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Tränkeautomaten: Tipps für den Start und den Alltag im Rinderstall

Tränkeautomaten für Kälbergruppen können Arbeitszeit sparen und zusätzlich Infos zur Gesundheit liefern – unsere Tipps für den Umstieg.

Lesezeit: 7 Minuten

Tränkeautomaten für Kälber haben sich in den letzten Jahren von der reinen Fütterungsmaschine zu einem leistungsfähigen Teil des modernen Herdenmanagements entwickelt“, sagt Ilka Steinhöfel vom sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG).

Die Automaten füttern genau nach Plan, registrieren die gefütterte Menge, Konzentration und Fütterungszeit. Bei Bedarf dosieren sie Zusätze und sie erfassen Aktivität, Saugverhalten sowie Körpermasse.

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Doch auch das geht nicht von alleine. „Vor der Anschaffung sollten man sich bewusst machen: Alles was man automatisiert, muss man auch kontrol­lieren“, sagt Joschko Luib vom Landwirtschaftschaftlichen Zentrum Baden-Württemberg in Aulendorf.

Richtig planen

Mit der richtigen Planung lassen sich typische Fehler mit der Tränketechnik vermeiden.

Wo aufstellen? Damit die tägliche Arbeit mit dem Automaten einfach und schnell gelingt, ist der Standort mit entscheidend. Joschko Luib erklärt: „Der Tränkeautomat sollte frostfrei und trocken stehen. Er sollte gut zugänglich sein – und zwar von allen Seiten.“ Wenn möglich, rät er auch dazu, einen Abfluss, Warmwasser-Anschluss und gute Ausleuchtung einzuplanen.

Der Berater empfiehlt eine Inbetriebnahme mit einem Servicetechniker, selbst wenn der Automat selbsterklärend scheint. Einige Hersteller bieten zudem Service- und Wartungsverträge an, die sinnvoll sein können.

Ab welchem Alter? Für das Tränken mit einem Automaten gibt es keine feste Altersgrenze. „Für die ersten Lebenstage hat sich die Einzelhaltung bewährt und selbst dafür bieten Hersteller mittlerweile Systeme an, die bis zu 50 Kälber bis zu acht Mal täglich tränken können“, sagt Stefanie Kewitz LfULG. Wann die Kälber in eine Gruppe umziehen, ist betriebsindividuell und sollte vor allem vom Gesundheitszustand der Kälber abhängig sein.

Wie viele Kälber? „Je jünger die Kälber, umso häufiger sollten sie Milch abrufen können und umso geringer die Zahl der Kälber pro Saugstation“, sagt Ilka Steinhöfel. In den ersten Lebenswochen sollten maximal fünf Tiere in einer Gruppe sein. So ist eine gute Tierkontrolle und Krankheitsprophylaxe möglich. Wenn ein Automat mehrere Stationen bedient, sollten die jüngsten Kälber immer Vorrang haben.

Mit steigendem Alter werden die Kälber robuster, der Anteil an festen Futtermitteln nimmt zu. Dann sind auch größere Gruppen möglich.

„Pro Saugstelle sind aber nicht mehr als 25 Tiere zu empfehlen. Zudem sollte der Altersabstand nicht mehr als zwei Wochen betragen, damit sich die Kälber nicht verdrängen oder stark auseinanderwachsen“, empfiehlt Joschko Luib. Für kleine Betriebe kann es daher schwieriger sein, sinnvolle Gruppen zusammenzustellen. Sie sollten prüfen, ob sich ein Automat rentiert.

Wie anlernen? Nur gesunde und stabile Kälber sollten in eine Gruppe umgestallt werden. Die neue Umgebung, neue Stallgefährten und häufig auch der Futterwechsel fordern den Kälbern einiges ab“, sagt Ilka Steinhöfel. Sie empfiehlt einen Futterwechsel schrittweise und wenige Tage vor der Umstallung zu beginnen.

Steinhöfel rät auch dazu, Kälber nicht mit leerem Magen umzustallen und dann sofort anzulernen: „Besser ist es, die Kälber satt in die Gruppe zu bringen und sich dann zunächst an die Umgebung gewöhnen zu lassen. Nach sechs bis acht Stunden kann das erste Mal angelernt werden.“ Im Anschluss zeigen die Auswertungen der Tränkeaufnahmen, welche Kälber mehr Unterstützung brauchen (siehe „Technik unterstütz bei der Tierkontrolle“)

Reinigen ist das A & O

Nur ein sauberer Automat kann eine hygienische Tränke anrühren. In allen milchführenden Teilen können sich Keime anreichern. Sie müssen regelmäßig gespült sowie gewechselt werden (siehe „Wartung und Kontrolle“).

Eine Reinigung bis an den Nuckel gehört bei vielen neuen Modellen zum Standard, wird aber nicht immer automatisch durchgeführt und muss kon­trolliert werden. Die meist transparenten Milchschläuche ermöglichen eine visuelle Kontrolle der Reinigung.

Das Dosieren der Reinigungsmittel läuft automatisch auf einstellbarem Niveau. Die Dosiertechnik sollte aber aufgrund der Korrosion etwa einmal jährlich gewartet und verschlissene Teile ausgetauscht werden.

Joschko Luib betont: „Neuere Automaten können viele Funktionen scheinbar selbst, dennoch sollte man den Systemen nicht blind vertrauen sondern regelmäßig pflegen, kontrollieren und warten.“ Luib rät auch dazu, die Kälber im Blick zu behalten: Wie ist der Ernährungszustand? Wie wachsen die Kälber? Auch diese Indikatoren geben Hinweise darauf, wie gut der Automat funktioniert. Und Stefanie Kewitz ergänzt: „Die Technik ist kein Ersatz für die visuelle Tierkontrolle. Stattdessen bietet sie die Möglichkeit, die Kälber losgelöst von anderen Aufgaben fokussiert, konzentriert und systematisch zu betrachten, statt fix nebenbei.“




Wartung und Kontrolle: Tränkeautomaten fit halten

Wasser kalibrieren: Das Kalibrieren der Wasser- und Pulvermenge funktioniert in der Regel automatisch, bei älteren Modellen aber noch teils händisch. Dazu den Automaten eine bestimmte Wassermenge, z. B. 800 ml, ausgeben lassen und die tatsächlich ausgegebene Menge im Menü eintragen. So stellt sich das Gerät neu ein.

Wassertemperatur: Milchaustauscher lassen sich nur mit der richtigen Wassertemperatur anmischen. Die optimale Temperatur ist vom jeweiligen MAT abhängig. Zu berücksichtigen ist auch: Einige Tränkeautomaten arbeiten mit unterschiedlichen Anmisch- und Tränketemperaturen, andere mischen und tränken mit der gleichen Tempe­ratur.

Zu niedrige Temperaturen: Pflanzliche Fette lösen sich schwer auf und können die Verdauung stören.

Zu hohe Temperaturen: Kälber verweigern oder verzögern die Tränke.

Reinigen: Sinnvoll ist eine einmalige, besser zweimalige tägliche Reinigung der milchführenden Teile. Das machen neue Geräte mit alkalischen und sauren Spülmitteln automatisch. Sinnvoll ist auch ein Fliegengitter vor dem Anrührbehälter. Auch der MAT-Behälter sollte regelmäßig gereinigt werden.

Pulverauswurf: Der Auswurf sollte täglich kontrolliert werden. Verklebt das Pulver, kann der Auswurf verstopfen und geringere Mengen ausgeben.

Pulver kalibrieren: Einmal im Monat und mit jeder neuen Charge Milchaustauscher sollte die Pulvermenge kalibriert werden. Neue Modelle machen das automatisch. Für das händische Kalibrieren wird das Milchpulver aufgefangen, gewogen und das Gewicht in das Menü eingetragen. So stellt sich das Gerät neu ein. Wichtig zu berücksichtigen ist, ob der Automat den MAT nach Gewicht oder Volumen abmisst.

Tränkenuckel wechseln: Die Nuckel sollten regelmäßig gewechselt werden. Wenn sie von innen verkleben, fördern sie kaum Milch. Sie sind dann oval und zeigen seitliche Risse. Sinnvoll für Automaten sind Nuckel mit Lochung statt Kreuzschlitz (zu schneller Milchfluss).

Wasserdruck: Wenn der Automat an den Hausbrunnen angeschlossen ist, kann es zu Druckschwankungen kommen und die Mischverhältnisse beeinflussen. Ein Druckminderer kann das verhindern. Diese sind in neueren Modellen vorinstalliert.




Technik unterstützt bei der Tierkontrolle

Moderne Kälbertränkeautomaten ­übernehmen nicht nur die tägliche Milchversorgung, sondern liefern auch viele Informationen über Gesundheit und Tierwohl der Kälber. So gibt es Systeme, die bei jedem Besuch die Kälber wiegen und die Daten auswerten. Zusätzlich ­lassen sich bei einigen Modellen Fieberthermometer oder externe Waagen mit der Automaten-Software verbinden.

Auch im Kälberstall ist eine Aktivitätserfassung mittlerweile möglich. Dazu dienen Sensoren in den Halsbändern. Die Daten werden mit Infos über die ­abgerufenen Tränkemengen oder ­Besuchshäufigkeiten kombiniert, um ­frühzeitig schlecht saufende bzw. kranke Kälber beobachten zu können. Zudem gibt es spezielle Halsbänder mit LED-Leuchten. Die sollen Problemkälber ­visuell anzeigen oder das Finden von einzelnen Kälbern erleichtern.

Die Software und Bedienung haben die Hersteller in den letzten Jahren ­immer wieder optimiert. Grafiken er­leichtern die Analyse des Tränkeverhaltens und Anpassung der Tränkekurven. Als Ergänzung zu den Displays am Auto­maten gibt es Apps, um Daten mobil einsehen und bearbeiten zu können.

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