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Streifenförmige Gülleausbringung: Technik gegen Güllewürste

Bei der bodennahen, streifenförmigen Gülleausbringung auf Grünland macht dicke Gülle häufig Probleme. Wir stellen Verteilerdüsen und weitere Verfahren vor, die Güllewürste minimieren können.

Lesezeit: 6 Minuten

Dieser Beitrag erschien zuerst in top agrar-Süd extra 04/2022 und wurde nun erneut veröffentlicht.


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Schnell gelesen

  • Bei gleichbleibender Güllemenge reduzieren sich Güllebänder, wenn man den Abstand zwischen den Düsen verkleinert.
  • Aufteildüsen gibt es von verschiedenen Herstellern. Sie teilen den Güllestrom in zwei oder drei Bänder auf.
  • In Ackerkulturen und bei langen Grasbeständen haben die breiteren Düsen keine Vorteile.



Auf Grünland darf man ab 2025 Gülle nur noch bodennah ausbringen. Dafür gibt es drei etablierte Techniken: Schleppschlauchverteiler, Schleppschuhverteiler und Schlitzgeräte. Besonders in Hanglagen eignen sich marktübliche Schlitzgeräte aufgrund ihres hohen Gewichts nicht sehr gut. Schon bei Arbeitsbreiten von nur etwa 5 bis 7 m liegen die Gewichte um 1,5 t. Ein Ansatz sind hier gezogene Schlitzgeräte mit eigener Achse, wie z. B. das Pel-Tuote Oy Gramline 8M. Sie lassen sich auch an kleinere Fässer anhängen. Sind die Einsatzbedingungen hingegen günstiger, können Schlitzgeräte an großen Selbstfahrern Arbeitsbreiten von bis zu 18 m erreichen.

Schleppschlauchgestänge bauen im Vergleich der drei Geräte am leichtesten. Es gibt Versionen mit bis zu 36 m. Je nach Hanglage sind Breiten bis 15 m händelbar. Wie der Name schon sagt, sollen die Schläuche über den Boden geschleppt werden, sodass die Gülle möglichst bodennah austritt. Je nach Trockensubstanzgehalt und Menge können sich hierbei jedoch Güllewürste bilden, die sich nur schwer durch Regen auflösen. Je nach Grünlandbestand und Wuchshöhe kann die Gülle oberflächlich auf den Gräsern aufliegen.

Diesem Problem sollen Schleppschuhverteiler entgegentreten. Mit ihren Kufen, die einzeln an Federstählen aufgehängt sind, führen sie den Schlauch direkt über den Boden und erzeugen je nach Witterungs- und Bodenbedingungen einen kleinen Schlitz. Etwas längeres Gras streifen die Kufen zudem zur Seite, sodass die Gülle nicht auf das Gras gelegt wird. Aber auch hier können sich Güllewürste bilden. Schleppschuhverteiler gibt ab 3 m Arbeitsbreite. In Hanglagen sind Größen von 6 bis 12 m gängig. Für ebenere Flächen gibt es Modelle mit bis zu 30 m Arbeitsbreite.

Allen drei System gemein ist, dass die Gülle über Schläuche zu den einzelnen Arbeitselementen bzw. Ausläufen gelangt. Verteilerköpfe teilen den Güllestrom auf die 40 bis 60 mm großen Schläuche auf. Diese Verteiler haben integrierte Schneidelemente, damit die Übergänge zu den Schlauchabgängen nicht verstopfen. Die Elemente sind Verschleiß ausgesetzt. Bei sehr strohhaltiger Gülle können die Verteilerköpfe trotzdem verstopfen.

Abhilfe für Güllewürste können kleinere Güllegaben sein. Der anstehende Regen kann diese besser in den Boden „einwaschen“. Auch lässt sich die Gülle mit Wasser verdünnen. Dadurch können die Nährstoffe besser in den Boden eindringen. Nachteile sind die hohen Ausbringkosten und höhere nötige Lagervolumen.

Mehr Auslässe, kleinere Güllestreifen

Eine weitere Möglichkeit ist, die Gülle auf mehr Auslässe zu verteilen und damit kleinere Streifen zu erzeugen. Die Verteiler mit mehr Ausgängen auszustatten und die Schläuche auf einen geringeren Strichabstand einzustellen, wäre eine Lösung. Doch das macht die Geräte deutlich teurer und schwerer.

Deshalb haben mehrere Firmen spezielle Düsen entwickelt, die die Gülle kurz vor dem Auslass aufteilen. Dazu ein Beispiel: Bei einer ausgebrachten Menge von 30 m³/ha fließen bei einem Schlauchabstand theoretisch 0,75 l durch jede Düse auf einem laufenden Meter. Halbiert man die Menge pro Auslass, sind es dementsprechend noch 0,375 l/m. Die einzelnen Streifen sind schmaler und wachsen nicht so schnell mit dem Gras hoch. Nachteilig ist jedoch die größere Verdunstungsoberfläche. Zwei solcher schmaleren Streifen sind in Summe etwa ein Drittel breiter als ein einzelner Streifen. Das reduziert wiederum die Effizienz.

Verschiedene Anbieter für Mehrfachdüsen

Zunhammer bietet die sogenannte Duplo-Düse an. Der aus Kunststoff gefertigte Auslass teilt die Gülle auf zwei Auslässe auf. Dabei ist der Auslass nicht rund, sondern oval geformt. So sollen möglichst schmale Streifen entstehen. Im Bereich der Aufteilung sind die Düsen sehr groß ausgeformt. Das soll Verstopfungen verhindern. Unterhalb der Kunststoffdüse befindet sich ein Blechteil mit zwei Kufen. Eine solche Düse wiegt etwa 0,7 kg und ist damit etwas schwerer als die Standarddüse von Zunhammer. Ab Werk kostet eine Düse 38 € Aufpreis. In der Nachrüstung sind inklusive neuer Blattfeder 137 € zu zahlen. www.zunhammer.de

Update: Zur Saison 2023 hat Zunhammer eine Variante der Duplo-Düse speziell für den Ackerbau vorgestellt:

Auch Fliegl bietet mit der Twin eine Düse an, die den Güllestrom auf zwei Streifen verteilt. Der Auslass ist komplett aus Stahl gefertigt. Die Düsen sind für Schläuche mit einem Durchmesser von 40 mm geeignet. Die gut 1,24 kg schwere Fliegl Twin gibt es für etwa 81 €. www.agro-center.de

Ganz neu im Markt ist der Praktiker Christoph Hanslmeier mit seiner Schleppschuhdüse (top agrar berichtete): Um direkt nach der Mahd die Gülle möglichst in kleinen Streifen ins Grünland zu bekommen, entwickelte der Landwirt eine Düse, die den Güllestrom in drei Streifen unterteilt. Besonderheit an der aus Blech gefertigten Düse ist die offene Bauform. Gekantete Stege teilen den Güllestrom auf. Stroh oder Ähnliches kann so keine Verstopfungen erzeugen. Wichtig bei dieser Düse ist vor allem ein kurzer Grasbestand. Ist das Gras zu lang, kämmt die 20 cm breite Düse die Halme zu Boden und legt die Gülle darauf ab. Die verzinkte Düse vertreibt Christoph Hanslmeier für 84 € pro Stück. www.schleppschuhduese.de

Nachteile der Doppeldüsen und Alternativen

Beim Einsatz mit Doppeldüse ist zu beachten, dass Kurvenfahrten eine erhöhte Belastung auf die Blattfedern bewirken. Zudem können Reihenkulturen kaum mit den breiteren Düsen gedüngt werden. Denn sobald z. B. eine Maisreihe mittig unter die Düse kommt, knicken die Pflanzen ab. Das sind Gründe für die Einzeldüse.

Um hier die Güllewürste zu verhindern, kann man alternativ auch auf die Separation zurückgreifen. Die flüssige Phase mit einem höheren Ammonium-Anteil infiltriert schneller in den Boden. Die feste Phase lässt sich z. B. als Boxeneinstreu verwenden oder auf unbestellten Ackerflächen mit dem Miststreuer verteilen. Jedoch kostet die Technik zusätzlich und die Humuszufuhr auf den Grünlandflächen ist geringer als bei der klassischen Düngung.

Liegen die Güllebänder einmal in der Wiese, kann ein anschließender Striegelgang helfen, die Würste auseinanderzureißen. Das Zeitfenster für diesen Arbeitsgang ist jedoch auf einen noch jungen Grasbestand begrenzt.

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