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Ab Stage V

Claas gibt hydrierte Pflanzenöle als Kraftstoff für Traktoren und Erntemaschinen frei

In Erntemaschinen und Traktoren geht es auch in Zukunft nicht ohne flüssigen Kraftstoff. Ab 1. Oktober 2023 gibt Claas daher bei den Stage V-Motoren die Alternative HVO frei.

Lesezeit: 4 Minuten

Claas gibt hydrierte Pflanzenöle, auch bekannt als Hydrotreated Vegetable Oils (HVO), für alle Landmaschinen der neuesten Abgasstufe (Stage V) frei. Somit können die Maschinen künftig mit diesem nachhaltigen, flüssigen Biokraftstoff betrieben werden.

Claas-Traktorenmanager Dr. Martin von Hoyningen-Huene sieht bei leistungsstarken Landmaschinen auf absehbare Zeit keine Alternative zum Verbrennungsmotor. Daher seien Lösungen gefragt, um die fossilen Emissionen dieser Antriebsart zu verringern, ohne signifikante Nachteile bei Herstellungskosten, Verbrauch, Gewicht und Haltbarkeit in Kauf nehmen zu müssen. Hydrierte Pflanzenöle sind seiner Überzeugung nach dafür hervorragend geeignet, zumal sie bereits heute zur Verfügung stehen und sofort ihre positiven Umwelteffekte entfalten.

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Nachhaltiges Argument für den Verbrennungsmotor

In der Landwirtschaft dominieren die Dieselkraftstoffe als Energiequelle für mobile Arbeitsmaschinen. Gleichzeitig erfordern die Klimaziele Alternativen zu fossilen Kraftstoffen. Eine schrittweise Defossilisierung landwirtschaftlicher Produktionsprozesse und der Landtechnik ist somit in mehrfacher Hinsicht notwendig und wird die Entwicklung zukünftiger Antriebsoptionen prägen. Diese wird nur durch unterstützende politische Leitplanken eine entsprechende Relevanz in der Praxis erfahren.

Während in niedrigen Leistungsbereichen der batterieelektrische Antrieb auch Vorteile bietet, stößt diese Technologie mit steigendem Leistungs- und Energiebedarf an ihre Grenzen. Ein Jaguar Feldhäcksler mit batterieelektrischem Antrieb wäre heute bei vergleichbarer Leistung und Reichweite mindestens doppelt so groß und doppelt so schwer wie ein aktuelles Modell mit Verbrennungsmotor und flüssigem Kraftstoff.

Auch gasförmige Kraftstoffe wie Methan oder Wasserstoff gehen mit signifikanten Nachteilen hinsichtlich ihrer Energiedichte und damit der benötigten Energiespeicher einher. Class vertritt daher einen technologieoffenen Ansatz, da für eine umfangreiche Defossilisierung des Agrarsektors vielfältige Lösungsansätze unter Berücksichtigung ihrer Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit in Betracht gezogen werden müssen.

Patrick Ahlbrand, zuständig für die Produktstrategie, sieht Batterietraktoren nur bei hofnahen Anwendungen, leichten Feldarbeiten oder Kommunalarbeiten als geeignete Alternative an. Für selbstfahrende Erntemaschinen und Großtraktoren ab 150 PS gebe es auf absehbare Zeit dagegen keine sinnvolle Alternative zu flüssigen, nachhaltigen Kraftstoffen, sagt er.

Beliebig mischbar und sofort verfügbar

Gegenüber anderen Technologien und Kraftstoffen bietet die Nutzung von HVO laut dem Hersteller einige Vorteile. So erfordert der Kraftstoff weder eine Umrüstung von Stage V Maschinen noch den Austausch einer Maschine, sie kann einfach mit HVO betankt und ohne Einschränkungen genau wie zuvor auch mit Diesel genutzt werden.

Zudem lassen sich die bestehenden Hoftankstellen ohne Um- oder Nachrüstung weiter nutzen, was die Landwirte und Lohnunternehmer besonders erfreut. Durch die mit fossilen Kraftstoffen vergleichbaren Kraftstoffeigenschaften gibt es keine nennenswerten Einbußen hinsichtlich Leistungsfähigkeit, Einsatzdauer, Verschleiß oder Haltbarkeit, erklärt Claas weiter.

HVO kann in Reinform (HVO100) sowie im beliebigen Verhältnis gemischt mit herkömmlichem Dieselkraftstoff als Drop-In-Fuel verwendet werden. Bei der Verwendung von HVO100 können die CO2-Emissionen im Vergleich zum fossilen Diesel über den gesamten Lebenszyklus um bis zu 90 % reduziert werden. Gleichzeitig werden bei der Verbrennung weniger Stickoxide und Feinstaub emittiert. Durch Abfall- und Reststoffe als Rohstoffbasis müssen außerdem keine zusätzlichen Pflanzenöle für die Kraftstoffproduktion erzeugt werden, sodass die Konkurrenz zu Nahrungsmitteln minimiert wird.

Bereits heute gute Verfügbarkeit

Zur Herstellung von HVO werden neben Pflanzenölen überwiegend Abfall- und Reststoffe eingesetzt, darunter vor allem gebrauchtes Speiseöl und tierische Fette. Im weiteren Produktionsprozess werden die biogenen Rohstoffe in einer Reaktion mit einer geringen Menge Wasserstoff (Hydrierung) in Kohlenwasserstoffe umgewandelt. Durch diesen Prozess werden die Pflanzenöle in ihren Eigenschaften an fossile Kraftstoffe angepasst und können so als Energieträger in mobilen Arbeitsmaschinen als Dieselersatz verwendet werden.

In vielen Ländern ist der Kraftstoff bereits flächendeckend an Tankstellen in der Reinform HVO100 oder als Beimischung im herkömmlichen Diesel-Kraftstoff erhältlich. Hingegen wird der Verkauf von HVO100 in manchen Ländern bislang nur im Rahmen geschlossener Nutzergruppen, beispielsweise Betriebstankstellen, ermöglicht. Die internationalen Bestrebungen deuten jedoch auf eine baldige, länderübergreifende Verfügbarkeit von HVO100 unter der Kraftstoffnorm DIN EN 15940 (Paraffinischer Dieselkraftstoff aus Synthese oder Hydrierungsverfahren) hin.

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