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topplus A2-Milch

Zweifel an A2-Milch

Ist A2-Milch gesünder als normale Kuhmilch? Um diese Frage zu beantworten, wertete das Kompetenzzentrum für Ernährung verschiedene Studien aus.

Lesezeit: 3 Minuten

Immer mehr Verbraucher kaufen A2-Milch, immer mehr Landwirte produzieren sie. Daher hat das Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn) in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftlernetzwerk Cochrane Deutschland es sich zur Aufgabe gemacht, die Diskussionen um A2-Milch wissenschaftlich zu begleiten. Nun präsentierten die Forscher den „Wissenschaftlichen Status Quo“ in der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft in Freising.

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A2-Milch ist dafür bekannt, besser verträglich zu sein. Denn im Gegensatz zur A1 Milch beinhaltet die A2-Milch das Milcheiweiß A2 beta-Casein. Dies beinhaltet statt der Aminosäure Histidin wie beim A1 beta-Casein die Aminosäure Prolin. Und diese wiederum verhindert das Abspalten von BCM-7, welches Auswirkungen auf die Gesundheit haben soll.

Um die bessere Verträglichkeit und die gesundheitlichen Vorteile von A2-Milch nachzuweisen wurden weltweit viele Studien durchgeführt. Aus diesem großen Pool wählten die Forscher 21 für die Fragestellung relevante Studien heraus und bewerteten sie wissenschaftlich. Die Studien untersuchten zum Beispiel den Zusammenhang von neurologischen Störungen, Typ 1 Diabetes und Magen-Darm-Symptomen mit der A1 und A2-Milch.

Studien nicht aussagekräftig

Die Ergebnisse waren zweigeteilt: Einige Studien stellten einen Zusammenhang fest, andere wiederum nicht. Gründe dafür könnten unterschiedliche Studienteilnehmer oder Vergleiche sein. Außerdem gab es oft Mängel in der Durchführung und Auswertung. Die Vertrauenswürdigkeit der Ergebnisse schätzen KErn und Cochrane somit als sehr gering bis moderat ein. Die Studien konnten die Vorteile von A2-Milch weder bestätigen noch widerlegen.

„Sowohl in die positive als auch die negative Richtung gibt es keine Evidenzen für die A2-Milch“, fasst der Direktor von Cochrane, Prof. Dr. Jörg Meerpohl, zusammen.

Aufgrund des Mangels an wissenschaftlichen Belegen empfiehlt daher auch die Verbraucherzentrale Bayern die A2-Milch als „bessere Milch“ nicht. Die Bewerbung der A2-Milch als besonders gesundes Produkt ist außerdem nicht erlaubt.

Besser als vegane Drinks

Prof. Dr. Gerd Hazer, Lebensmitteltechnologe und Ernährungswissenschaftler sieht die A2-Milch aber auch als Chance um die jährlich 100.000-200.000 verlorenen Milchkonsumenten von Hafer-, Soja und sonstigen Alternativen zurück zur Kuhmilch zu bringen. Er ist aber der Meinung, dass es sich hierbei eher um ein weiteres Geschäftsmodell handele, als um ein bahnbrechendes Produkt.

Landwirte, die selbst A2-Milch produzieren sind sich dennoch sicher über die Wirkung. Sie bekommen tagtäglich positive Rückmeldungen von Kunden, die normale Milch nicht gut vertragen, aber mit A2-Milch keine Probleme mehr haben. Ihnen ist in der Diskussion trotzdem wichtig, dass A1 und A2-Milch nicht in gut und schlecht eingeteilt werden.

Wissenschaft hintendran

Im Fall der A2-Milch könnte es sein, dass der Markt weiter als die Wissenschaft ist. Möglicherweise wachsen Nachfrage und Produktion weiter, bevor Forscher beantworten können, ob die A2-Milch wirklich einen Mehrwert bietet. Denn die Studien dafür sind aufwendig – und entsprechende Ergebnisse liegen noch nicht vor.

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