchkühe sollen gut laufen, eine hohe Melkfrequenz erreichen und Altmelkende dürfen nicht verfetten. Das sind drei wichtige Ziele der Fütterung und des Managements von Milchkuhherden mit Automatischem Melksystem (AMS).

Während Melkstand-Betriebe oft eine Totale Mischration (TMR) auch Voll-TMR genannt füttern, erhalten Kühe im AMS-Stall zur Grundration am Futtertisch immer Lockfutter am Roboter. Dabei gibt es aber verschiedene Konzepte.

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Mit moderaten Mengen locken

In der Regel üblich ist: Der Energiegehalt der Ration am Futtertisch ist für eine Milchleistung kalkuliert, die etwa 5 kg unter dem Herdenschnitt liegt. Das Kraftfutter am AMS gleicht dies aus, abhängig von der individuellen Leistung. „Die Menge sollte nach der Kalbung mit 2 kg starten und in den ersten zwei Wochen um täglich 200 g steigen. Je nach Laktationskurve sinkt die Kraftfuttermenge ab dem 70. bis 80. Tag wieder“, sagt Tierarzt Dr. Arnd Grottendieck aus Bramsche (Nieder­sachsen), der Betriebe auch bei der Fütterung berät.

Dabei empfehlen Berater moderate Kraftfuttermengen. „In der Spitze sollten die Kühe nicht mehr als 6 kg pro Tag abrufen können“, sagt Otto Kirmaier vom Landeskontrollverband Bayern. Die Kraftfuttermenge muss dabei im Verhältnis zur Anzahl der Roboterbesuche stehen. „Pro Melkung sollten die Kühe nicht mehr als 2 kg auf einmal fressen. Sonst kann der Pansen übersäuern.“ Das beeinträchtigt die Verdauung und den Stoffwechsel.

Ein alternatives Konzept soll das vermeiden: eine (fast) TMR am Futtertisch und sehr wenig Lockfutter am Roboter. Dabei bleibt die Kraftfutter-Menge konstant und ist leistungsunabhängig. „Das reduziert Schwankungen des Pansen-pH-Wertes und macht so den Stoffwechsel stabiler“, sagt Arnd Grottendieck.

Das ist aber nicht für jeden Betrieb geeignet, betont der Tierarzt: „Bei einem Herdenschnitt von weniger als 35 kg Milch nimmt das Verfettungsrisiko einzelner Tiere besonders am Ende der Laktation stark zu.“ Voraussetzung sei außerdem, dass die Kühe die kalkulierte Ration tatsächlich fressen und nicht selektieren können. Denn dann beschäftigen sie sich im Zweifel lange am Futtertisch, gehen in der Folge seltener zum Melken und das Risiko für eine Pansenübersäuerung steigt.

Otto Kirmaier bestätigt das und ergänzt: „Je weniger Kraftfutter am Melkroboter gefüttert wird, umso besser gemischt muss die Futtertischration sein.“ Dabei zu bedenken sei der höhere Zeitaufwand für das längere Mischen, was zu den Arbeitsabläufen im Betrieb passen muss. Auch das Stalldesign muss zur Fütterung passen. Wenn beispielsweise das AMS eher abgelegen liegt, brauchen die Kühe ggf. mehr Motivation in Form von Lockfutter.

Pelletiert und schmackhaft

Grundsätzlich sollte das Lockfutter nicht zu häufig gewechselt werden. Empfohlen wird pelletiertes Kraftfutter, das die Kühe schneller und komplett aufnehmen. Mehlförmiges Futter hingegen hinterlässt eher Reste, die unerwünschterweise auch Kühe ohne Melkanrecht zum Roboter lockt. „Besonders bei größeren Mengen, sind pansenstabile Produkte mit langsam verfügbarer Stärke sinnvoll. Dafür sollten die Futtermittel mindestens 30 % Körnermais enthalten, sowie beispielsweise Kleie und Melasseschnitzel“, so Kirmaier.

Die Kraftfutter-Ausgabe sollten Landwirte regelmäßig kalibrieren. Eine Dosierrate von 300 bis 400 g pro Minute ist das Ziel. Ebenso müssen die Kraftfutterlisten kontrolliert werden. Wenn beispielsweise gehäuft Restmengen übrig bleiben, gilt es, die Ursachen dafür zu suchen.

Schlussendlich lautet das Fazit von Arnd Grottendieck und Otto Kirmaier: Das Fütterungskonzept muss zum Betrieb passen. Pauschale Lösungen, die zu jeder Herde und jedem Landwirt passen, gibt es nicht.

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