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Kitzrettung: Was Sie als Landwirt wissen müssen

Die Rehkitzsuche ist ein fester Bestandteil der Grasernte. Wir haben die wichtigsten Fragen zusammengefasst, die Sie als Landwirt wissen müssen.

Lesezeit: 8 Minuten

Rechtliche Grundlagen

Wer ist für die Kitzrettung zuständig?

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Landwirte und Lohnunternehmer sind verpflichtet, die Wiesen vor dem Mähen nach Wildtieren abzusuchen. Jäger haben zwar eine Hegepflicht und sollten sich an der Suche beteiligen, jedoch sind sie nicht primär für die Kitzrettung zuständig.

Welche rechtlichen Grundlagen gelten für die Rehkitzrettung?

Die Maßnahmen zur Rehkitzrettung sind rechtlich geregelt. Es geht hauptsächlich darum, gesetzliche Vorgaben einzuhalten – allen voran das Tierschutzgesetz (TierSchG, insbesondere § 17). Es verbietet das Töten von Wirbeltieren ohne vernünftigen Grund, worunter auch der Mähtod von Rehkitzen fällt. Ein vorsätzlicher Verstoß wird als Straftat mit einem Strafmaß von einer Geld- bis hin zu einer Freiheitsstrafe gewertet. In einigen Bundesländern machen die dort geltenden Naturschutzgesetze zusätzliche Vorgaben wie z.B. das Verbot des Mähens von außen nach innen. Daneben gibt es weitere rechtliche Folgen, die z.B. das Jagdrecht betreffen und ebenfalls vermieden werden sollten. Der zuständige Revierpächter sollte bei der Rehkitzrettung immer mit einbezogen werden.

Mit welchen Konsequenzen muss ein Landwirt rechnen, wenn er keine Kitzrettung durchgeführt?

Wenn einem Landwirt bekannt ist, dass Ricken auf seiner Wiesenfläche üblicherweise ihre Kitze setzen und ablegen, dann hat er zumutbare Vorkehrungen gegen ein Ausmähen der Kitze zu treffen. Anderenfalls kann er sich einer Straftat nach § 17 des Tierschutzgesetzes schuldig machen.

Was droht einem Landwirt, wenn ein Landwirt trotz Vorkehrungen ein Kitz ausmäht?

Wenn trotz Benachrichtigung des Jagdausübungsberechtigten und trotz eigener geeigneter und zumutbarer Maßnahmen ein Kitz ausgemäht wird, kann es zwar zu einer Anzeige, in der Praxis aber nicht zu einer Verurteilung des Landwirtes durch die Strafverfolgungsbehörden kommen.

Allgemeine Maßnahmen

Wie kann ich mich als Landwirt auf die Kitzrettung vorbereiten?

Als Landwirt sollten Sie sich rechtzeitig vor der Mahd über die möglichen Kitzrettungsmaßnahmen informieren und gegebenenfalls mit örtlichen Tierschutz- oder Jagdvereinen zusammenarbeiten. Stellen Sie sicher, dass Sie den örtlich zuständigen Jagdausübungsberechtigten über den Mahdtermin informieren und gemeinsam mit ihm geeignete Kitzrettungsmaßnahmen durchführen.

Welche Maßnahmen zur Kitzrettung gibt es?

Neben den präventiven Maßnahmen, wie der Wahl des Zeitpunkts des ersten Schnitts, gibt es aktive Maßnahmen zur Kitzrettung. Dazu zählen das Vergrämen und Vertreiben der Tiere und die gezielte Suche mit Drohnen, Menschenketten und Hunden vor der Mahd. Während der Mahd ist die Einstellung der Mähtechnik zu berücksichtigen, sowie die Geschwindigkeit. Die Nutzung spezifischer Sensoren zur Erkennung von Wildtieren hat sich auch als hilfreich erwiesen.

Welche Maßnahmen sind zu welchem Zeitpunkt am erfolgreichsten?

Die Rehkitzsetzsaison gliedert sich in drei Phasen. In der ersten Phase findet man hauptsächlich frisch gesetzte bzw. junge, sich noch drückende Rehkitze. Während der ersten Phase der Setzsaison sind Maßnahmen zum Aufsuchen, Sichern und Bergen von frisch gesetzten bzw. jungen Rehkitzen am erfolgreichsten.

In der zweiten Phase gibt es sowohl frisch gesetzte und junge, sich noch drückende Rehkitze als auch ältere flüchtende Kitze. Während der zweiten Phase der Setzsaison, in der sich sowohl junge als auch ältere flüchtende Rehkitze aufhalten, empfiehlt es sich, entweder auf das Mähen möglichst zu verzichten oder mehrere Maßnahmen gleichzeitig durchzuführen.

In der letzten Phase flüchten die meisten Rehkitze. Je nach Phase erfordern Maßnahmen zur Kitzrettung unterschiedliche Strategien. Während des letzten Drittels des Zeitraums Mai/Juni sind Maßnahmen, die auf Vergrämen und Vertreiben abzielen, am erfolgreichsten. Beispielsweise kann der akustische Wildretter am Mähwerk in Kombination mit langsamerem Fahren und dem Mähen von innen nach außen bzw. von einer Seite zur anderen eingesetzt werden.

Vergrämen und Vertreiben

Was ist beim Vergrämen und Vertreiben von Rehkitzen wichtig, um einen Gewöhnungseffekt zu vermeiden?

Beim Vergrämen und Vertreiben von Rehkitzen ist es wichtig, dass ein neuer Reiz auf einer Fläche gesetzt wird, der die Rehgeiß beunruhigt und sie dazu veranlasst, ihr Kitz aus der Fläche zu holen. Um einen Gewöhnungseffekt zu vermeiden, dürfen Scheuchen (Flatterbänder, Licht- und Tonsignale) oder andere Maßnahmen erst einen Tag (maximal zwei Tage) vor dem Mähen aufgestellt oder durchgeführt werden. Zudem ist es wichtig, den Bereich, um die Scheuche nach Rehkitzen abzusuchen.

Aufspüren, Sichern und Bergen

Wie erfolgt das Absuchen der Fläche mit einer Menschenkette?

Die Suche erfolgt im Abstand von 1 bis 3 m abhängig von der Bestandshöhe. Beim Absuchen der Fläche ist es wichtig, direkt Kontakt mit den Rehkitzen zu vermeiden und Einmalhandschuhe zu tragen. Beim Fangen und Sichern der Rehkitze sollten die Kisten oder Wäschekörbe, die über die Rehkitze gestülpt werden, festgesteckt werden, um zu verhindern, dass die Rehkitze entkommen.

Was passiert mit den geretteten Rehkitzen?

Die geretteten Rehkitze werden in der Regel an einen sicheren Ort gebracht und dort wieder ausgesetzt. Oftmals handelt es sich dabei um ein Gebiet in der Nähe des ursprünglichen Fundorts, das als sicher für die Tiere gilt.

Einsatz von Drohnen

Wann lohnt sich eine Drohne zur Kitzrettung?

Eine Kitzrettung mittels Drohne mit Wärmebildkamera ist bei richtiger Vorgehensweise sehr effektiv. Sie benötigen jedoch einen geübten Drohnenpiloten und mindestens drei bis vier Helfer, um die Kitzrettungsaktion durchzuführen. Eine Drohne mit Wärmebildkamera lohnt sich ökonomisch erst bei größeren jährlichen Einsatzgebieten, etwa ab 50 Hektar Grünlandfläche oder mehr.

Was muss bei der Verwendung von Drohnen mit Wärmebildtechnik berücksichtigt werden?

Drohnen mit hochauflösender Wärmebildtechnik können bei der Kitzrettung helfen, indem sie Rehkitze und kleine Gelege wie Boden- und Wiesenbrüter erkennen können. Ein Temperaturunterschied von ca. 8 bis 10 °C zwischen Rehkitz und Umgebung ist erforderlich, um Rehkitze mithilfe von klassischen Drohnen und Wärmebildkameras zu sichten. Optimal ist das Abfliegen mit der Drohne in der Morgendämmerung, bevor die Sonne den Boden erwärmt. Mithilfe der Infrarot-Technik lassen sich Jungtiere auf großen Flächen lokalisieren. Allerdings ist das Fliegen in sogenannten Flugverbotszonen nicht erlaubt, dazu zählen unter anderem Bereiche in der Nähe von Industrieanlagen oder Flughäfen. Darüber hinaus muss ein Abstand von 100 m zu Hochspannungsleitern eingehalten werden wodurch ggf. nicht die ganze Fläche abgesucht werden kann. Bei schlechter Witterung wie z. B. Nebel oder starkem Wind ist das Fliegen mit der Drohne nicht möglich.

Sie müssen den örtlich zuständigen Jagdausübungsberechtigten eng einbinden und seine Zustimmung einholen, da es sich um ein Aufsuchen, Nachstellen und Fangen von Wild handelt. Ohne Erlaubnis des Jagdausübungsberechtigten könnten Sie sich bei einem Drohneneinsatz zur Kitzrettung ansonsten dem Vorwurf der Jagdwilderei aussetzen.

Hinweise zur Mahd

Was muss der Landwirt während der Mahd beachten?

Um Rehwild, Feldhasen und Fasanen die Möglichkeit der Flucht zu gewähren wird von innen nach außen gemäht. Ausnahmen gelten bei stark hängigem Gelände. Die jeweilige Mähtechnik ist abhängig von der Form der Parzelle.

Im Mäh-Knigge der bayrischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) finden Sie eine detaillierte Übersicht geeigneter Methoden und Techniken.

Welche Systeme gibt es zur Erkennung von Wildtieren während der Mahd?

Das Sensosafe-System von Pöttinger ist ein System zur Rettung von Wildtieren bei der Mahd. Es funktioniert auf optischer Basis und besteht aus einem Sensorbalken, der etwa 1,2 m über dem Boden schwebt und Nahinfrarot-Lichtquellen mit Nahinfrarot-Sensoren kombiniert. Die Sensoren detektieren die Fläche etwa 1,7 m vor dem Mähbalken am Frontmähwerk und etwa 5,8 m vor den Mähbalken an der Heckkombination. Sobald ein Tier erkannt wird, sendet das System ein Signal an das Steuergerät und das Mähwerk hebt automatisch aus. Das System kann unabhängig von Sonnenlicht und Temperatur arbeiten, da es Nahinfrarot-Strahlung ausstrahlt und reflektierende Strahlen erkennt. Die Sensitivität der Sensoren lässt sich im Terminal einstellen, um Fehlauslösungen zu vermeiden. Das Sensosafe-System kann auf verschiedenen Mähwerken von Pöttinger eingesetzt werden und ist auch für Heckmähwerke verfügbar.

Finanzierung und Versicherung

Können die Ausgaben für die Anschaffung der Drohne, sowie die Kosten der Versicherung steuerlich geltend gemacht werden?

Sie können die Anschaffungskosten für eine Drohne zur Kitzrettung sowie die laufenden Kosten wie die Versicherung als Betriebsausgaben steuermindernd geltend machen. Die Anschaffungskosten können Sie über drei Jahre abschreiben. Allerdings müssen Sie beachten, dass eine private Nutzung ausgeschlossen ist, um den gesamten Betrag absetzen zu können.

Gibt es spezielle Förderungen für die Anschaffung einer Drohne zur Wildtierrettung?

Im Jahr 2023 wird das Drohnentechnik-Förderprogrammfür Wildtierrettung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft fortgesetzt. Insgesamt werden 2 Mio. € bereitgestellt.

Wie können sich Landwirt oder Jäger gegen Unfälle bei der Kitzrettung versichern?

Landwirte und Jäger können sich gegen Unfälle bei der Kitzrettung über eine landwirtschaftliche Betriebshaftpflichtversicherung absichern. Es ist wichtig, dass die Versicherung auch Schäden durch Drohnenabstürze abdeckt.

Dieses FAQ ist eine Zusammenfassung von top agrar Meldungen, die mit Unterstützung von ChatGPT erstellt wurde.

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