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CO2-Emissionen senken

Rewe-Manager Weber: "Die ganze Kette sitzt bei Klimazielen in einem Boot"

Die Klimaziele erreichen wir nur, wenn alle Beteiligten der Wertschöpfungskette Lebensmittel mitziehen. Das heißt: Von Zuchtunternehmen bis Lebensmittelhandel, sagt Marcel Weber von der Rewe Group.

Lesezeit: 3 Minuten

Schmelzende Polkappen, steigende Meeresspiegel, extrem trockene Sommer, Unwetter mit sintflutartigen Niederschlägen: Der Klimawandel ist allgegenwärtig. Nachhaltiges Wirtschaften wird im ­Agrarsektor künftig ein zentrales Thema.

Bauern müssen sich auch deshalb stärker mit dem Thema beschäftigen, weil der Lebensmittelhandel mehr Klimaanstrengungen seitens der Bauern einfordern wird und das ggf. mit Preisabschlägen durchsetzt. Warum und wie alle Beteiligten der Wertschöpfungskette mitziehen müssen, erklärt unser Autor Marcel Weber von der Rewe Group.

Unternehmen müssen ihre CO2-Emissionen senken. Auch die Rewe Group beschäftigt sich intensiv mit der Frage, wie und wo wir Treibhausgasemissionen einsparen können. Bei unseren Bemühungen orientieren wir uns an wissenschaftlichen Standards. Wir setzen auf das international anerkannte Berechnungstool, das Greenhouse Gas Protocol (GHG). Dieses teilt die Treibhausgasemissionen in drei Kategorien oder Scopes ein.

  • Scope 1 umfasst die direkten Emis-sionen eines Unternehmens aus eigenen oder kontrollierten Quellen.

  • Scope 2 umfasst die indirekten Emissionen aus der Produktion, wie etwa Strom, Dampf, Wärme und Kühlung.

  • Scope 3 listet alle weiteren indirekten Emissionen auf, die in der vorgelagerten Wertschöpfungskette eines Unternehmens entstehen. Also die, die außerhalb des eigenen Einflussbereichs liegen. Dazu gehört unter anderem der Bereich der Landwirtschaft.

Bei den Lieferketten ansetzen

Durch die Messung der Scope-3-Emissionen lokalisieren wir die Emissions-Hotspots und identifizieren Möglichkeiten zur Optimierung der Energieeffizienz in unseren Lieferketten.

Der Großteil unserer Gesamtemissionen entsteht in den vorgelagerten Lieferketten, konkret sind es 98 %. Davon entfallen 57 % auf die Landwirtschaft (sogenannte FLAG-Emissionen) und 43 % auf Industrie, Verarbeitung und Transport (NON-FLAG-Emissionen).

Der Sektor Landwirtschaft inklusive des vor- und nachgelagerten Bereichs ist für den Handel also ein wichtiger Partner in der Klima- und Nachhaltigkeitsdebatte. Wie groß das Einsparpotenzial ist, zeigen Daten des Umweltbundesamtes. Im Jahr 2022 hat der Sektor Landwirtschaft über 55 Mio. t CO2-Äquivalente verursacht. Die Emissionen teilen sich auf in Methan, Lachgas und Kohlendioxid.

Inzwischen engagieren sich immer mehr Landwirtinnen und Landwirte für mehr Klimaschutz. Sie reduzieren aktiv ihre betrieblichen Emissionen oder setzen auf die CO2-Speicherung im Boden, indem sie z. B. den Humusaufbau fördern. Carbon Farming ist in diesem Zusammenhang immer wieder Mittelpunkt neuer Debatten.

Die Klimaziele im LEH erreichen wir nur mit der Landwirtschaft.
Marcel Weber

In der Tierhaltung bietet vor allem die Fütterung großes Einsparpotenzial. Der Anbau hitzetoleranter Getreidesorten in Verbindung mit einem geringen Wasserbedarf und die Verbesserung der Futterverwertung sind zwei wichtige Hebel. Großes Potenzial steckt auch im Nährstoff- bzw. Güllemanagement. Die Lagerung in abgedeckten Behältern und eine bodennahe Ausbringung senken die Treibhausgasemissionen.

Trotz aller Bemühungen ist allen Beteiligten klar, dass die bisherigen Maßnahmen nicht ausreichen werden, um die gesetzten Nachhaltigkeits- bzw. Klimaziele zu erreichen. Auf allen Ebenen der Wertschöpfungskette Lebensmittel – angefangen bei den Zuchtunternehmen für z. B. Saatgut bis hin zum Verkauf der Endprodukte im Supermarkt – müssen die Anstrengungen intensiviert werden.

Rewe und Penny engagieren sich seit Januar 2024 im „Förderprogramm Klimaschutz“. Im Rahmen dieses Programms kofinanzieren wir als erster Händler in Deutschland CO2-Reduktionsmaßnahmen unserer Eigenmarken-Lieferanten. Zudem bietet unser „Kompetenzzentrum Landwirtschaft“ die Möglichkeit zum Austausch. Hier sitzen Landwirtschaft, Wissenschaft und Wirtschaft an einem Tisch.

Jetzt die Weichen stellen!

Klimaschutz und Nachhaltigkeit geht uns alle an, und wir müssen die THG-Emissionen weiter senken. Der Sektor Landwirtschaft mit all seinen vor- und nachgelagerten Bereichen ist dabei der entscheidende Partner für den Handel. Beim Thema Klima sitzen wir alle in einem Boot.

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