Agrarreform

Eine Agrarreform bezeichnet eine Reform, die strukturelle Veränderungen im Agrarbereich bewirken soll. Sie ist von agrarpolitischen Reformen abzugrenzen, da diese sich nicht auf die Neustrukturierung politischer Instanzen und Ordnungen, sondern auf das konkrete Agrarwesen ausrichtet. Dabei werden durch eine Agrarreform Maßnahmen geplant, welche diese Veränderungen in der Zukunft herbeiführen werden. Damit sollen sowohl eine Steigerung der ländlichen Lebensqualität und Arbeitsbedingungen als auch der Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte ermöglicht werden. Es wird bei Agrarreformen generell zwischen einer so genannten Bodenreform und einer Bodenbewirtschaftungsreform unterschieden. Erstere bezieht sich auf den Bodenbesitz sowie die Bodenauf- beziehungsweise verteilung. Letztere beinhaltet Aspekte  der Produktionstechnik und marktspezifische Anliegen. Ein bekanntes Beispiel für eine Agrarreform ist die Agrarreform der Europäischen Union. In den vergangen Jahrzehnten hat es auf dieser Ebene mehrere Agrarreformen gegeben. Darunter fallen beispielsweise die Agenda 2000 aus dem Jahr 1999 sowie das Greening aus dem Jahr 2014. Die erstgenannte Agrarreform sah unter anderem vor, dass Prämienzahlungen an die Einhaltung bestimmter Verpflichtungen geknüpft waren. Damit wurde das so genannte Cross Compliance erstmals für den Agrarsektor eingeführt.  Mit dem Greening wurde eine Agrarreform eingeführt, mit welcher unter anderem der Erhalt von Dauergrünland bestärkt werden soll. Diese Reform ist explizit auf den Umweltschutz im Bereich der Nutzung  von Flächen fokussiert.

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