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topplus Schweinehalter vor Aufgabewelle?

Beringmeier: „Der Rückgang der Tierhaltung wird billigend in Kauf genommen!“

Hubertus Beringmeier hat den Eindruck, dass die heimische Schweinehaltung nicht mehr gewollt ist. Wer vom geschlossenen Stall in Ställe mit Außenklima investieren möchten, darf dies bisher gar nicht.

Lesezeit: 3 Minuten

Auf der am Freitag startenden Grünen Woche in Berlin dürfte das Thema Umbau der Tierhaltung ein viel diskutierter Tagesordnungspunkt werden. Hubertus Beringmeier, Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes, jedenfalls fordert von den anwesenden Politikern dringend benötigte Zukunftsperspektiven ein.

„Wenn man die aktuellen Entwürfe der Bundesregierung zum Umbau der Tierhaltung genau unter die Lupe nimmt, dann gewinnt man den Eindruck, dass insbesondere die heimische Schweinehaltung schlichtweg nicht mehr gewollt ist. Die aktuellen Bestrebungen von Minister Özdemir sind weder im Interesse der Landwirtschaft, noch im Sinne der Verbraucher“, beklagt der Landwirt.

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Bereits heute würden von 30 kg Schweinefleisch, die in Deutschland verzehrt werden, 11 kg aus dem Ausland importiert. Ein Trend, der aus Sicht des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes im Zuge des geplantes Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes noch verschärft wird.

Der Berufsstand kritisiert insbesondere, dass der Gesetzentwurf ausschließlich auf frisches Schweinefleisch abzielt. Andere Fleischarten, verarbeitete Produkte und Außer-Haus-Verpflegung bleiben außen vor. „Besonders schmerzhaft für deutsche Schweinehalter ist die Tatsache, dass ausländische Ware nicht kennzeichnungspflichtig ist. Schummeleien beim Import wird damit Tür und Tor geöffnet“, so Beringmeier.

ITW nicht gefährden!

Mit der Initiative Tierwohl, an der bereits 12.000 Schweinehalter teilnehmen, wurde ein praktikables System entwickelt, das die heimische Tierhaltung stärkt. Diese Initiative dürfe nicht gefährdet werden, indem wieder neue Anzeige- und Kontrollsystematiken eingeführt werden. Die Initiative müsse vielmehr in den geplanten Umbau der Tierhaltung einbezogen werden.

Schweinehalter fördern statt ausschließen

Zu dem vom Bundesagrarministerium vorgestellten Eckpunktepapier zum Umbau der Tierhaltung hat WLV-Präsident Hubertus Beringmeier eine klare Meinung: „Es kann nicht sein, dass die Mehrheit der Schweinehalter in Westfalen-Lippe, die das Gros in Deutschland darstellen, von der Förderung zu mehr Tierwohl ausgeschlossen wird. Ich habe den Eindruck, dass die Bundesregierung den aktuellen Rückgang der Tierhaltung billigend in Kauf nimmt. Es braucht Förderkonzepte, die unseren Betrieben Planungssicherheit bieten und nicht zu einem weiteren Wegbrechen der deutschen Schweinehaltung auf den Familienbetrieben führen“, macht der Bauernpräsident deutlich.

So könnten Schweinehalter, die vom geschlossenen Stall in Ställe mit Außenklima investieren möchten, dies bisher gar nicht, weil notwendige Änderungen im Bau- und Immissionsschutzrecht schlichtweg fehlen. Um einen breiten Umbau der Tierhaltung zu erreichen, braucht es nach Einschätzung des Westfälisch-Lippischen Landwirtschafsverbandes durchdachte Förderkonzepte und eindeutige politische Signale, um die heimische Tierhaltung zu stärken.

Rukwied will mit den Besuchern sprechen

Ein Problem bleibt, dass sich die Verbraucher anders verhalten, als ihre Forderungen erahnen lassen. DBV-Präsident Joachim Rukwied kündigte daher am Mittwoch an, auf der Grünen Woche intensiv im Dialog mit den Kunden für mehr Tierwohl in den Ställen zu werben. „Unsere Bauern sind bereit, ihre Ställe umzubauen. Aber da müssen die Verbraucher mitmachen. Wer noch mehr Tierwohl in den Ställen will, muss auch bereit sein, im Supermarkt gezielt nach Tierwohl-Produkten zu greifen und einen etwas höheren Preis zu bezahlen. Sonst kann das nicht funktionieren.“

Mit Blick auf das kommende Jahr ist Rukwied zurückhaltend. Vor allem die unzureichenden Gesetzentwürfe zum Umbau der Tierhaltung machen ihm große Sorgen. „Das ist kein Programm zum Umbau, sondern zum Abbau der Tierhaltung. Wir sind dabei, den Tierhaltungs-Standort Deutschland zu gefährden!“

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