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topplus Rationen richtig berechnen

Schweine passgenau flüssig füttern

Die Rationsberechnung gehört zum 1x1 der landwirtschaftlichen Ausbildung. Die Rechnung für eine Flüssigfutterration kann allerdings zur Herausforderung werden. Wir zeigen, wie sie funktioniert. 

Lesezeit: 4 Minuten

Schweine mit flüssigem Futter zu versorgen, bietet viele Vorteile. Der größte Pluspunkt ist, dass Landwirte dabei alle verfügbaren flüssigen, feuchten und trockenen Futtermittel einsetzen können. Neben klassischem Getreide und Mineralfutter kommen dabei z. B. CCM und zahlreiche Nebenprodukte wie Molke infrage. Durch die große Auswahl können Schweinehalter zeitnah auf Preisentwicklungen am Futtermarkt reagieren.

Schnell gelesen

- Eine Futterration zu berechnen, ­gehört zum Handwerkszeug jedes ­ausgebildeten Landwirts.

- Bei flüssigen oder feuchten Futterkomponenten kann die Rations­berechnung insbesondere für Aus­zubildende eine Herausforderung sein.

- Die optimale Konsistenz des Futters hängt unter anderem vom Pump­vermögen der ­Anlage und vom Auf­nahmevermögen der Schweine ab.

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Weil die Komponenten häufig unterschiedliche Trockensubstanz (TS)-­Gehalte aufweisen, ist die Berechnung der Futterration allerdings nicht ganz einfach. In der Praxis lassen Landwirte sie deshalb meist von Beratern oder Futtermittelfirmen erstellen, die dafür Rechenprogramme nutzen.

Landwirtschaftliche Auszubildende sollten jedoch in der Lage sein, eine einfache Mischung aus Trockenfutter und Wasser zu berechnen. Fütterungsberaterin Andrea Meyer von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen erklärt Schritt für Schritt, wie die Rechnung funktioniert:

1. Trockenfutter ­bestimmen

In unserem Beispiel besteht die Ration aus einem Trockenfutter, das mit Wasser vermischt wird. Im ersten Schritt gilt es deshalb, das Trockenfutter zusammenzustellen.

Dafür muss man zunächst den Nährstoffbedarf der Ferkel, Sauen bzw. Mastschweine kennen. Um danach die passenden Anteile der Futterkomponenten auszuwählen, sollten Landwirte bei eigenen Futtermitteln zwingend Nährstoffanalysen durchführen lassen. Standardwerte aus Futtermitteltabellen sind nur ein Kompromiss.

Abschließend ergänzt ein zugekauftes Mineralfutter die fehlenden Mineral- und Aminosäurengehalte der verwendeten Getreide- und Eiweißfuttermittel.

Übersicht 1 zeigt unsere Beispielration. Der TS-Gehalt des Trockenfutters beträgt 88 %.

2. TS-Gehalt ­festlegen

Im zweiten Schritt muss man den späteren TS-Gehalt des fertigen Flüssigfutters festlegen. Er sollte in der Regel zwischen 22 und 29 % betragen.

Der optimale TS-Gehalt hängt u. a. von der Pumpfähigkeit der vorhanden Flüssigfütterungsanlage ab. Diese wird wiederum durch die Länge und den Querschnitt der Futterleitungen sowie der Art der Pumpe bestimmt.

Ebenso spielt das Futteraufnahmevermögen der Tiere eine Rolle. Ferkel brauchen eine hohe Energiedichte, da sie weniger Futter aufnehmen können. Mastschweine dürfen in der Endmast hingegen nicht verfetten.

In unserem Beispiel gehen wir von 24 % TS-Gehalt aus:

24 % = 240 g/kg Flüssigfutter

3. Mischungs­verhältnis ­ermitteln

Im dritten Schritt berechnet man, wie viel Wasser zum Trockenfutter hinzugeben werden muss, um die gewünschten 24 % TS-Gehalt im fertigen Flüssigfutter zu erreichen.

Dazu rechnet man zunächst das Verhältnis der unterschiedlichen TS-Gehalte aus:

880 g TS Trockenfutter/240 g TS Flüssigfutter = 3,67

Aus dem Ergebnis ergibt sich wiederum die erforderliche Wassermenge für die Mischung:

3,67 kg Flüssigfutter - 1 kg Trockfutter = 2,67 kg Wasser

Das Mischungsverhältnis muss also 1:2,67 betragen.

Zur Kontrolle kann man den Wert auf den angestrebten TS-Gehalt des Flüssigfutters umrechnen:

880 g TS Trockenfutter/3,67 kg Flüssigfutter = 240 g TS/kg

4. Mischungs­anteile ­berechnen

Im letzten Schritt müssen die Anteile der Einzelkomponenten (trockene Futtermittel und Wasser) in der Flüssigfuttermischung ermittelt werden. Dazu teilt man den Anteil des Futtermittels aus der Trockenration durch 3 670 g, also durch die Gesamtmasse. Anschließend multipliziert man das Ergebnis mit 100, um den Anteil in Prozent zu erhalten.

Bei Gerste lautet die Rechnung:

(365 g/670 g) x 100 = 9,9 % Gerste

Übersicht 2 zeigt die fertige Mischung.

Beispiel mit Molke

Weil die Komponenten der Trockenfutterration einen einheitlichen TS-Gehalt von 88 % haben, ist das vorgestellte Beispiel noch vergleichsweise simpel zu rechnen. Kommen flüssige oder feuchte Komponenten, wie Molke oder CCM, ins Spiel, muss man den TS-Gehalt gesondert umrechnen. ●

Ein weiteres Rechenbeispiel mit Mol­ke können Sie hier herunterladen:

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