Interview

Tierschutzbund: „Die Regierung nimmt ASP nicht ernst!“

Laut dem Präsidenten des Deutschen Tierschutzbunds hätte die Regierung die ASP-Katastrophe verhindern können. Er zieht den Vergleich zu Corona. Hauptproblem sei auch das Haltungssystem.

Nach dem ersten ASP-Fall in einem Haustierbestand in Mecklenburg-Vorpommern kritisiert der Präsident des Deutschen Tierschutzbunds die Regierung scharf. In seinem Statement bezeichnet er die ASP-Vorgänge als „Katastrophe mit Ansage“ und fordert mehr Geld für die Impfstoffentwicklung. Bei Corona habe das auch schnell gewirkt, sagt er. Zum Schluss sieht er dann auch noch das Haltungssystem in Deutschland als Grund für die ASP-Probleme in Deutschland. Steile Thesen und Grund genug bei Thomas Schröder mal nachzuhaken:

Sie kritisieren die ASP-Bekämpfung der Regierung. Was hätte die Regierung aus Ihrer Sicht konkret anders machen müssen?

Thomas Schröder: Die Regierung hätte die Forschung frühzeitig fördern müssen. Das betrifft sowohl mögliche Impfstoffe, aber auch Untersuchungen zu den tatsächlichen Übertragungswegen bzw. deren Wahrscheinlichkeiten - etwa bzgl. einer Übertragung durch Vögel oder Schadnager. Zur dringenden Notwendigkeit von Hygienemaßnahmen und anderen Schutzmaßnahmen vor einem Eintrag der ASP hätte es eine konsequentere bundesweite Aufklärung aller schweinehaltenden Betriebe geben müssen. Außerdem fehlte es komplett an...


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+++ Aktualisiert am 18.11.21 um 14.00 Uhr +++

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