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Pöttinger Mähkombinationen Novacat V 8400 und V 9200 im top agrar-Test

Mit den beiden Mähkombinationen Novacat V 8400 und V 9200 ersetzt Pöttinger die bisherigen Baureihen X8 und A9. Was die Neuen anders machen, haben wir anhand einer Vorserienmaschine überprüft.

Lesezeit: 6 Minuten

Einfacher, kompakter, leichter – diese drei Eigenschaften waren Ziele bei der Entwicklung der neuen Mähkombinationen Novacat V 8400 (8,12 bis 8,38 m Arbeitsbreite) und Novacat V 9200 (8,95 bis 9,20 m Arbeitsbreite) von Pöttinger.

Um herauszufinden, ob das gelungen ist, haben wir ein Novacat V 9200 ED im dritten Schnitt in der Nähe des österreichischen Attersees eingesetzt. ED steht für den montierten Zinkenaufbereiter, der sich neben dem Rollenaufbereiter (RC) in der Optionsliste befindet.

Näher am Traktor

Vom Traktor verlangt die Mähkombi nicht viel. Der Anbaubock ist auf Ober- und Unterlenker der Kategorie 3 aus­gelegt. Dank verstellbarer Bolzen lässt sich die Weite auch auf Kategorie 2 ­verschmälern. Die Mähkombi belegt ein doppeltwirkendes Steuergerät mit Schwimmstellung. Für die Funktionen Heben, Senken und Klappen gibt es eine Vorwahlschaltung.

Am Anbaubock fällt auf, dass er im Vergleich zu den Vorgänger­modellen näher an den Traktor gewandert ist – und mit ihm der Schwerpunkt. Möglich machen das gekröpfte Ausleger. Positiver Nebeneffekt: Anbaubock und Ausleger sind gemeinsam nun etwa 250 kg leichter als beim ­Novacat A9. Das Gesamtgewicht des Novacat V 9200 ED gibt Pöttinger mit 2.620 kg an.

Am äußeren Ende der Ausleger befinden sich jeweils zwei Bohrungen zur Befestigung der Mäheinheiten – je nachdem, wie groß die Überlappung mit dem Frontmähwerk sein soll. Die jeweils innere Bohrung empfiehlt Pöttinger für die Kombination mit 3 m-Frontmähwerken und/oder hügeliges Gelände. Die äußeren Bohrungen für Frontmähwerke größer 3 m oder ebenes Gelände, auf dem weniger Überlappung notwendig ist.

Bei unserer Testmaschine waren die Mähbalken passend zum 3,04 m breit mähenden Novacat 301 Alpha Motion Pro an der Fronthydraulik und dem hügeligen Gelände in den inneren Bohrungen montiert. Damit lag die Arbeitsbreite der Mähkombination bei 8,95 m, die Überlappung rechts und links bei je etwa 50 cm. Ab Werk sind die Gelenkwellen zwischen Mähbalken und Verteilergetriebe nicht teleskopierbar – wer die Arbeitsbreiten ändern will, muss die Gelenkwellen also ent­weder tauschen oder (einmalig) mit der Flex anpassen.

Bekannter Mähbalken

Die Mäheinheiten an sich sind von anderen Mähwerken aus Grieskirchen bekannt. Angetrieben werden sie traktorseitig mit der 1.000er-Zapfwelle. Ein ­T-Verteilergetriebe leitet die Kraft über je eine Gelenkwelle nach rechts und links in die Mähbalken. Von dort geht es über einen Riemenantrieb (mit Freilauf) zum Aufbereiter.

Beim Novacat V 9200 sind die Mähbalken 3,46 m breit, beim kleineren Novacat V 8400 3,04 m. Bei unserer Testmaschine waren Hochschnittkufen montiert, die die Schnitthöhe um 20 mm auf 80 mm erhöhen. Wer noch höher Mähen will, findet auch 40 mm-Kufen in der Zubehörliste. Die Balken sind mittig pendelnd aufgehängt, der Pendelweg liegt bei + 20 ° bzw. - 16 °. Im Testeinsatz klappte die Bodenanpassung gut.

Hydraulikzylinder übernehmen die Entlastung der Mähbalken. Der Entlastungsdruck kann für jede Seite einzeln eingestellt werden – allerdings nur im Stand, da dafür dasselbe Steuergerät zum Einsatz kommt wie für die sonstigen Funktionen. Auch wenn der Auf­lagedruck in der Regel nicht so oft verändert wird, hätten wir uns zumindest die Option gewünscht, dafür ein eigenes Steuergerät zu verwenden. Gut gefallen haben uns hingegen die beiden Druckmanometer, inklusive Pfeilmarkierung für den Optimaldruck, die auch vom Fahrersitz gut ablesbar sind.

Hydraulisch gesichert

Die Anfahrsicherung ist ebenfalls hy­draulisch ausgeführt. Trifft der Mähbalken auf ein Hindernis, schwenkt er nach hinten. Das erhöht gleichzeitig den Druck im Entlastungszylinder, sodass der Balken auch etwas angehoben wird – praktisch. Nach dem Hindernis schwenkt der Balken automatisch wieder in die Ausgangsposition zurück.

Eine weitere praktische Hydraulikfunktion ist der Vorgewendeaushub – ohne Hubbegrenzer oder Sensoren: Ein Zylinderanschlag markiert die Endposition, je ein kleiner Hydraulikzylinder zentriert die Mähbalken anschließend, sodass sie nicht pendeln können.

Zum Straßentransport schwenken die Ausleger hydraulisch um 92 ° nach oben, sind in Transportstellung also leicht nach innen geneigt. Dort hält sie je eine hydraulisch angesteuerte Verriegelung. Bei unserer Testmaschine klappten die beiden Seitenschutztücher automatisch mit ein – komfortabel. Warntafeln und eine LED-Beleuchtung gehören übrigens zur Serienausstattung.

Abstellen kann man das Novacat V 9200 ED ein- oder ausgeklappt. Zwei Abstellstützen vorne und eine Doppelstütze hinten sorgen dafür, dass das Mähwerk nicht kippt.

Bekannter Aufbereiter

Unsere Testmaschine war mit dem von Pöttinger bekannten Zinkenaufbereiter ausgestattet. V-förmige Zinken aus gehärtetem Stahl schlagen das Mähgut an, die Intensität stellt der Landwirt über den Abstand zwischen Zinken und Gegenklappe ein – mit einem Hebel in vier Stufen.

Die Zinken sind in elastischen Gummi-Elementen gelagert, sodass sie Fremdkörpern nach hinten ausweichen können. Der Rotor wird vom Mäh­balkenantrieb über Keilriemen mit federbelastetem Riemenspanner angetrieben – ein bewährtes System.

Mit und ohne isobus

Passend zum modernen Traktor war unsere Testmaschine mit der optionalen Isobus-Vorwahlsteuerung ausgestattet. Pöttinger nennt diese Selectline. Damit einher geht die hydraulische Klap­pung der Seitenschutze.

Neben der Vorwahl der Funktionen Heben und Senken bietet die Isobus-Variante zudem einen Stunden- und Hektarzähler sowie die Anzeige von Wartungsintervallen. Gut gefallen hat uns auch die Anzeige der Hubhöhe inklusive in grün gehaltenem Optimal­bereich dafür. Die erforderlichen Daten kommen von je einem Sensor an den Drehpunkten der Ausleger.

Eine sogenannte Einzelaushaub-Automatik ist ebenfalls Teil des Pakets. Mit dieser lassen sich zum Ausmähen von Keilstücken die Mäheinheiten automatisiert nacheinander ausheben: Der Fahrer wählt zuerst die Mäheinheit aus, die er als Erstes heben will. Hat diese die volle Aushubhöhe erreicht, wechselt die elektrische Vorwahlsteuerung automatisch auf die andere ­Mäheinheit, welche der Fahrer dann durch erneutes Betätigen des Steuergerätes hebt. Sobald beide Mäheinheiten vollständig gehoben sind, werden automatisch wieder beide Seiten vorgewählt.

Für Traktoren ohne Isobus bietet Pöttinger alternativ das Bedienterminal „Select Control“ oder die Basicline-Vorwahlschaltung über das „Basic Control“-Terminal mit Kippschaltern.

Als Traktor hatten wir beim Einsatz einen Case IH Puma 200 CVX mit 200 PS Nennleistung eingespannt, der für die Kombination mehr als ausreichend dimensioniert war. Je nach Gelände sollte ein Vierzylinder-Traktor mit 50 PS weniger auch ausreichen.

Im für die Jahreszeit noch gut aufgewachsenen dritten Kleegras- bzw. zweiten Wiesenschnitt des Testbetriebs kam das Novacat V 9200 ED nicht an seine Grenzen. Die Mähkombination mähte sauber und lief auch bei höheren Fahrgeschwindigkeiten ruhig über Bodenunebenheiten hinweg. Dank der 50 cm Überlappung bleiben weder in Kurven noch am Hang ungemähte Streifen stehen.

Aufgeräumte Mittelklasse

Mit den Novacat V-Mähwerken hat Pöttinger in seiner Mittelklasse ordentlich aufgeräumt: eine statt zwei Bau­reihen, mehr Gleichteile mit anderen Mähwerken. Die Gewichtseinsparung und der näher an den Traktor gewanderte Schwerpunkt machen die Mähkombis auch für „kleinere“ Traktoren interessant.

Die Ausstattungsmöglichkeiten sind auf das Wesentliche reduziert, dürften für den Großteil der potenziellen Käufer aber ausreichen. Wer mehr Aus­stattung möchte, für den hat Pöttinger noch die Baureihe Novacat V 10000 im Programm, die z. B. einen hydraulischen Seitenverschub bietet.

In der Preisliste steht das Novacat V 9200 ED mit 64.500 € in der Basisausstattung. Bei unserer Testmaschine kamen noch 1.650 € für die Isobus-Steuerung und 1.248 € für die Hochschnittkufen hinzu.

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