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ISN-Umfrage: So düster beurteilen deutsche Schweinehalter ihre Zukunft

In der Umfrage der ISN zeichnen Deutschlands Schweinehalter trotz aktuell besserer Wirtschaftslage ein schwieriges Bild von den zukünftigen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen.

Lesezeit: 3 Minuten

Wie schlecht ist die derzeitige wirtschaftliche Situation der deutschen Schweinehalter? Und wie zufrieden sind die Landwirte mit der aktuellen Politik? Welche ­Faktoren hemmen die betriebliche Entwicklung derzeit am stärksten? Das wollte die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V. (ISN) mithilfe einer Umfrage herausfinden.

Stichprobe

Vom 15. August bis zum 10. September 2023 gaben insgesamt 492 Schweinehalter ihr Votum ab. Unter den auswertbaren Teilnehmern waren 48 reine Sauenhalter, 194 Kombibetriebe (Sauen und Mast), 247 Mastbetriebe und drei Ferkelaufzüchter.

Die Sauenbetriebe, die sich an der Umfrage beteiligt haben, wiesen im Schnitt eine Bestandsgröße von 562 Sauen auf. Die Mäster bewirtschafteten durchschnittlich 2.377 Mastplätze. Die Bestände waren somit deutlich größer als der Durchschnitt in Deutschland. Laut Viehzählung im Mai 2023 liegt die durchschnittliche Bestandsgröße bei 265 Sauen bzw. 714 Mastschweinen.

Die meisten Rückmeldungen kamen von Landwirten aus Niedersachsen (46 %), Nordrhein-Westfalen (24 %) oder Bayern (16 %).

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Hier die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

Ausstiegswelle bei Sauenhaltern

Fast ein Drittel der Sauenhalter plant den Ausstieg in den nächsten fünf bis zehn Jahren. Ein weiteres Drittel ist noch unentschlossen. Sollten auch diese Betriebe ihre Sauen abschaffen, wären fast 66 % der Ferkelerzeugerbetriebe in Zukunft verschwunden! Bei den Mästern sind sich nur 44 % aller Betriebsleiter sicher, weiterzumachen.

Knackpunkt Abferkelstall

Sauenhalter müssen bis 2036 teure Umbaumaßnahmen im Deck- und Abferkelstall stemmen. Zwar gaben 58 % der Befragten an, den Umbau des Deckstalles zu planen. Wie viele am Ende aber tatsächlich bauen, ist ungewiss. Der größere Knackpunkt ist der Abferkel­stall. Drei Viertel wollen deshalb aussteigen oder sind unschlüssig.

Unklare Förderung hemmt Stallbau

Im Online-Fragebogen der ISN sollten die Schweinehalter auch ihre persönliche Einschätzung zu bestimmten Themen wiedergeben. Die lässt sich jedoch mitunter schwer fassen. Deshalb wurde für einige Fragen die sogenannte Liker-Skala gewählt.

Dabei kann der Umfrageteilnehmer Noten zwischen - 5 und + 5 vergeben, wobei jeder Note eine entsprechende Einschätzung zugeordnet ist, die z. B. von sehr schwierig (- 5) bis sehr einfach (+ 5) reicht. Um die durchnittliche Meinung bzw. das Empfinden der Teilnehmer abzubilden, werden dann alle Noten addiert und der Durchschnitt errechnet. So z. B. bei einer Frage zur geplanten Förderung durch den Bund:

Die Politik in Deutschland streitet seit ­Jahren über die Finanzierung zum Umbau der Tierhaltung in Deutschland. Fast 60 % der Umfrageteilnehmer gaben der derzeit versprochenen finanziellen Förderung des Bundes für Investitionen und die laufenden Mehrkosten die Bewertung - 5. Nur 5 % der Schweinehalter halten sie für ausreichend.

Herausforderung Mitarbeitersuche

Nicht nur die Industrie sucht hände­ringend Personal. Auch die Schweinehalter haben große Schwierigkeiten, Mitarbeiter zu finden. Mehr als 50 % der Betriebsleiter gaben eine - 3 oder schlechter an. Die große Sorge der Landwirte ist, dass sich die ­Situation weiter zuspitzt, da die Ansprüche an Mitarbeiter immer weiter steigen.

Politik beeinflusst Entwicklung der Höfe stark

Klares Ergebnis: Bei der Frage, welche Faktoren die Betriebsentwicklung derzeit am stärksten beeinflussen, nennen fast alle Betriebe (97 %) die politischen Regulierungen. Auf Platz zwei folgt mit über 82 % die Bürokratie. Der zunehmende Arbeitskräftemangel bereitet über 34 % der Umfrageteilnehmer Sorge. Die Vermarktungsoptionen sind nur für 12,6 % der Schweinehalter ein maßgeblicher Faktor Entwicklung ihres Betriebes.

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