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BayWa in Insolvenzgefahr Ernte 2024 GAP-Vereinfachungen

Umfrageergebnisse

Maiskomitee berichtet über Stand der Maisaussaat in den Bundesländern

Das Maiskomitee hat sich in Deutschland umgehört, wie die Maisaussaat verläuft, welche Flächengrößen erwartet werden und ob genug Saatgut verfügbar ist.

Lesezeit: 7 Minuten

Wie in jedem Jahr hat das Deutsche Maiskomitee (DMK) auch in diesem Frühjahr Beratungsstellen in den wichtigen Mais-Anbauregionen Deutschlands befragt, wie sie die Anbaufläche einschätzen, welche Aussaatvorbereitungen bereits getroffen wurden und welche Besonderheiten die Aussaat in diesem Jahr prägen könnten. Die Interviews wurden Mitte März 2024 geführt.

Niedersachsen:  Flächenzunahme erwartet

von Karl Gerd Harms, LWK Niedersachsen

Angesichts der schwierigen Aussaatbedingungen insbesondere für Winterweizen sowie der begrenzten Saatgutverfügbarkeit für Sommergetreide sowie der bereits fortgeschrittenen Zeit in Bezug auf die Aussaat von Sommergetreide ist hier nicht mit einer großen Kompensation zu rechnen, auch weil bisher viele Böden nicht befahrbar, geschweige denn bearbeitbar sind. Diese Rahmenbedingungen sprechen für einen steigenden Maisanbau.

Das merken wir auch anhand von Anfragen, die unser Haus erreichen. Wieviel Mais in Niedersachsen wachsen wird, ist schwer zu sagen. Es ist aber davon auszugehen, dass nach Anbaurückgängen in den vergangenen Jahren in diesem Jahr wieder etwas mehr als 600.000 ha ausgesät werden.

Zur Erfüllung des GLÖZ 7 ist in diesem Jahr mit einer deutlichen Ausweitung des Maismischanbaus zu rechnen. Hier nehmen insbesondere Mischungen mit Stangenbohnen, Sudangras und Ackerbohnen eine wichtige Rolle ein, die es den landwirtschaftlichen Betrieben ermöglichen, die Futtergrundlage unter Einhaltung der GAP-Vorgaben für ihre Viehbestände sicherzustellen.

Aussaatvorbereitungen wurden bis zum jetzigen Zeitpunkt noch keine getroffen. Selbst Saatgut ist noch längst nicht von allen Betrieben geordert worden.

Mecklenburg-Vorpommern: Maisaussaat später als üblich

von Dr. Hubert Heilmann, LALF M-V

Die Feldarbeiten sind erst Anfang März angelaufen, deutlich später als in den vorangegangenen Jahren. Die Böden sind noch zu feucht/nass gewesen, um sie befahren zu können. Der kalte und recht trockene Ostwind hat die Bodenoberfläche in den letzten Tagen merklich abgetrocknet, sodass die Befahrbarkeit nun von Tag zu Tag zunimmt. Derzeit werden viele Arbeitsgänge für die Winterungen durchgeführt (v. a. Düngung und Pflanzenschutz).

Ab der zweiten Märzhälfte rücken die Feldarbeiten, besonders die für die „frühen“ Sommerungen in den Fokus, die 2024 deutlich später durchgeführt werden als in den Vorjahren. Die Maisaussaat wird erst folgen, wenn die Bestellarbeiten für Sommergetreide und Körnerleguminosen abgeschlossen sind. Das wird voraussichtlich in diesem Jahr nach Ostern der Fall sein.

Die späten Winterungen-Aussaaten konnten im letzten Jahr teils witterungsbedingt nicht überall wie geplant durchgeführt werden (Befahrbarkeitsprobleme). Hier wird es auch noch einen kleinen Flächenanteil an Umbrüchen geben. Daher rechne ich 2024 mit einem leichten Anstieg der Anbauflächen bei den Sommerungen, was auch dem Mais zugutekommen dürfte.

Nordrhein-Westfalen: Ausdehnung des Gemengeanbaus

von Norbert Erhardt, LWK NRW

Die Befahrbarkeit der Flächen ist nach dem regenreichen Winter nur eingeschränkt möglich. Vorrangig wurden bislang Pflegearbeiten in Getreide- und Rapsbeständen gefahren. Regional konnten erste Sommerungen wie Sommerweizen und Ackerbohnen gesät werden. Aussaatvorbereitungen zur Maisaussaat sind bislang noch gar nicht gelaufen. Wir raten auch abzuwarten! Insbesondere für schwere Güllefässer ist der Boden in der Regel auch noch nicht tragfähig genug.

Nach den guten Silomaiserträgen 2023 und zuletzt schlechterer Wettbewerbsfähigkeit von Körnermais konnten Futterbaubetriebe und Biogasanlagen Futterreserven anlegen. Vor diesem Hintergrund ist mit einer stagnierenden, tendenziell rückläufigen Maisanbaufläche in NRW (bis zu -10 %) zu rechnen. Allerdings konnte vielfach kein Wintergetreide gesät werden und in staunassen Lagen stehen Getreidebestände teils schlecht. Zum Teil muss umgebrochen werden.

Nicht zuletzt werden Flächen frei, da der Zwang zur Brache 2024 ausgesetzt ist. Zwangsläufig folgen jetzt Sommerungen, zum Teil auch Mais. Probleme bereitet dann unter Umständen auch der Fruchtwechsel nach GLÖZ 7 der GAP 23. Dadurch wird sich die Maisanbaufläche eher oder mindestens auf dem Vorjahresniveau stabilisieren. Bezüglich möglicher Maisgemenge (mit Stangenbohne, Ackerbohne oder Sorghum) ist mit einer deutlichen Flächenausdehnung zu rechnen.

Die Nässe im Herbst und Winter wird eher zur Ausdehnung der Anbaufläche führen. Mais kommt bezüglich der Aussaattermine auch mit einer Bestellung im Mai noch gut zu Recht. 2023 wurde bis Anfang Juni gesät. Die Erträge fielen dabei besser aus als erwartet.

Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz: konstant regnerisches Wetter

von Dr. Hubert Sprich, Cornexo GmbH

Bei uns ist es konstant regnerisch, was die Aussaat von Mais selbst in den warmen Regionen (Markgräflerland, Kaiserstuhl etc.) bis weit in den April verzögern dürfte. Die anhaltenden Niederschläge verhinderten bisher weitgehend die Saatbettvorbereitung sowie das Ausbringen der Gülle, so dass ich aktuell von einer späteren Saat ausgehe. Flächen, die vor der Frostperiode im Januar gepflügt wurden, zeigen eine gute Frostgare. Sobald es die Bodenverhältnisse erlauben, sollten die Flächen abgeschleppt werden.

Die Anbaufläche von Körnermais dürfte in Baden-Württemberg – infolge von nässebedingten Schwierigkeiten bei der Saat von Winter- und Sommergetreide und der Aussetzung der Flächenstilllegung um etwa fünf Prozent auf über 56.000 ha zunehmen. Die seit diesem Jahr vorgeschriebene Einhaltung der Fruchtfolgeregelung (GLÖZ 7) wird sich in den intensiven Körnermaisgebieten Baden-Württembergs und der Oberrheinebene kaum auswirken: Hier galt bereits seit 2014 eine Anbaubeschränkungen bei Mais auf maximal 66 % der Fläche infolge des Maiswurzelbohrerbefalls.

Dagegen ist zu erwarten, dass der Körnermaisanbau in der Süd- und Vorderpfalz durch GLÖZ 7 um etwa 10 % reduziert wird und damit die Körnermaisfläche in Rheinland-Pfalz auf unter 9.000 ha fallen könnte. Beim Silomaisanbau ist gegenüber dem Vorjahr keine größere Veränderung in der Fläche zu erwarten, weder in Baden-Württemberg (ca. 180.000 ha) noch in Rheinland-Pfalz und dem Saarland (ca. 36.000 ha).

Wir hatten im Südwesten deutlich weniger Probleme mit überfluteten Flächen, aber auch hier war es bisher häufig zu nass für die Saat von Sommergetreide. Diese Flächen stehen nun für spätere Sommerungen wie Mais zur Verfügung. Die üppigen Niederschläge haben die Wasservorräte im Oberboden weitgehend aufgefüllt. Damit kann der Mais auf einen deutlich größeren Wasservorrat zurückgreifen als in den vergangenen Jahren. Dies stimmt optimistisch für den Maisanbau 2024.

Brandenburg: Wenig Besonderheiten im Vergleich zu Vorjahren

von Gert Barthelmes, LELF Brandenburg

Der Stand der Aussaatvorbereitung weist keine Besonderheiten im Vergleich zu anderen Jahren auf. Auch die Anbaufläche 2024 dürfte keinen gravierenden Veränderungen unterliegen. Einerseits wurde Silomais 2023 überwiegend zufriedenstellend geerntet, was gegen eine großflächige Anbauausdehnung spricht. Andererseits könnte witterungsbedingt nicht ausgesäter Winterweizen durch Mais ersetzt werden. Das spielt auf den leichten Diluvialböden aber eine eher untergeordnete Rolle und könnte vor allem auf besseren Böden in der Uckermark oder dem Oderbruch ins Blickfeld rücken.

Hohe Wasserstände gab es vorrangig auf grundwasserbeeinflussten Standorten (besonders Grünland, aber auch Ackerstandorte). In der Region gab es inzwischen seit drei bis vier Wochen keinen nennenswerten Niederschlag mehr. Abgesehen von kleineren Staunässearealen sind die meisten Ackerflächen bearbeitbar. Aus heutiger Sicht steht damit der erst in einem Monat beginnenden Maisaussaat nichts entgegen.

Schleswig-Holstein: Viele Faktoren beeinflussen die Flächenentwicklung

von Elke Grimme, LWK S-H

Die Flächen trocknen nach dem nassen Herbst und Winter langsam ab, doch noch ist deren Befahrbarkeit nicht überall gegeben. Die Vorbereitungen zur Maisaussaat sind noch nicht in Gange.

Die Flächenentwicklung in Schleswig-Holstein hängt von vielen Faktoren ab. Unter anderem sind zunächst die hohen Silomaiserträge vom letzten Herbst zu nennen, aber auch das abrupte Ernteende im Oktober aufgrund nicht enden wollender Niederschläge. Nicht jede Maisfläche wurde beerntet. Aufgrund der Nichtbefahrbarkeit konnten auch vielerorts geplante und auch bereits zur Aussaat fertig vorbereitete Ackerflächen nicht mit Wintergetreide bestellt werden. Auch die sich nun stellende Frage nach dem Umbruch von bereits mit Winterkulturen bestellten Flächen ist noch nicht abgeschlossen.

Die zum Teil geringe Saatgutverfügbarkeit von Sommerungen ist ebenso zu benennen wie die Herausforderungen des Fruchtwechsels nach GAP 23. Wird diesjährig ein Antrag für Agrarförderung gestellt, können in Fruchtfolgen mit hohem Silomaisanteil verschiedene Maismischungen als Fruchtfolgeglied (Mais mit Stangenbohne, Sorghum, Sonnenblume, Ackerbohne) platziert werden.

Das bis Mitte März eingetretene trockene Wetter lässt die Ackerflächen langsam abtrocknen und gibt Hoffnung für eine ordentlich durchführbare Saatbettbereitung mit anschließender Maisaussaat ab Mitte/Ende April. Noch haben keine Aussaatvorbereitungen stattgefunden. Die Maisaussaat kann –wenn notwendig – noch weit in den Mai geschoben werden.

Bayern: Saatgut ist bestellt, jetzt heißt es warten

von Dr. Barbara Eder, LfL Bayern

Im Grunde lässt sich sagen: Das Maissaatgut ist bestellt. Und alle warten, dass sie ihre Äcker vorbereiten können. Bezüglich der Flächenentwicklung erwarten wir keine großen Veränderungen. Mais hat trotz aller Widrigkeiten immer noch die beste Leistung.

Eine Besonderheit in diesem Jahr sind die verbreitet hohen Wasserstände. Diese könnten ein Problem werden, was sich jedoch erst in den nächsten Wochen zeigen wird. Die Böden sind überwiegend noch wassergesättigt. Hier gilt es Ruhe zu bewahren und lieber später auszusäen.

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