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Dürre | Waldbrandgefahr

Bauern befürchten Notreife - Droht Deutschland eine Blitzdürre?

Heißer, lebhafter Wind und weiterhin kein Regen haben den eben noch so feuchten Boden wieder ausgetrocknet. Es werden erste Warnungen vor Ernteausfällen laut. Und El Nino ist wohl gestartet.

Lesezeit: 6 Minuten

Der Frühling war mit seinen vielen Schauern so üppig gestartet, vielerorts gab es mehr Wasser als gewünscht. Die Bodenspeicher füllten sich nach und nach, auch wenn die unteren Schichten im Mai noch deutlich zu trocken waren.

Nun hat sich das Bild radikal gewandelt: Seit Wochen ist nun gar kein Tropfen mehr gefallen. Gleichzeitig steigen die Temperaturen an 30 °C. Im Osten Deutschlands könnten zwar vereinzelt Schauer aufziehen, der Rest des Landes ächzt aber weiter unter lähmender Trockenheit.

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Im ZDF heute Journal fragte daher Meteorologin Katja Horneffer am Montagabend, ob uns nun eine Blitzdürre droht. „Üblicherweise dörrt der Boden über Monate oder sogar Jahre aus. Manchmal geht es deutlich schneller, sogar innerhalb von Wochen. Das erleben wir im Kleinen gerade hier bei uns“, so die Expertin. Trotz des nassen Frühjahrs und des bis in die Tiefen durchfeuchteten Bodens.

„Erst zogen die Wurzeln Wasser aus dem Boden, die Vegetation wuchs und gedieh und gab über ihre Blätter die Feuchte wieder ab. Seit Ende Mai stagniert die Wetterlage. Sonne, Trockenheit und viel Wind beschleunigen die Verdunstung, saugen Tag für Tag viel Wasser aus dem Boden. Schnell verdorrt der Oberboden, später trocken die tieferen Bodenschichten aus“, so Horneffer. Wald- und Vegetationsbrände sowie Ernteausfälle drohen. Auch am heutigen Dienstag sei die Waldbrandgefahr sehr hoch, vor allem im Nordosten, aber auch im Südwesten Deutschlands.

Landwirte befürchten Notreife und frühe Ernte

Besorgt zeigen sich bundesweit auch die Landwirte. Bei manchen Getreidesorten wird Notreife befürchtet.

Vor allem Winterroggen und Winterweizen kämpfen, sagt Landwirt Uwe Lengert aus Stutensee (Kreis Karlsruhe) dem SWR. Die ausreichenden Niederschläge im Frühjahr hätten die Pflanzen verwöhnt. Die Wurzeln seien nicht so stark ausgebildet worden. Und jetzt zwinge der abrupte Wassermangel die Pflanzen in die Knie.

Wie sehr Landwirte betroffen sind, hängt auch stark von der Beschaffenheit der Böden ab. Teils ist die anhaltende Trockenheit durch Risse im Boden auf den Feldern deutlich sichtbar. Auch Landwirt Werner Kunz aus Ubstadt-Weiher (Kreis Karlsruhe) merkt die Folgen der Trockenheit. Die größten Verlierer könnten Weizen, Roggen und Braugerste werden, da diese jetzt in der entscheidenden Kornbildungsphase erheblich gestört würden.

Eine Notreife habe bei ihm noch nicht eingesetzt. Wenn das Wetter die nächsten Tage aber so anhalte und es nicht regne, dann werde dies der Fall sein. Das heißt, die Körner bleiben kleiner und der Ertrag fällt geringer aus. Außerdem würden die Pflanzen verdorren. Die beiden Landwirte Uwe Lengert und Werner Kunz rechnen damit, dass die Ernte früher startet als üblicherweise.

Laut Thomas Huschle aus Achern, Kreisvorsitzender des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbands/Kreisverband Rastatt/Bühl/Achern, sieht es auch beim Mais kritisch aus, denn der konnte aufgrund schlechter Witterung erst Anfang Mai ausgesät werden und hatte deshalb einen Rückstand. Wenn die Trockenheit weiter anhalte, seien beim Getreide je nach Sorte und Standort Mindererträge zwischen fünf und 25 % zu erwarten, so Huschle.

Städte- und Gemeindebund bringt Wasserrationierung ins Spiel

„Deutschland steuert auf ein Dürre-Jahr zu“, titelte auch die Bild-Zeitung. Schon jetzt sei Grundwasser knapp, viele Seen nicht voll und in den ersten Landkreisen würde die Wasser-Entnahme bereits sanktioniert.

Gerd Landsberg, Chef des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, befürchtet daher, dass an einer Sanktionierung des Wassers im Sommer kein Weg vorbeiführt, wenn sich nichts ändert. Und auch Martin Weyand, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Energie- und Wasserwirtschaft, weist darauf hin, dass die Trinkwasserversorgung die Wasserwerke bei zunehmenden Trockenperioden vor neue Herausforderungen stellt.

Bernd Düsterdiek, Städtebau- und Umwelt-Experte beim Städte- und Gemeindebund, glaubt sogar, dass es bei der kommunalen Trinkwasserversorgung bei lang anhaltenden Hitze- und Dürreperioden zu regionalen Wasserknappheiten kommen kann. Dies hätten die vergangenen Sommer, besonders in einigen Regionen im Osten Deutschlands, aber auch in Niedersachsen und im Süden Deutschlands gezeigt.“

El Niño ist da

Unterdessen bestätigen sich offenbar die Berechnungen von Klimaforschern weltweit, dass das seit einiger Zeit erwartete Klimaphänomen El Niño begonnen hat. Nach Einschätzung der US-Atmosphärenbehörde NOAA deuten erhöhte Temperaturen im Pazifik und veränderte Luftströmungen darauf hin.

Der Welt stehen dadurch in den nächsten Monaten wohl neue Wetterextreme und Temperaturrekorde bevor, fasst die Süddeutsche Zeitung die Informationen zusammen. Je nach Region gibt es starke Regenfälle, aber auch Dürren.

In Mitteleuropa sind Winter unter dem Einfluss des Wetterphänomens tendenziell wärmer. Auch global ist in den nächsten Monaten mit weiter steigenden Temperaturen zu rechnen, noch verstärkt vom Einfluss des Klimawandels.

Wie massiv die Folgen von El Niño ausfallen, hängt maßgeblich von seiner Stärke ab, wofür wiederum die Temperatur-Anomalien im Pazifik ausschlaggebend sind. Da diese schon jetzt recht groß sind, liegt die Möglichkeit eines "starken" El Niño laut NOAA derzeit bei 56 %. Absehbar ist schon jetzt, dass El Niño bis zum Winter immer weiter an Stärke gewinnen dürfte, so die SZ aus der Veröffentlichung.

Fazit: In Europa droht wieder ein sehr heißer Sommer, und weltweit könnte 2023 zum wärmsten Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen werden, noch extremer also als der bisherige Rekordhalter 2016. Viele Zutaten für ein außerordentliches Hitzejahr sind gegeben.

Vorhersage Donnerstag

Am Donnerstag im Osten und rund um die östlichen Mittelgebirge wechselnd bewölkt und vereinzelt Schauer und Gewitter. Sonst zunächst sonnig, im Tagesverlauf einige Quellwolken, aber weitestgehend trocken. Höchstwerte zwischen 20 und 25 Grad in der Osthälfte und 24 bis 28 in der Westhälfte. Schwacher bis mäßiger Wind aus nördlichen Richtungen, bei Gewittern teils stürmische Böen.

In der Nacht zum Freitag im Osten und Nordosten wechselnd bis stark bewölkt und zunächst abklingende Schauer, im Verlauf von der Ostsee aufkommend gebietsweise schauerartiger Regen. Sonst teils wolkig, teils klar, an den Alpen vereinzelt Schauer, im übrigen Land trocken. Tiefstwerte 15 bis 7 Grad.

Vorhersage Freitag

Am Freitag in der Westhälfte heiter bis wolkig und trocken. In der Osthälfte wechselnd, teils auch stärker bewölkt und im Tagesverlauf vermehrt Schauer und einzelne Gewitter. Vor allem östlich der Elbe lokal Unwetter durch Starkregen. Höchsttemperaturen zwischen 20 und 25 Grad, im Westen und Südwesten bis 28 Grad. Schwacher bis mäßiger Wind aus Nord bis Nordwest, in Gewitternähe böig auflebend.

In der Nacht zum Samstag im Osten und Nordosten sowie an den Alpen wolkig bis stark bewölkt, von der Altmark bis zum Erzgebirge noch schauerartige Niederschläge, sonst abklingende Schauer und Gewitter. Im Rest des Landes gering bewölkt oder klar. Minima zwischen 15 und 8 Grad.

Vorhersage Samstag

Am Samstag zwischen Nordsee und Hochrhein viel Sonne, ansonsten teils wolkig, teils längere sonnige Abschnitte und östlich einer Linie Elbmündung-Fichtelgebirge Schauer und Gewitter mit lokalem Unwetterpotential durch heftigen Starkregen. Höchstwerte im Osten, Südosten und an der See 20 bis 24 Grad, sonst 23 bis 29 Grad. Schwacher bis mäßiger Wind um Nord.

In der Nacht zum Sonntag nachlassende Schauer und Gewitter und oftmals gering bewölkt oder klar. Abkühlung auf 15 bis 9 Grad.

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