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Niedersächsischer Nährstoffbericht zeigt weiterhin Überschüsse in tierintensiven Regionen

Die Landwirte in Niedersachsen reduzieren spürbar ihre Düngung. Nur in den Kreisen Cloppenburg und Vechta sind die Stickstoffmengen noch zu hoch. Bentheim und Wilhelmshaven schaffen es so gerade.

Lesezeit: 5 Minuten

Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium hat den neuen Nährstoffbericht der Landwirtschaftskammer Nds. vorgestellt. Dieser zeigt durch seine Darstellung auf Kreisebene große regionale Unterschiede.

Landesweit stimmt der Trend, aber es gibt weiter regionale Probleme, insbesondere bei der endlichen Ressource Phosphat, sagte Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte am Mittwoch. Konkret geht es um den Meldezeitraum vom 1. Juli 2021 bis zum 30. Juni 2022.

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In dem Bericht werden die Ergebnisse des Nährstoffanfalls aus der Tierhaltung und den Biogasanlagen sowie der Mineraldüngung dem in der Düngeverordnung angesetzten Düngebedarf der Pflanzen gegenübergestellt und bewertet. Bei der Ausbringungsmenge haben auch die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine eine Rolle gespielt.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

  • Der Stickstoff-Düngesaldo, also ein Wert für den der berechnete Bedarf und die tatsächliche Düngung gegenübergestellt werden, ist auf das ganze Land bezogen mit -16.219 Tonnen Stickstoff (im vorigen Berichtszeitraum -3.655 t Stickstoff) nochmals deutlich gesunken und weiterhin unterhalb der rechtlich zulässigen Stickstoff-Düngung gemäß der Düngeverordnung (DüV).

    In neun Landkreisen liegt jedoch nach wie vor eine rechnerische Überschreitung des in der Düngeverordnung angesetzten Düngebedarfs der Pflanzen vor. Die Kreise müssen daher verstärkt Nährstoffe abgeben.
  • Der Dung- und Gärrestanfall aus der Tierhaltung und aus Biogasanlagen ist erneut um rund 0,6 Mio. t (-1,1 %) leicht gesunken (von rund 54,6 Mio. t auf 54,0 Mio. t).
  • Zwei Landkreise übersteigen im Durchschnitt rechnerisch die in der Düngeverordnung festgelegte 170 kg N-Grenze Grenze der Stickstoffaufbringung aus organischen und organisch-mineralischen Düngemitteln: die Landkreise Cloppenburg (197 kg/N/ha) und Vechta (172 kg/N/ha).

    Betriebe dürfen in Deutschland pro Hektar und Jahr nicht mehr als 170 kg Stickstoff aus organischen und organisch-mineralischen Nährstoffen ausbringen. In der Grafschaft Bentheim (170 kg/N/ha) und in Wilhelmshaven (166 kg/N/ha) wird die 170 kg N-Grenze nur knapp nicht überschritten. Im vorigen Berichtszeitraum 2020/21 wurde der Wert in den Landkreisen Cloppenburg und der Grafschaft Bentheim überschritten.
  • Ein positiver Trend setzt sich fort: Wie bereits in den vergangenen sechs Berichtsjahren ist die Entwicklung in den Landkreisen mit hohem grundlegendem Stickstoffanfall aus Tierhaltung und Biogasanlagen in Bezug auf die N-Obergrenze insgesamt positiv rückläufig.
  • Die Gesamtheit der zu meldenden Wirtschaftsdünger- und Gärrestverbringungen, also der Verbringung von einem Betrieb mit organischem Nährstoffanfall in einen anderen Betrieb mit einem Aufnahmebedarf an Nährstoffen, ist mit 38 Mio. t weiter auf hohem Niveau. Zuvor lag dieser Wert bei 37,8 Mio. t.

    Preissteigerungen bei Mineraldüngern haben eine Verbringung von Wirtschaftsdüngern im vergangenen Berichtszeitraum attraktiver gemacht. Die Region Weser Ems hat dennoch leicht rückläufige Zahlen. Die Nährstoffexporte sind um 0,2 Mio. t zurück gegangen. Sie lagen nun bei 3,3 Mio. t Wirtschaftsdünger.
  • In ganz Niedersachsen ist der Mineraldüngerabsatz nach den Zahlen des Statistischen Bundesamtes um rund 20.000 t N erneut deutlich gesunken – auf einen bisherigen Tiefststand von rund 166.000 t N-Mineraldüngerabsatz in Niedersachsen.
  • In insgesamt 18 Landkreisen beziehungsweise kreisfreien Städten übersteigt die Phosphataufbringung mit organischen Düngern die Phosphatabfuhr. Auf das ganze Land gerechnet gibt es einen Überschuss von rund 19.946 t Phosphat. Gegenüber dem vorherigen Bericht hat sich dieser Überschuss durch Rückgang der organisch aufgebrachten Mengen sowie der mineralischen Mengen jedoch um rund 2.684 t Phosphat (P2O5) verringert.
  • Bezüglich der Nährstoffbelastung in den Grund- und Oberflächengewässern zeigen sich gegenüber dem vorherigen Nährstoffbericht bisher kaum Veränderungen. 28 % der 167 Grundwassermessstellen, die Niedersachsen für den bundesweiten Nitratbericht meldet, zeigten im Jahr 2021 Nitratgehalte über 50 mg NO3/l auf – genau wie im Vorjahr.

    Es ist zu prüfen, ob und wann es sich im Grundwasser niederschlägt, dass der Nährstoffeintrag durch die Landwirtschaft in den vergangenen Jahren zurück gegangen ist. Zudem müssen insbesondere regions- und standortbezogen vorhandene Nährstoffüberschüsse konsequent abgebaut werden, um die daraus resultierenden Gewässerbelastungen aus dem Nährstoffeinsatz der Landwirtschaft weiter zu reduzieren und um die Ziele der EG-Wasserrahmenrichtlinie und EG-Nitratrichtlinie zu erreichen.

Ministerin Staudte lobte die Bauern, allerdings seien die nach wie vor festgestellten Überschreitungen "ein großes Problem für unser Grundwasser und die Oberflächengewässer". "Wir müssen ein besonderes Augenmerk auf die Phosphatüberschüsse richten, die es künftig zu vermeiden gilt."

Mit Blick auf die kommenden Jahre will sie die Kritik der Landwirtschaft aufgreifen und ein verursachergerechtes System in der Landesdüngeverordnung integrieren, bei dem eine effektive und zielgerichtete Bewertung und Kontrolle der ordnungsgemäßen Düngung in den Fokus rückt. "Auf Bundesebene werde ich mich dafür einsetzen, dass zukünftig auch der Düngemittelabsatz beim Mineraldünger erhoben werden darf“, so Staudte.

AEF geht von fehlerhafter Datengrundlage aus

Dem Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland AEF kommt im vorliegenden Bericht die negative Entwicklung der Schweinehaltung in den Veredelungsregionen Niedersachsens seit Ausbruch der Corona-Krise und der ASP nicht ausreichend zum Ausdruck.

Steigende Futtermittel- und Energiekosten seit Beginn des Ukraine-Konfliktes hätten die Wirtschaftlichkeit der Schweinehaltung zudem nochmals verschlechtert. Die dem Bericht zugrunde liegenden Schweinezahlen aus den Daten Tierseuchenkasse spiegelten diese Realität leider nur eingeschränkt wieder, weil sie von einer Vollbelegung der Mastplätze und kontinuierlichen Umtrieben ausgehen, sagt AEF-Vorstand Sven Guericke.

Verringerte Schlachtzahlen sowie die Reduktion der Futtermittelproduktion belegen seiner Meinung nach aber eindeutig geringere Schweinezahlen und erklären somit auch die rückläufigen Wirtschaftsdüngertransporte. Damit verbunden sollte künftig auch ein weiter sinkender Nährstoffanfall in der Region verbunden sein.

Die Bemühungen der Landwirte in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta zeigen - auch wenn die Grenzwerte an Stickstoff und Phosphor noch teilweise überschritten werden - einen positiven Trend, der sich in den kommenden Jahren sicher verstärken wird. „Dennoch müssen wir weiterhin an unseren Bemühungen festhalten, Dünger bedarfsgerecht einzusetzen und die anfallenden Nährstoffe im Sinne einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft zu verwerten“, so Guericke.

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