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Preiskrise am Schweinemarkt

Edeka zahlt ein „bisschen“ Bonus

Der LEH bemüht sich derzeit, die Bauern finanziell zu unterstützen. Oft ist es aber nur der Tropfen auf den heißen Stein.

Lesezeit: 4 Minuten

Die existenzbedrohliche Krise bei den Ferkelerzeugern und Schweinemästern ist mehr und mehr Thema im Lebensmitteleinzelhandel. Nachdem Rewe zu Wochenbeginn angekündigt hat, zumindest beim Frischfleisch ab Sommer 2022 auf „5 x D“ umzustellen, teilt das Fleischwerk Edeka Nord GmbH jetzt mit, dass man Gutfleisch-Mästern einen zusätzlichen Aufschlag auf die aktuelle Schlachtschweinenotierung zahlt.

Im Detail sieht das Angebot wie folgt aus: Liegt die Notierung unter 1,30 € je kg Schlachtgewicht (SG), zahlt Edeka 10 Cent Boni. Bei einer Notierung von über 1,30 € wird die Differenz bis 1,40 € aufgestockt. Beispiel: Erhalten die Bauern 1,34 €, legt Edeka 6 Cent obendrauf.

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Auch die Edeka Südwest GmbH hat sich etwas überlegt. Die Regionalgesellschaft betont, dass man im Rahmen des „Gutfleisch-Programms“ ausschließlich auf deutsche Herkunft setzt. Lieferanten sind vor allem Betriebe aus Bayern und Baden-Württemberg. Ebenso stockt man den Preis auf, sobald die Notierung unter 1,40 € je kg SG fällt.

Nur ein Tropfen auf den heißen Stein

Ebenso wie Rewe scheint man sich auch bei Edeka mehr und mehr mit dem Thema Preiskrise bei den Lieferanten zu beschäftigen. So weit, so gut. Bei Lichte besehen lösen die Angebote der Händler die Probleme der Bauern aber nicht. Bei Rewe zum Beispiel ist bislang gar nicht klar, welchen Bonus man zu zahlen bereit ist und vor allem bis wann. Kritisch zu hinterfragen ist auch, warum Rewe erst im Sommer 2022 auf „5 X D“ umsteigen will. Die Krise ist jetzt da und viele Ferkelerzeuger werden finanziell nicht bis zu Sommer 2022 durchhalten, wenn die Ferkelpreise weiterhin so ruinös bleiben.

Bei Edeka scheint man unterdessen davon auszugehen, dass die Preiskrise bald hinter uns liegt. Wie sonst soll man verstehen, warum der jetzt angekündigte Bonus nur bis zum 31. Oktober 2021 gezahlt werden soll. Auch die Ankündigung, dass die Preisstützungs-Maßnahmen der Edeka auslaufen, sobald der Preis auf über 1,40 € je kg SG steigt, hilft nicht wirklich weiter. Rechnet man mit Vollkosten, brauchen die Bauern mindestens 1,70 € je kg SG, um wirtschaftlich über die Runden zu kommen.

Auch wenn die Stützungsmaßnahmen der Händler sicherlich in die richtige Richtung gehen. Mit wenigen Cent Aufschlag und zeitlich begrenzten Stützungsmaßnahmen retten wir die deutsche Schweinehaltung nicht. Was es jetzt braucht, ist ein Umdenken bei allen Beteiligten der Wertschöpfungskette.

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Das sagt Edeka Südwest

von Alfons Deter

In der Mitteilung vom Donnerstag legt Edeka Südwest eingangs Wert auf die Feststellung, dass die Märkte im Südwesten bereits heute schon Schweinefleisch aus der eigenen Zerlegung in Rheinstetten bei Karlsruhe erhalten. Das Fleisch stamme aus rein deutscher Herkunft und der Haltungsform-Stufe 2 oder höher.

Einer der Schwerpunkte liege dabei auf „Gutfleisch“. Bei dem Markenfleischprogramm arbeitet das Unternehmen nach eigener Aussage mit über 400 Landwirten in Bundesländern des Vertriebsgebiets von Edeka Südwest zusammen. Diese profitierten auch in der aktuellen Phase sinkender Marktpreise für Schlachtschweine von einer im Jahr 2020 eingeführten Preisstützung. Darüber hinaus biete Edeka Südwest zugesicherte Abnahmemengen.

Edeka erinnert in dem Zusammenhang daran, dass man bereits im vergangenen Jahr wegen der ASP schnell eine befristete Preisstützungsmaßnahme für die meist familiär geführten Betriebe des Regionalprogramms Gutfleisch eingeführt habe.

Preisstützung und garantierte Abnahmemenge

„Da sich die Situation aktuell weiter anspannt und dadurch Betriebe teils um ihre Existenz bangen müssen, ist unsere Preisstützungsmaßnahme wichtiger denn je“, sagt Andreas Pöschel, Geschäftsführer Edeka Südwest Fleisch. „Den Schweinemästern unseres Regionalprogramms garantieren wir für die angelieferten Schweine weiterhin einen Aufpreis für den Fall, dass die Notierung unter 1,40 € pro Kilogramm Schlachtgewicht fällt. Darüber hinaus gilt eine zugesicherte Abnahmemenge. Das gibt den Landwirten Planungssicherheit“, ergänzt sein Geschäftsführer-Kollege Edwin Mantel.

Der aktuelle Marktpreis liegt bei rund 1,30 € pro Kilogramm Schlachtgewicht. Die Mäster geben einen Teil des Mehrerlöses an die Ferkelerzeuger des Programms weiter. Alle Ferkel stammen von Betrieben aus Bundesländern des Vertriebsgebiets von Edeka Südwest, der Großteil aus Baden-Württemberg und Bayern.

Tierwohl und Regionalität stehen im Vordergrund

Wie Edeka weiter erklärt, sei man Gründungsmitglied und größter Beitragszahler der Branchen-Initiative Tierwohl. Die Artikel der Edeka Südwest-Marke „Gutfleisch“ entsprächen bereits seit mehr als einem Jahr den Vorgaben der Haltungsform-Stufe 2 „Stallhaltung plus“.

Zusätzlich zu „Gutfleisch“ habe Edeka Südwest Fleisch gemeinsam mit landwirtschaftlichen Betrieben in der Region auch Markenfleischprogramme mit noch höheren Tierwohlkriterien entwickelt. Hierzu zählt bereits seit dem Jahr 2013 im Bereich Schweinefleisch die Marke „Hofglück“, deren Produkte mit zwei von zwei möglichen Sternen des Tierschutzlabels „Für Mehr Tierschutz“ des Deutschen Tierschutzbundes gekennzeichnet sind und die höchste Stufe 4 der Kennzeichnung „Haltungsform“ tragen, analog zu Bio-Fleisch, heißt es.

Schwarzwald Bio-Weiderind sei ein weiteres Beispiel für die Regionalprogramme, mit denen Edeka Südwest Fleisch seine partnerschaftlichen und langfristigen Beziehungen zur heimischen Landwirtschaft unterstreicht.

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