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Lidl: Schnellere Umstellung auf Haltungsformstufe 3 und eigenes Label

Lidl will bei Frischfleisch früher mehr Ware aus Haltungsform 3 listen. Zudem führt Lidl ein eigenes Label ein, rückt die Gesundheit bei Hähnchen in den Fokus und fordert die Politik zum Handeln auf.

Lesezeit: 3 Minuten

Lidl, Deutschlands größter Lebensmitteldiscounter mit über 3.250 Filialen, drückt beim Thema Tierwohl weiter mächtig aufs Gas und setzt sich neue Ziele bei der Umstellung auf höhere Haltungsformen. Wie der Konzern bekannt gab, soll die Umstellung des Frischfleisch-Sortiments der Eigenmarke auf Haltungsform 3 und 4 noch schneller als bislang geplant erfolgen.

Diese Ziele setzt sich das Unternehmen:

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  • Bis Ende dieses Jahres soll die 40 %-Marke bei den Haltungsformen 3 und 4 erreicht werden.

  • Bis Mitte/Ende 2025 werden mindestens 50 % angestrebt.

  • Bis 2030 soll der Anteil der Haltungsformstufen 3 und 4 dann für alle Tierarten bei 100 % liegen.

Wie Christoph Graf, Geschäftsleiter Ware der Lidl Dienstleistung GmbH & Co. KG, einschränkt, werden die Zielmarken aber nur erreicht werden können, wenn eine ausreichende Warenverfügbarkeit gewährleistet ist. Er sieht hier die Politik in der Pflicht. Sie müsse die Vorrausetzungen für den Umbau der Tierhaltung hin zu höheren Haltungsformstufen schaffen.

Ziel ist flächendeckendes 5xD-Angebot

Darüber hinaus setzt Lidl auch in Zukunft auf ein flächendeckendes 5xD-Angebot. Bereits 2022 hat man in Deutschland in allen Filialen unter der Eigenmarke „Metzgerfrisch“ Wurstwaren sowie Frischfleisch von Schweinen, Rindern und Geflügel eingeführt, bei dem die Geburt, Aufzucht, Mast, Schlachtung und Verarbeitung in Deutschland erfolgt. „Bei Frischfleischprodukten, die wir künftig auf Haltungsformstufe 3 umstellen, setzen wir vollständig auf die heimische Landwirtschaft“, versichert Christoph Graf.

Eigenes Lidl-Tierwohllabel für heimische Rindfleischprodukte

Damit Kundinnen und Kunden künftig die Lidl-Eigenmarken der Haltungsformstufe 3 noch besser finden, führt der Discounter aus Bad Wimpfen zunächst bei Rindfleisch ein eigenes Tierwohllabel ein. Ab sofort werden Rindfrischfleischprodukte der Haltungsstufe 3 in allen Lidl-Filialen in Deutschland mit dem neuen Label „Faire Haltung - Zum Wohl der Tiere“ gekennzeichnet.

Das von Lidl in Deutschland entwickelte Label orientiert sich an den Kriterien der Haltungsformstufe 3. Alle gelabelten Rindfleischprodukte stammen zu 100 % aus deutscher Landwirtschaft. Zudem erfordern alle mit dem Label gekennzeichneten Artikel ein bestandenes Audit nach den Kriterien der Initiative Tierwohl (ITW). Damit bekennt sich der Frische-Discounter auch in Zukunft zu dem erfolgreichen, in der Branche gemeinsam erarbeiteten Mehrwertprogramm.

Langfristige Verträge geplant

Lidl wird im Rahmen seiner Tierwohlinitiativen verstärkt langfristige Verträge eingehen, um eine Abnahmegarantie sicherzustellen. Ziel ist, für die Lieferanten mehr Planungssicherheit zu schaffen. Genauere Angaben zu den Vertragslaufzeiten und der Höhe der finanziellen Entschädigung nennt Lidl allerdings nicht.

In Zukunft soll das „Faire Haltung - Zum Wohl der Tiere“-Label tierartübergreifend alle Produkte der Haltungsformstufe 3 im Lidl-Sortiment kennzeichnen.

Aktionsplan Tiergesundheit für Masthähnchen

Neue Wege geht Lidl auch beim Geflügel. Hier steht die Tiergesundheit künftig stärker im Fokus. So wurden unter anderem verpflichtende Anforderungen und Zusatzkriterien definiert, mit denen die Tiergesundheit im Bereich der Masthähnchen verbessert werden soll. Die Erkenntnisse werden in die Brancheninitiativen ITW und QS eingebracht.

Alle Lidl-Partnerbetriebe mit Hähnchenhaltung müssen seit Januar 2024 folgende Punkte umsetzen:

  • Kontinuierliche Reduktion des Antibiotikaeinsatzes.

  • Erhebung zusätzlicher Tiergesundheitsparameter. Damit soll die Tiergesundheit im Einzelbetrieb noch schneller verbessert werden.

  • Betriebe, die Grenzwerte für bestimmte Tiergesundheitsparameter oder im Antibiotikaeinsatz überschreiten, müssen an spezifischen Schulungen teilnehmen.

  • Partnerbetriebe müssen die maximale Transportzeit im Vergleich zum gesetzlichen Maximum mindestens halbieren und Tiertransporte an warmen Tagen durch zusätzliche Kühlmaßnahmen schonender durchführen.

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