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Pöttinger Synkro 3030 im Vergleichstest: Einer mehr

Der Pöttinger Synkro 3030 kommt als einziger mit elf Zinken. Besonders die Anlenkung der Walze ist durchdacht. Die Randelemente bieten Verbesserungspotenzial.

Lesezeit: 9 Minuten

Das nachfolgende Testprotokoll ist Teil des diesjährigen top agrar-Grubbervergleichs. Einen Überblick über das Testverfahren und die weiteren getesteten Grubber finden Sie auf unserer Übersichtsseite.

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Inhaltsverzeichnis

Wie sich der Synkro 3030 in das Grubber-Programm von Pöttinger einfügt

Pöttinger stellte den Synkro in der jetzigen Form bereits 2012 vor. Seitdem gehört die dreibalkige Variante zur Serie 1030. Gegenüber der Vorgängerserie 1003 überarbeiteten die Entwickler den kompletten Grubber. Das letzte Update hat die Serie 1030 im Jahr 2017 erhalten. Hier führte Pöttinger eine hydraulische Tiefenführung ein. Bereits 2014 überarbeiteten die Österreicher die automatische Überlastsicherung.

Den Synkro gab es bis 2020 auch als gezogene Variante. Diese ersetzten die Österreicher Ende 2020 durch den Terria. Der Synkro ist seitdem immer angebaut. Es gibt eine zweibalkige Variante mit 2,5 bis 5 m Arbeitsbreite und die dreibalkige Version mit 3 bis 5 m Breite. Der Zusatz Nova beschreibt die automatische Steinsicherung.

Wie der Pöttinger Synkro 3030 aufgebaut ist

Die 100 x 100 x 8 mm-Querrohre sind mit Rohren aus zwei durchgehenden Halbschalen verbunden, die komplett miteinander verschweißt sind. Beim geschraubten Anbauturm zeigte Pöttinger, wie es geht. Für die Unterlenker gibt es sowohl für Kat. 2 als auch Kat. 3 zwei Positionen. Der Bolzen ist abgesetzt und verdrehgesichert.

Für den Oberlenker sind drei Positionen vorgesehen, welche durch den drehbaren, abgesetzten Bolzen Kat. 2- und Kat. 3-Kugeln aufnehmen können. Zusätzlich lässt sich der Anbauturm in zwei verschiedenen Höhen positionieren. Zudem kann man mit der geschraubten Verstrebung nach hinten die Neigung verstellen und so mehr Platz für lange Oberlenker schaffen.

Die Schweißnähte machen einen guten Eindruck. Auch die Kabel- und Schlauchverlegung ist gut. Mittig im Anbaubock ist eine einfache, aber praktische Schlauchgarderobe montiert. Die Konstruktion der Tiefenführung sollte Pöttinger überarbeiten, denn aktuell sind Rohre verbaut, in denen Wasser stehen bleibt. Die Lackierung ist ordentlich ausgeführt. Vorne und hinten am Grubber gibt es jeweils eine Warntafel mit einer LED-Beleuchtung.

Mit welchen Zinken der Pöttinger Synkro 3030 den Boden bearbeitet

Der Synkro kommt anders als der Wettbewerb mit elf Zinken, welche im Rythmus 3-4-4 verteilt sind. Der Strichabstand beträgt 26,8 cm. Damit kommt der Gruber auf eine Arbeitsbreite von 294,5 cm. Der Balkenabstand liegt mit 75 cm im Mittelfeld. Die Rahmenhöhe ist mit 85 cm identisch zu den anderen Grubbern.

Die geschweißten Aufnahmen für die automatische Überlastsicherung sind geteilt ausgeführt. Zwei ineinander liegende Federn sorgen für eine Auslösekraft von 580 daN. Diese steigt auf 880 kg in 10 cm Auslösehöhe an. Die Grindeln sind mit den Konsolen der Überlastsicherung verschraubt. Dabei fungiert eine Schraube auch als Abschersicherung – sehr gut, falls das Überlastelement z.B. bei Wurzeln oder Steinplatten nicht richtig auslösen kann.

Zusätzlich kann man die Neigung des Scharstiels mit der Schraube in zwei Positionen anpassen. Wählt man die einfache Abschersicherung mit ebenfalls geschweißten Konsolen, lässt sich der Winkel in drei Positionen einstellen.

Wie der Pöttinger Synkro 3030 den Boden einebnet

Serienmäßig montiert Pöttinger beim Synkro Scheibennivellatoren. Diese hängen samt dem Nachläufer an einem Parallelogramm. So verstellen sie sich immer gleichmäßig zusammen – schön. Zusätzlich lassen sich die drei Scheibenpaare per Bolzen in 1,25 cm-Schritten in der Höhe anpassen. Mit etwas Schraubarbeit wäre es auch möglich, die Zustreicher in Fahrtrichtung zu verstellen. Auch für den Nachläufer stehen noch Bohrungen zur Verfügung, um den Platz weiter zu erhöhen.

Die Scheiben sind immer wartungsfrei gelagert. Die Scheibenfederung ist nur bei den Nova-Modellen erhältlich, hier aber Serie. Optional sind gegen einen Minderpreis (825 €) auch Blattfederzustreicher zu bekommen.

Das Randelement muss man immer zusätzlich ordern. Es gibt neben Randscheiben auch Randbleche. Zweiteres empfiehlt Pöttinger bei Hanglagen. Die Bleche waren auch bei der Testmaschine montiert. Für den Einsatz muss man diese manuell ausklappen. Nachdem man den Bolzen gezogen hat, klappt man das Element senkrecht herunter und verriegelt das Randblech. Besonders für kleinere Personen ist das schwer. Damit das Blech bei Steinen, Hindernissen oder Bodenunebenheiten nach hinten ausweichen kann, muss man zusätzlich einen zweiten Bolzen lösen und den Pendelweg nach vorne abstecken.

Seitlich kann das Blech federbelastet ausweichen. Die Randbleche sind am Grubberrahmen befestigt. Ändert man die Tiefe des Grubbers, muss man die Randbleche ebenfalls in Höhe (per Bolzen) und Neigung (mit Werkzeug) verstellen. Immerhin hat Pöttinger hier auf jeder Seite im Griff des Klappbolzens einen Sechskant zum Verstellen der Neigung integriert. Insgesamt sollte Pöttinger aber eine komfortablere Lösung anbieten.

Wie der Pöttinger Synkro 3030 die Arbeitstiefe hält

Pöttinger bietet insgesamt acht verschiedene Nachläufer an. Bei unserem Testgerät war die Conoroll mit 54 cm Durchmesser montiert. Vier 60 mm breite Elemente bilden dabei einen Ring. Die Elemente sind fest verschraubt und abwechselnd nach links und rechts konisch ausgeführt. So bildet sich keine gleichmäßige Rille, sondern ein Streifen mit abwechselnd links- und rechtsseitig stärker verdichteten Boden. Das soll Erosion vermeiden.

Zwischen den 15 Ringen ist ein Crossboard montiert, welches gleichzeitig die Abstreiferfunktion übernimmt. Im Frühjahr auf sehr leichtem, trockenem Boden fingen diese jedoch an, den Boden aufzuschieben. Wir stellten die Abstreifer deshalb höher. Insgesamt gibt es drei Positionen im Abstand von je 2,5 cm. Beim Umschrauben mussten wir auch eine Walzenhalterung entfernen, damit wir die Schraube lösen konnten.

Auch nachdem die Abstreifer höher eingestellt waren, schob sich noch Erde auf. Diesmal aber nicht durch das Crossboard, sondern durch die Walze selbst. Diese drehte nicht mehr. Für solche Bedingungen empfiehlt Pöttinger die Tandemausführung der Conoroll. Auf schwererem Boden hingegen hatten wir keine Probleme. Die Krümmlung und Rückverfestigung war hier in Ordnung.

Die Tiefe stellt man serienmäßig an zwei Stellen per Bolzen über ein Gestänge ein. Bei uns war die hydraulische Lösung montiert. Leider gibt nur einen Aufkleber auf einem Zylinder die Position an. Die Skala könnte zudem länger und feiner unterteilt sein. Die beiden Zylinder sind im Master-Slave-System miteinander verbunden. Ein Sperrblock verhindert Druckspitzen am Schlepperventil.

Als Kennzeichnung der Hydraulikschläuche sind farbige, mit Plus und Minus gekennzeichnete Kunststoffgriffe montiert. Über das Gestänge verstellen die Zylinder das Parallelogramm. Ein Striegel hinter der Walze ist Option.

Mit welchen Scharen der Pöttinger Synkro 3030 arbeitet

Bereits im Basispreis sind beim Synkro die 80er-Scharspitzen mit einem Hartmetallplättchen enthalten. Durastar nennen die Österreicher diese Spitzen. Bei uns waren die Durastar Plus-Spitzen aufgeschraubt, welche zusätzlich hinter der Spitze weitere Hartmetallplättchen besitzen. Es gibt aber auch eine einfache „Classic“-Scharspitze.

Beim Flügel hat man die Wahl zwischen dem Standardflügel, dem Durastar-Flügeln mit Beschichtung an der Unterseite und der Durastar Plus-Variante mit Hartmetallplättchen an der Schneidkante. Die Flügel lassen sich mit nur einer Schraube an die Grindel befestigen. Man positioniert dabei erst den Flügel und steckt dann die Schraube ein – denn der Flügel hakt hinter dem Schar ein. Es gibt zwei verschiedene Bohrungen an der Grindel, sodass man die Arbeitstiefe und den Winkel der Flügel beeinflussen kann. Deshalb benötigt man bei Pöttinger keine zwei verschiedenen Flügel. Die Leitbleche sind abwechselnd gewendelt.

Pöttinger bietet für die tiefe Arbeit ein 40 mm breites Schmalschar an. Dieses hat immer ein Hartmetallplättchen an der Spitze. Möchte man vom 80er-Schar mit Flügel direkt auf das Schmalschar ohne Leitblech wechseln, benötigt man zwei verschiedene Werkzeuggrößen. Denn die Schrauben der Flügel sind in M16 und die der Schare in M12. Und wo wir gerade bei Schrauben sind: Pöttinger sollte in Zukunft andere Muttern mitliefern. Die montierten, metallisch selbstsichernden Muttern (DIN 980 Form V) sind besonders für die Schare ungeeignet, da sie das Lösen und Festziehen der Schrauben verschlechtern.

Zudem kommt es beim Einsatz vom Schlagschrauber häufig auch zum Fressen der Schrauben (Kaltverschweißung). Läuft beim Wechsel alles glatt, dauert dieser vom Flügel und 80 er-Schar auf das Schmalschar etwa 20 Minuten. Möchte man den Anstellwinkel der Grindeln verändern, dauert das weitere zwölf Minuten.

Welche Erfahrungen das Testteam mit dem Pöttinger Synkro 3030 gemacht hat

Im sauberen Zustand wiegt der Grubber 2.020 kg. Durch die recht geringe Baulänge entlastet der Synkro den Schlepper im Vergleich am wenigsten. Für den flachen Stoppelsturz haben wir die Flügel sowie die Grindeln in die flache Position gebracht. Damit war ohne spezielle Schare ein recht flacher Schnitt möglich. Die minimale Tiefe lag bei 3 cm an den Flügeln und etwa 4 cm an den Spitzen.

Trotz Parallelogramm mussten wir die Einebnung etwas nachjustieren. Auch mit einem Zinken mehr lag der Zugkraftbedarf auf dem Niveau des Köckerling-Grubbers. Die Überlastsicherung lief etwas unruhiger. Bei langem Häckselstroh gab es eine leichte Haufenbildung.

Bei der tiefen Bodenbearbeitung mit den 40 er-Scharen konnte man den einen Zinken mehr beim Zugkraftbedarf spüren. Er lag etwas höher, als bei den anderen beiden. Auch beim Einarbeiten von Maisstroh lief der Grubber schwerzügiger als die anderen. Hier hatten wir die Flügel und die Grindeln wieder auf eine steilere Stellung gebracht, um möglichst viel zu mischen. Das Ergebnis war gut. Jedoch sammelten die Randbelche Stroh und gaben es Haufenweise wieder ab. Randscheiben wären hier besser aufgehoben.

Der Pöttinger Synkro 3030 Nova kostet in Testausstattung 23.923 €. In Grundausstattung ohne automatischer Überlastsicherung und mit einfacher Walze sind für den Dreibalker 12.582 € fällig.

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