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topplus Jungsauen: Zukaufen oder selbst remontieren?

Jungsauenzukauf: Bei der Arbeit nicht verzetteln

Bei Familie Schewe ist der Arbeitsalltag eng getaktet. Deshalb passt der regelmäßige und planbare Zukauf von Jungsauen gut in ihr Betriebskonzept.

Lesezeit: 4 Minuten

Die Eigenremontierung ist vor allem in größeren Sauenbetrieben beliebt. Denn sie reduziert die Gefahr, über die zugekaufte Nachzucht Krankheitsprobleme in den Bestand einzuschleppen. Auswertungen von Sauenplanerdaten zeigen jedoch, dass die Lebensleistung der Sauen in diesen Betrieben geringer ist. Denn Eigenremontierer selektieren häufig nicht so scharf und ersetzen ihre Altsauen früher. Das ist bedauerlich, denn die Sauen erreichen erst im fünften bis sechsten Wurf ihr Leistungsoptimum.

Fakt ist: Beide Verfahren bieten Vor- und Nachteile, der Jungsauenzukauf ebenso wie die Eigenremontierung. Die Entscheidung kann daher nur betriebsindividuell fallen.

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Welche Argumente für den Jungsauenzukauf sprechen und welche für die eigene Remontierung, haben wir mit zwei Ferkelerzeugern diskutiert.

Das Ehepaar Schewe bewirtschaftet einen Ferkelerzeugerbetrieb in Oldendorf im niedersächsischen Landkreis Stade. Derzeit stehen 415 Sauen im Stall, plus Ferkelaufzucht und Mast. Die Schewes bewirtschaften 100 ha Ackerbau, und das Futter bereiten sie in der hofeigenen Mahl- und Mischanlage selbst zu.

Neben Sonja und Oliver Schewe arbeiten ein fester Mitarbeiter, ein Azubi, eine Teilzeitkraft und ein Altenteiler im Betrieb mit. Und auch ihre drei Kinder im Teenageralter übernehmen bereits Aufgaben. Dennoch ist der betriebliche Arbeitsalltag eng getaktet.

Alle sechs Wochen 20 Sauen

Die hohe Arbeitsbelastung ist auch einer der Hauptgründe, warum Schewes die Jungsauen nicht selbst remontieren, sondern zukaufen. „Alle sechs Wochen bekommen wir 20 Zuchtsauen von einem festen BHZP-Vermehrer. Wir arbeiten schon sehr lange mit der Genetik und setzen auf die db.Viktoria-Sau. Die Tiere werden mit Duroc-Ebern belegt, die für Ferkel mit hohen Tageszunahmen sorgen“, erklärt Oliver Schewe.

Die Jungsauen verbringen sechs Wochen in 5er-Gruppen in einem separaten Eingliederungsstall. Dort erhalten sie ein spezielles für den Belegzeitraum konzipiertes Futter mit viel Energie und einem hohen Weizenanteil. Während der Eingliederung impfen Schewes die Jungsauen gegen Parvo/Rotlauf, PRRS, Influenza und APP. Der Kontakt mit den bestandsspezifischen Erregern erfolgt durch den Personenverkehr und durch den Luftaustausch mit dem benachbarten Deckzentrum.

Im Alter von 220 Tagen stallen Schewes die Jungsauen ins Deckzentrum um. Dort bekommen sie Kontakt zum Eber bzw. älteren Bestandssauen und gehen nach der künstlichen Besamung in den Wartebereich mit Gruppenhaltung. Eine Woche vor dem Abferkeln kommen sie in den Abferkelstall.

Strukturierte Arbeitsweise

„Wir arbeiten sehr strukturiert. Dadurch haben wir auch regelmäßig freie Wochenenden oder können einige Tage Urlaub machen. Das ist uns als Familie wichtig. Eine eigene Nachzucht würde zusätzliche Zeit beanspruchen, die wir nicht haben“, so Sonja Schewe. „Außerdem haben wir festgestellt, dass uns das Züchten nicht liegt. Wir sind gut darin, Sauen zu halten und Ferkel aufzuziehen. Und darauf konzentrieren wir uns“, argumentiert Oliver Schewe.

Über den Zukauf der Jungsauen nehmen sie am Zuchtfortschritt teil, ohne sich selbst mit der Zucht beschäftigen zu müssen. Und sie können Zuchtläufer reklamieren, wenn sie nicht tragend werden. Hier finde ihr Jungsauenlieferant immer eine Lösung.

Knapp 34 abgesetzte Ferkel

Die guten Ergebnisse des Betriebs belegen den Erfolg ihrer Strategie. Im Drei-Wochen-Rhythmus mit vierwöchiger Säugezeit setzen sie im Schnitt 33,9 Ferkel pro Sau und Jahr ab. Die Ferkelverluste liegen bei 12,2 % und die Remontierungsrate bei 38,6 %. „Mit den Leistungen sind wir zufrieden, obwohl immer Luft nach oben besteht“, so Oliver Schewe. Aktuell arbeiten sie daran, die Umrauschquote zu senken. Bei den Altsauen liegt sie bei 4,9 %, bei den Jungsauen jedoch bei 17,3 %.

Abläufe weiter optimieren

„Aufgrund der aktuellen Marktlage konzentrieren wir uns darauf, die Abläufe weiter zu optimieren“, berichtet Sonja Schewe. Um unabhängiger vom Ferkelpreis zu werden, strebt das Ehepaar ein Geschlossenes System an. Dazu haben sie kürzlich einen zweiten Maststall in der Nähe erworben. Denn im Moment mästen sie nur gut 60 % ihrer Ferkel selbst.

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