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Pöttinger Mergento F 4010 Alpin: Leichtes Band für den Hang

Pöttingers Frontbandschwader Mergento F 4010 Alpin trägt seinen Einsatzschwerpunkt schon im Namen. Was ihn ausmacht, haben wir bei einer Probefahrt ausgelotet.

Lesezeit: 6 Minuten

Schnell gelesen

  • Mit dem Mergento F 4010 Alpin macht Pöttinger das Bandschwaderprinzip ­tauglich für den Einsatz am Hang.

  • Beim Anbau gleicht der Frontbandschwader einem Frontmähwerk und ist auch nur etwa 100 kg schwerer als Pöttingers 3 m-Alpinfrontmähwerk.

  • Das Schwaden braucht etwas Ein­­gewöhnungszeit. Danach lassen sich mit dem Frontbandschwader aber flott ­saubere Schwade zusammenlegen. Verzopfungen konnten wir nicht feststellen.

Bei der Grünlandbewirtschaftung am Hang sind geringe Gewichte und ein Schwerpunkt nahe am Traktor entscheidende Eigenschaften für jede Anbaumaschine.

Dem trägt Pöttinger mit dem Frontbandschwader Mergento F Alpin Rechnung. Mit seinen 590 kg ist er nur 100 kg schwerer als ein Alpin-Frontmähwerk, gleichwohl aber immer noch doppelt so schwer wie Pöttingers Alpin-Frontkreiselschwader Alpintop. Andere Frontbandschwader unterbietet der Mergento F Alpin dafür um mehrere Hundert Kilogramm.

Wie sich der Schwader in der Praxis schlägt, haben wir in Österreich an einer Vorserienmaschine überprüft.

Wie ein Frontmähwerk

An den (Mäh-)Traktor wird der Mergento F 4010 Alpin angebaut wie ein Frontmähwerk. Für Ober- und Unterlenker bietet der Anbaubock verschiedene Positionen mit je nach Wahl Bohrungen der Kategorie 1 oder 2.

Der bei unserer Testfahrt angespannte Fendt 211 Vario verfügte über eine hydraulische Entlastung der Fronthydraulik. Für Traktoren, die das nicht haben, bietet Pöttinger eine mechanische Entlastung über Federn, die zwischen Traktor und Schwader gehängt werden.

In Sachen Hydraulik verlangt der Mergento F 4010 Alpin wahlweise ein doppeltwirkendes oder ein einfachwirkendes Steuergerät mit drucklosem Rücklauf für den Antrieb des Bandes. Heben und Senken laufen über den Frontkraftheber. Am Steuergerät sollte der Traktor mindestens 20, besser 30 l Öl pro Minute liefern können, damit der Schwader sauber läuft.

Auf Wunsch mit Zapfwellenantrieb

Speziell für (Mäh-)Traktoren mit überschaubarer Hydraulikleistung hat Pöttinger ein extra Hydraulikaggregat mit Zapfwellenantrieb für den Heckanbau (3.650 €; alles Listenpreise exkl. MwSt.) entwickelt, das gleichzeitig den Schwader antreibt und als Heckballast für den Schlepper dient.

Der Schwader baut insgesamt 1,75 m tief. Das ist kompakt, kann bei kleineren Traktoren aber auch knapp werden, wenn es um das maximal erlaubte Vorbaumaß ohne Einweiser von 3,50 m ab Lenkrad geht. Passende Seitenspiegel hat Pöttinger ab Werk noch nicht im Programm. Hier muss man auf Händlerlösungen zurückgreifen.

Den Konturen folgen

Die Bandeinheit ist mittig aufgehängt. Dank einer zentral gelagerten Wippe kann sie ± 8° pendeln. Dämpfer stabilisieren die Einheit, wenn sie angehoben wird. Bei unserem Testeinsatz ließ die Bodenanpassung keine Wünsche offen.

Während der Arbeit gleitet die Bandeinheit auf drei sogenannten Kammkufen über die Grasnarbe. Die kammähnliche Form dieser Kufen ermöglicht es, dass die Zinken durch die Zwischenräume laufen können. Dadurch können die Kufen sehr nahe an den Zinkeneingriffspunkt wandern, was ein Einstechen der Zinken ins Erdreich nahezu vollständig verhindern soll.

Abtauchende Zinken

Apropos Zinken: Diese sitzen in vier Reihen auf einer zweigeteilten Pick-Up, bei der jede Hälfte von einer eigenen, mittig montierten Kurvenbahn gesteuert wird. Die Zinken sind leicht auf Griff gestellt, um das Futter aktiv vom Boden wegheben zu können.

Kurz vor dem Band tauchen die Zinken senkrecht ab und das Futter fällt über eine Stufe auf das Förderband. Der serienmäßige, gefederte Rollenniederhalter mit Pralltuch verbessert den Materialfluss besonders bei kurzem Erntegut und bei Bergabfahrt. Um den Durchsatz für größere Erntemengen zu erhöhen, lässt sich die Rolle einfach in eine höhere Position umstecken.

Mit Schraubarbeit

Die Rechhöhe lässt sich passend zur Mähhöhe grob über Distanzscheiben an den Kammkufen einstellen. Dazu müssen das Rutschblech abgenommen und drei Schrauben gelöst werden. Das ist eher etwas für die Maschinenhalle als für die Wiese. Allerdings ist diese Grundeinstellung auch nur dann anzupacken, wenn die Mähhöhe deutlich verändert wird. Ansonsten bietet die Feinjustierung über die Oberlenkerlänge genügend Spielraum.

Schmales Band

Das Förderband ist 620 mm breit. Das sind etwa 30 cm weniger als bei Pöttingers gezogenem Bandschwader Mergento VT 92220. Dieser ist mit seinen bis zu 9,20 m Arbeitsbreite aber mehr auf Flächenleistung und größere Futtermassen ausgelegt als auf kompakte Hangtauglichkeit.

Die aufvulkanisierten Querstege sind verschieden hoch, um das Erntegut auch bei Fahrten am Hang gut zu halten. Die Bandenden sind verschraubt, sodass sich das Band beispielsweise zur Reinigung der Umlenkwalzen einfach öffnen lässt. Mit einem Hebel an der Rückseite lässt es sich in sieben Stufen spannen bzw. entspannen.

Hinter dem Förderband hat Pöttinger eine Plexiglasscheibe montiert, die eine gute Sicht auf selbiges ermöglicht. Inwiefern das Plexiglas bei nassem und/oder klebrigem Futter verschmutzt, konnten wir beim Heueinsatz nicht herausfinden.

Laufrichtung und Geschwindigkeit stellt der Fahrer über ein kleines Bedienpult in der Kabine ein – letztere in fünf Stufen. Das klappt gut.

Saubere Arbeit

Pöttinger spricht beim Mergento F 4010 Alpin von 4 m Arbeitsbreite. Diese kommen zustande, indem zur Breite der Pick-Up noch die Ablagebreite des Schwads addiert wird. Der Schwader selbst ist 2,99 m breit, zwischen den jeweils äußeren Zinken der Pick-Up haben wir 2,88 m gemessen.

Damit ist der Bandschwader in Sachen Arbeitsbreite mit einem Einkreiselschwader mit 3 m Kreiseldurchmesser vergleichbar, der etwa die Hälfte kostet. Dafür lässt sich mit dem Bandschwader bei gleicher oder sogar besserer Rechqualität deutlich schneller fahren. Der schnelle Wechsel zwischen Ablage nach links, Ablage nach rechts oder keiner Ablage gibt geübten Fahren zudem viel Spielraum, um Hindernisse zu umschwaden oder mit der nachfolgenden Technik schwer zu befahrende Stellen komplett zu räumen.

Flott unterwegs

Bei der Testmaschine war das Schwadtuch noch nur an einer Seite montierbar. Mittlerweile bietet Pöttinger es rechts und links. Eine hydraulische Klappung ist dagegen leider noch nicht erhältlich. Wenn man sich an die Möglichkeiten erstmal gewöhnt hat, kann man mit dem Mergento F 4010 Alpin sauber und flott arbeiten. Wir waren mit etwa 12 km/h unterwegs, im passenden Gelände wäre sicher noch mehr möglich gewesen. Im Testeinsatz legten wir je zwei bis vier Arbeitsbreiten zu einem Schwad zusammen. Dabei entstanden sehr luftige, voluminöse Schwade, die der nachfolgende Ladewagen problemlos schluckte. Verzopfungen konnten wir zu keinem Zeitpunkt feststellen, auch wenn es aus der Kabine heraus manchmal so aussah. Hier trügt das Bild vor allem bei langsam laufendem Querförderband.

Das kostet die Maschine

In der Preisliste steht der Mergento F 4010 Alpin mit 21.850 €. Bei unserer Testmaschine kamen noch 480 € für das Schwadtuch und 368 € für Warn­tafeln und die Beleuchtung hinzu, was einen Endpreis von 22.968 € (ohne MwSt.) ergibt.

Dafür bekommt man einen praktischen, kompakten Frontschwader mit vielen Einsatzmöglichkeiten. In Punkto Futtermenge wird er zwar wahrscheinlich früher an seine Grenzen stoßen als die meist massiver ausgeführten Modelle der Wettbewerber, dafür ist er leichter, kompakter und signifikant günstiger.

Ihre Meinung ist gefragt

Welche Fragen haben Sie noch zum Frontbandschwader Mergento F 4010 Alpin? Haben Sie das Gerät schon genutzt - was sind Ihre Erfahrungen oder Anmerkungen?

Schreiben Sie uns gerne an andreas.huesmann@topagrar.com

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