Aktionsplan Insektenschutz

Klöckner entschärft Regeln für Insektenschutz in der Landwirtschaft

Das Landwirtschaftsministerium hat seine Pflanzenschutzvorschriften für das Insektenschutzpaket der Bundesregierung fertig. Es reduziert darin die geplante Fläche für Pflanzenschutz-Verbote deutlich.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) hat seine Teile für den Aktionsplan Insektenschutz der Bundesregierung fertig. In der betreffenden Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung hat das BMEL vor allem die Fläche für die geplanten Pflanzenschutz-Verbote deutlich verkleinert. Diese sollen nach Informationen von top agrar nur noch in bereits bestehenden nationalen Schutzgebieten, das sind Naturschutzgebiete, Nationalparks, Nationale Naturmonumente, Naturdenkmäler und gesetzlich geschützte Biotope, gelten. Damit wären FFH-Gebiete und Vogelschutzgebiete von den Maßnahmen nicht mehr betroffen.

FFH- und Vogelschutzgebiete sollen außen vor bleiben

Ursprünglich hatte die Bundesregierung im Aktionsplan Insektenschutz Verbote für bestimmte Insektizide und Herbizide in Schutzgebieten vorgesehen, die etwa 10% der landwirtschaftlichen Fläche ausmachen. Mit der Änderung wären nun nur noch bis zu 1,7% der Fläche betroffen. Außerdem sollen dort nur bienengefährliche Insektizide, die als B1 Mittel ausgewiesen sind, und Herbizide verboten werden. Ursprünglich hatte das Bundesumweltministerium (BMU) formuliert biodiversitätsschädigende Insektizide und Herbizide in Schutzgebieten, die FFH-Gebiete und eventuell auch Vogelschutzgebiete umfassen, verbieten zu wollen. Damit wären zahlreiche landwirtschaftlich genutzte Flächen betroffen gewesen, für die den Landwirten bei der Ausweisung als FFH-Gebiet versprochen worden war, dass es nicht zu Produktionseinschränkungen für sie kommt.

Glyphosat auf dem Acker nur noch in Ausnahmefällen

In die neu...


Mehr zu dem Thema

Die Redaktion empfiehlt

Beim strittigen Thema Insektenschutzgesetz dreht sich die Eskalationsspirale weiter. Umweltministerin Schulze macht Druck und der Bauernverband warnt vehement.

Zwischen CDU/CSU und SPD werden die Gräben zum Insektenschutz und Pflanzenschutz immer tiefer. Die Opposition veranlasst das, erst recht auf Attacke zu setzen.

Gewässerrandstreifen und Biotope

Merkel soll im Streit ums Insektenschutzgesetz schlichten

vor von Stefanie Awater-Esper

Der Streit zwischen Klöckner und Schulze über das Insektenschutzgesetz verschärft sich. Dabei handelt es sich insbesondere um die vom Umweltministerium geplanten Vorschriften zum Pflanzenschutz.

Das Bundesumweltministerium strebt an, das Insektenschutzgesetz noch im Oktober im Kabinett zu verabschieden. Es legt einen Entwurf mit 10 Metern Gewässerrandstreifen beim Pflanzenschutzeinsatz vor.


Diskussionen zum Artikel

von Rudolf Nattebrede

Frau Ministerin Klöckner

Wie war das noch? Deutschland ist doch Mitglied in der EU! Oder sind wir ausgetreten? Nein sind wir nicht! In der EU gelten für alle EU-Bürger die gleichen Rechte. Oder nicht. In der Landwirtschaft, der einzige geregelte Bereich in der EU, gilt das scheinbar nicht. Jedes Land ... mehr anzeigen

von Andreas Gerner

Wurde von folgenden TATSÄCHLICHEN Bedrohungen für die Insektenwelt schon etwas WIRKSAM begrenzt:

- Versiegelung (JEDEN TAG 600000 m² allein in Deutschland) - verdoppelter PKW Verkehr - verdreifachter Lastverkehr - Verdoppelter Flugverkehr - Lichtemmission - keine Fugen an Gebäuden mehr zum Überwintern - Steingärten - Luftschadstoffe - Mobilfunk (von null auf 98% ... mehr anzeigen

von Andreas Gerner

Mal gespannt, was am Ende raus kommt.

Je nach dem, was das BMU da reinknört, wird es mitunter viele Betriebe geben, die es hart trifft. 3/4 meiner Flächen sind laut Layerinformation Naturpark. Wenn das da gelten sollte, hieße das für mich Zwangsbio ohne Ausgleich. Enteignung nenne ich das.

von Willy Toft

Soll das eine Antragswirtschaft werden, wo PSM- Einsatz nur per Ausnahme genehmigt wird?

Wie schnell so etwas genehmigt wird, sehen wir ja jetzt schon mit all den Auflagen und Vorgaben.... Den optimalen Zeitpunkt werden wir wohl nicht mehr hinbekommen! Armes Deutschland, wo gut ausgebildete Bauern entmündigt werden!

von Rudolf Rößle

Die Herkulesaufgabe kommt noch

wenn jeder 3 ha Bio sein soll. Wer will und soll es machen. In unserer Region sehe ich keinen großen Umstiegswillen. Da müssten die Biopreise noch mal ordentlich anziehen um Anreize schaffen zu können.

von Hans Spießl

warte ab

auf schwächeren Standorten wo auch die Pachtpreise nicht so extrem sind wird die Nachfrage nach Bio gerade von finanziell Schwachen Landwirten sehr groß sein - keine Ausgaben mehr für Betriebsmittel Pflanzenschutz/Dünger und dann aber in etwa ... mehr anzeigen

von Wolfgang Rühmkorf

wow

Das wird aber wieder knallen zwischen BML und BMU! Vernunft versus Ideologie!

von Wilhelm Grimm

Sie werden auch ein wenig Show machen, Alibi muss sein.

Denen dürfen wir nicht mehr trauen.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen