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Saattechnik der Zukunft

Horsch baut Prototyp für 10,6 m Solus-Großflächenmaschine

Auf der Agritechnica stellt Horsch das Thema Ablagepräzision sowie Engsaat mit Vorteilen des AirSpeed Dosierers vor. Die Firma arbeitet zudem an einer neuen zukunftsfähigen Sämaschine.

Lesezeit: 5 Minuten

Eines der Zukunftsthemen, das bei der Aussaat eine große Rolle spielt, ist die Präzision, also Tiefe, Standraum und Einbettung des Saatguts. Horsch arbeitet nach eigener Aussage seit Jahren intensiv an diesen Punkten und habe so ein immer besseres Level der Ablage von Getreide- und Rapssaatgut mit der Scheibenschartechnik erreicht.

Im Laufe der Zeit kamen auch stets weitere Herausforderungen hinzu, wie z.B. die Reduzierungsziele im chemischen Pflanzenschutz, der Wegfall von Wirkstoffen oder die veränderten klimatischen Rahmenbedingungen, auf die es zu reagieren gilt.

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„Die präziseste Schartechnik, die wir heute zur Verfügung haben, ist die Einzelkornreihe aus unserer Maestro Baureihe“, fasst Philipp Horsch zusammen. Die Exaktheit kommt aus der Kombination eines Doppelscheibenschars mit seitlicher Tiefenführung unmittelbar an der Stelle, an der auch das Saatgut abgelegt wird. „Tiefe können wir viel besser und konstanter halten, wenn wir nicht hinter der Reihe, sondern direkt an der Säscheibe zwei Führungsräder laufen lassen“, erklärt er die Grundsätze.

Zudem werde durch die gleichmäßige Rückverfestigungswirkung der beiden seitlichen Tiefenführungsrollen links, rechts und unterhalb der Saatrille eine perfekte, vergleichmäßigte Keimzone für das Saatkorn geschaffen. Dies kombiniert mit der besseren Tiefenführung sind seiner Meinung nach die zwei wesentlichen Faktoren für den so gleichmäßigen und sicheren Auflauf, den man von Maisdrillen her kennt.

Bedarf an größeren Arbeitsbreiten

Um die Präzision eines Einzelkornaggregates zu nutzen, sind größere Reihenabstände notwendig. Mit der Pronto DC sind Reihenabstände von 15 cm etabliert worden. „Wir sprechen bei der Engsaat mit Einzelkornaggregaten aber von Reihenabständen ab 22,5 cm. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben uns gezeigt, dass ein größerer Reihenabstand in sehr vielen Regionen ackerbaulich funktioniert und die Erträge damit nicht zurückgehen. Hier zehren wir von sehr viel Wissen“, erklärt Philipp Horsch.

Der Logik folgend hat der Hersteller den AirSpeed Dosierer auf den schlanken Maestro Körper gesetzt und eine Maschine mit einem Strichabstand von 22,5 cm gebaut. Die weite Reihe mit gleichmäßig entwickelten Pflanzen und gleichmäßigerer Standraumverteilung in der Reihe könne mehrere Zukunftsthemen gleichzeitig bedienen. Unter anderem die mechanische Unkrautregulierung. Und durch eine verbesserte Belüftung der Reihen und kürzere Phasen der Blattnässe ist es möglich, gesündere Pflanzenbestände zu erreichen - ein wesentlicher Punkt in Bezug auf die Reduktion von chemischem Pflanzenschutz.

„Letzten Sommer haben wir begonnen, die ersten Versuche in Deutschland in der Flächenaussaat zu machen“, erklärt Philipp Horsch. Die ersten Tests mit einem 3-Punkt Gerät von sechs Metern waren sehr vielversprechend. „Der neue Engsaatkörper funktioniert. Natürlich gibt es auch Anpassungsbedarf, aber grundsätzlich funktioniert es“, freut sich Philipp Horsch.

Die neue Solus

Nun steht das neue Großflächenprodukt Solus an. „Damit wollen wir den Anforderungen unserer Landwirte gerecht werden,“ erklärt Philipp Horsch. Aktuell wird ein 10,6 m breiter, 47-reihiger Prototyp der Solus gebaut. Im Herbst dieses Jahres sollen die ersten Tests bei der Aussaat von Weizen, Raps, Roggen und Gerste durchgeführt werden, nächstes Jahr im Frühjahr dann mit Bohnen und Rüben. Auf Basis der daraus gewonnenen Erkenntnisse müsse man sehen, wie es mit der Reihe weitergeht und welche Dinge noch angepasst werden müssen.

Mit der Kombination von Engsaatkörper und AirSpeed Schussdosierer geht Horsch einen neuen Weg, der auf Erfahrungen und Komponenten der letzten Jahre basiert. Zentrale Fragen dabei sind, ob dieses Verfahren das Zeug zu einem neuen Trend in der Saat hat, wo die Grenzen der Maschine liegen und für welche Gegebenheiten sie geeignet ist.

„Mit diesen Fragen beschäftigen wir uns sehr intensiv“, erklärt Philipp Horsch. „Das Ganze muss man auch immer kritisch hinterfragen,“ betont er. Einschränkungen können z.B. späte Saat oder auch Nässe sein. Es werden immer wieder auch Situationen kommen, in denen das parallelogrammgeführte Säaggregat an seine Grenzen stößt.

Potenziale und Grenzen

In gewissen Regionen und Ackerbaubedingungen würde die Maschine sehr gut funktionieren, in anderen weniger gut. Aufgrund des Gewichts der Solus seien vor allem nasse Regionen eine Herausforderung. Zu guten Zeitpunkten sei hochpräzises Arbeiten möglich, aber es werde auch Zeitpunkte geben, zu denen man eine Alternative benötige. „Eigentlich sind auch Maschinen, die wir heute schon haben, gelegentlich schon zu schwer,“ fügt Philipp Horsch hinzu.

Großes Potenzial sieht er dagegen in trockenen Regionen. So kann bei der Solus Reihe die Saattiefe einfacher als beispielsweise bei der Pronto reguliert werden. Was besonders mit Blick auf die Zukunft und sich verändernde Wetterbedingungen ein großer Vorteil ist. Dadurch kann eine ideale Nutzung von Ressourcen wie Wasser oder Nährstoffen gewährleistet werden.

Welche Märkte sich dann für die Solus Reihe ergeben, wird sich zeigen. „Wir wissen, was die Potenziale sind. Wir wissen aber auch, wo die Grenzen liegen“, erklärt Philipp Horsch. Man dürfe nicht zu blauäugig sein und behaupten, diese Maschine sei für alle Regionen und Gegebenheiten gleichermaßen geeignet, sondern man müsse die spezifischen Anforderungen und Gegebenheiten der jeweiligen Gebiete berücksichtigen.

Dennoch sieht er in der Solus und der darin verbauten Kombination aus Engsaat und AirSpeed System das Potenzial, zu einer „wichtigen Form des Säens der Zukunft zu werden“. Vor allem mit Blick auf sich verändernde Rahmenbedingungen würde das Ganze rund werden. Dennoch werde es eine Herausforderung bleiben, auf Volatilität reagieren zu können.

Auf der diesjährigen Agritechnica im November soll das Thema Engsaat sowie das neue Saatverfahren mit der Kombination von Engsaat und den Vorteilen des AirSpeed Dosierers, das auf langjährigen Erfahrungen und Entwicklungen basiert, am Stand von Horsch vorgestellt werden.

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