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Neues von den Öko-Feldtagen auf dem Gladbacherhof

Unser Ackerbauteam ist für Sie bei den Öko-Feldtagen und berichtet über Neues aus der Biobranche. Diese Meldung wird laufend erweitert.

Lesezeit: 13 Minuten

Bis Donnerstag finden die dritten Öko-Feldtage auf der Hessischen Staatsdomäne Gladbacherhof in Villmar statt. Der Gladbacherhof ist Lehr- und Versuchsbetrieb der Justus-Liebig-Universität Gießen. Das top agrar-Ackerbauteam ist vor Ort und berichtet.

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Die Innovationsbeispiele 2022

Auf den Ökofeldtagen können die Besucher eine Reihe Innovationsbeispiele kennenlernen. Neben dem Farmdroid ist u.a. der Solartrecker unter den Innovationen.

Dieser Traktor mit Elektroantrieb fährt leise und bodenschonend. Die 6 m² Solarzellen erzeugten eine Energieleistung von bis zu 1,2 KW, die Kapazität der Batterie reicht für zwei bis acht Stunden. Die Hochleistungsakkus mit einer Speicherkapazität von 15 bis 25 KW sorgen für einen autarker Tagesbetrieb. Der Elektro-Geräteträger wurde mit dem Erfinderpreis des Landes NRW ausgezeichnet.

Eine weitere Innovation ist die variable Sämaschine von den Landwirten Schmitt und Brand. Die 6 m-breite Maschine kombiniert eine exakte Saatgutablage mit einem variablen Aufbau. Alle Elemente sind mechanisch geklammert. Somit können Landwirte und Landwirtinnen verschiedene Reihenweiten realisieren. Das Vorwerkzeug ist zwischen den Reihen angeordnet. Die Rückverfestigung erfolgt nur in der Saatreihe, wo sich auch die Maschine abstützt. Das nachfolgende Säschar mit Andruckrolle legt das Saatgut auf den rückverfestigten Bereich ab.

Wer in der Reihe hacken will, kann auf den Photoheyler zurückgreifen. Die Innovation ist für Rüben konstruiert und erkennt per Kamera die Pflanzen. Die diagonal angeordneten Schare hacken in und zwischen den Reihen. Die 12-reihige Maschine lässt sich am besten im Frontanbau nutzen.

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Sortenwahl im Grünland ist standortabhängig

In den Demonstrations-Versuchen Futterbau zeigte u.a. Katharina Weihrauch vom Landesamt für Landwirtschaft Hessen (LLH), warum empfohlene Sorten im Grünland wichtig sind. Zwar wächst die empfohlene Luzerne im direkten Vergleich etwas niedriger als die italienische Luzerne. Allerdings geht die empfohlene Sorte nicht so stark ins Lager, bringt weniger Auswinterungsverluste mit sich – und höhere Trockenmasseerträge. Warum das so ist zeigt Weihrauch an zwei Luzernestängeln: Die Empfohlene Sorte ist auch am unteren Stängelteil beblättert, während die italienische Sorte dort unbeblättert ist.

Zudem hat sich für diesen Standort gezeigt, dass er für Rotklee ungünstig ist. Für die inzwischen zweijährigen Versuchsparzellen haben die Berater extra Rotklee nachgesät, doch auch dieser Bestand sieht lückig aus. Daher kommt die Hofmischung der Staatsdomäne ohne.

Welche empfohlenen Arten und Sorten auf den eigenen Standort passen, sollten Landwirte am besten selbst ausprobieren, empfiehlt Weihrauch.

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Was leistet Agroforst?

Wie wirken sich Agroforstreihen im Acker auf die Erträge aus? Ist Agroforst eine Möglichkeit, dem Klimawandel zu begegnen? Die Erforschung von Agroforst-Systemen ist ein großes Thema auf den Ökofeldtagen. Die Uni Gießen hat auf dem Gladbacher Hof 2020 einen europaweit beachteten Langzeitversuch gestartet.

Zu sehen sind kombinierte Baumreihen aus Apfelbäumen, Werthölzern (Walnuss, Wildkirsche, Elsbeere, Speierling und Birne), Holunder und Pappeln, aber auch reine Apelbaumreihen mit jeweils 20 m Abstand zwischen den Bäumen in Hafer sowie Baumreihen in beweidetem Grünland. Über Sensoren im Boden und zahlreiche Untersuchungen wird u.a. die Kohlenstoffspeicherung, mikroklimatische Effekte, Bodenerosion und weitere klimarelevante Aspekte in den Agroforstsystemen untersucht.

Wichtig ist auch die Frage nach den Wechselwirkungen auf die Hauptkultur, z.B. durch Schattenwurf oder Wasserkonkurrenz. Die Forscher wollen aber auch die ökologischen und ökonomischen Leistungen von Agroforstsystemen untersuchen und Honorierungsysteme entwickeln.

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Kaum Unterschiede im Alltag von konventionellen und ökologischen Landwirtinnen

Insgesamt 7.345 Frauen nahmen an einer Onlineumfrage des Thünen-Institutes zum Thema „Lebens- und Arbeitssituation von Frauen auf landwirtschaftlichen Betrieben“ teil. Unter ihnen waren 679 Frauen von ökologischen Betrieben.

Insgesamt unterschied sich die Lebens- und Arbeitssituation zwischen den Frauen von ökologischen und konventionellen Betrieben kaum. In beiden Situationen finden sich die Frauen im Spannungsfeld zwischen eigener Rolle und Tätigkeiten wieder. Unter den Betriebsleiterinnen mit eigenere Betriebsgründung fanden sich etwas mehr ökologische Betriebsleiterinnen. Auch machten die Biolandwirtinnen im Schnitt 2 Tage mehr Urlaub im Jahr.

Der einzige sehr klare Unterschied zeigte sich in dem Aspekt „Image in der Gesellschaft“. Diesen fanden die Frauen der konventionellen Betriebe teils sehr belastend, während dies auf den Ökobetrieben eher gegenteilig wahr genommen wurde.

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Kartoffelkäfersammelmaschine "Beetle Collector"

Der Beetle Collector (KSG 4) ermöglicht das vierreihige, mechanische Aufsammeln von Kartoffelkäfern sowie dessen Larven. Mithilfe von Paddeln, die auf je zwei hintereinander laufenden Sammelaggregaten angebracht sind, werden die Kartoffelstauden in Bewegung versetzt. Die Kartoffelkäfer und die Larven werden direkt durch den Sog der Paddel gegen die Pralltücher geschleudert und in Sammelbehältern aufgefangen.

Eine Entleerung der Sammelbehälter ist durch Aufkippen des Beetle Collectors vom Traktor aus möglich. Die äußeren Sammelbehälter können nach vorne zur Mitte geschwenkt und arretiert werden, um eine Gesamtbreite unter 3 m zu erreichen. Die Maschine wiegt 990 kg.

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Unterschiedliche Milchleistung, unterschiedliche Fruchtfolge

Passend zum neuen Forschungsstall Green Dairy auf dem Gladbacherhof wurde eine an die beiden unterschiedlichen Milchviehherden angepasste Fruchtfolge getestet.

Während die Low-Input-Herde (7.000 l) ausschließlich über Gras und Luzerne versorgt wird, benötigen die 9.000 l Kühe (High-Input-Herde) intensive Zufütterung an Mais. Diese Maisfläche wird bei der Low-Input-Fruchtfolge mit Kartoffeln oder Weizen bestellt, die dann für die Humanernährung zur Verfügung stehen. Dies zeigt, wie die unterschiedliche Intensität in der Milchproduktion die Fruchtfolge beeinflussen kann. In dem Projekt forscht die Justus-Liebig-Universität auch zu den Klimaauswirkungen der unterschiedlichen Systeme.

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Mulch schützt Kartoffeln

Eine Mulchauflage aus Wick-Triticale soll die Kartoffeln vor Erosion schützen und gleichzeitig Unkraut unterdrücken. Das Gemenge aus Wicke und Triticale steht als Zwischenfrucht vor den Kartoffeln, wird gemulcht und fungiert dann als schützende Auflage auf den Kartoffeldämmen.

Das günstige C/N-Verhältnis bei Wicke und Triticale (besser als Wick-Roggen) sowie die N-Fixierungsleistung der Wicke bilden die N-Zufuhr der Kartoffel. Gleichzeitig werden nicht nur Unkräuter unterdrückt (gerade Wicke hat eine deutliche allopathische Wirkung), auch der Besatz an Kartoffelkäfern und Kartoffelkäferlarven war deutlich reduziert (30 bzw. 70 %).

Als Mulchauflage wäre laut Projektleiter Stephan Junge von der Uni Kassel auch die Silage der letzten Grasschnitte, die für die Milchviehfütterung eher uninteressant sind denkbar oder auch jegliche Form von Silageresten (Bild). Wegen der teils hohen N-Fragten der Mulchauflage, muss die Nachfrucht der Kartoffel in der Lage sein, freiwerdenden Stickstoff aufnehmen zu können. Beispielsweise würde sich Weizen anbieten.

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Großes Interesse an Carbon Farming

Viele Zuhörer versammelten sich bei dem Vortrag von Dr. Hans Paulsen vom Thünen Institut zum Thema Humusaufbau durch Carbon Farming. Er stellte heraus, dass die effektivsten Maßnahmen zum nachhaltigem Humusaufbau im Erhalt bzw. Rückführung von Mooren, Aufbau von Grünland und Agroforestsystemen besteht.

Humusaufbau auf Ackerböden sei dagegen schwierig und auch kaum sicher nachweisbar. Hier besteht auch das Risiko von Humuszertifikaten.

Der Nachweis der Humusmehrung ist relativ unsicher. Die hohe Variabilität im Feld führt schnell zu Fehlern bei Bodenproben. Variationen zwischen 3 bis 5 t/ha sind keine Seltenheit. Daher warnt Her Paulsen auch vor zu großen Hoffnungen auf einer neuen Einnahmequelle durch Humuszertifikate. Auch wies er darauf hin, dass kurzfristige Maßnahmen schnell wieder verpuffen. Ziel sei es daher, daher die oben genannten langfristigen Maßnahmen zu fördern.

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In Fruchtfolgen denken

Wie langfristig stabile Fruchtfolgen aussehen könnten, erklärt Biolandberater Alexander Watzka seinen Zuhörern. „Wir sollten mehr auf die Grundregeln der Fruchtfolge achten“, sagt Watzka. Dazu sollte man in der Fruchtfolge

  • > 20% Klee und Luzerne (einjährig bis überjährig),
  • < 20% Körnerleguminosen und
  • 60% Halmfrüchte anbauen.

Der Anteil einer einzelnen Kultur sollte in der Fruchtfolge weniger als 40%. Zudem sind die kulturspezifische Anbauabstände zu beachten, um Krankheiten zu vermeiden.

Eine weitere Grundregel ist die Vielfalt, so Watzka. Ideal sollte man diese Anbauverhältnisse in seiner Fruchtfolge einplanen:

  • Sommerung und Winterung 50:50
  • Tief- und Flachwurzler 60:40
  • Halm- und Blattfrucht 50:50

Ausgehend vom Kleegras lautet seine Fruchtfolge für einen eher schweren Standort im Süden: Kleegras (zweijährig) – Winterweizen + Zwischenfrucht – Mais – Ackerbohne – Winterroggen bzw. Dinkel

Auf leichteren Standorte und in Wasserschutzgebieten würde es sich anbieten, Weizen und Mais zu tauschen. Sollten die Backqualitäten nicht erreicht werden, könnte man auch Dinkel statt Weizen anbauen. Durch das Kleegras ergibt sich eine deutlich positive Humusbilanz, es reguliert durch den häufigen Schnitt zudem Samenbildung und Wurzelunkräuter.

Auch Düngung in Fruchtfolgen denken

„Denken Sie auch Kalkung und Düngung in Fruchtfolgen.“

Wichtig sei u.a. die Calciumversorgung im Boden zu prüfen, ebenso das Calcium-Magnesium-Verhältnis, eine Überversorgung mit Kalium und Natrium führen zu Verschlämmung und labiler Bodenstruktur. Watzka empfiehlt die EuF-Untersuchung. Und falls gelockert wird, sollte man dies auch stabilisieren, z.B. durch tiefwurzelnde Zwischenfrüchte.

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Schlauer Stall für Biomilchvieh: Low-input und High-Input im Vergleich

Im neuen Forschungsstall auf dem Gladbacherhof werden zwei Holstein-Friesian-Herden getrennt voneinander aufgestallt, um verschiedene Fütterungssysteme und ihre Auswirkungen zu vergleichen. Jede Herde besteht aus 64 Tieren, die anhand ihrer Zuchtwerte ein identisches genetisches Potential aufweisen.

Eine Herde erhält eine High-Input-Futtermischung, ausgelegt auf 9.000 kg Milch, die andere eine Low-Inputmischung für ca. 7.200 kg. Bislang erreichte der Gladbacher Hof eine Leistung von 8.500 kg. Hauptunterschied bei der Fütterung der zwei Herden ist der Anteil an Maissilage und Kraftfutter. Später soll die Low-Input-Herde keinen Mais mehr bekommen.

Beide Gruppen füttert der Hof entsprechend ihres Laktationszeitpunktes mit einer hochlaktierenden und einer niederlaktierenden Futterration. Untersucht werden dann der Einfluss der Fütterungsintensität auf den Stoffwechsel der Milchkühe in der Trächtigkeitsphase, Genotyp-Emissions- und Genotyp-Fütterungs-Interaktionen hinsichtlich Tiergesundheit und Tierwohl. Dazu nehmen sie die Treibhausgasemissionen und Schadgase unter die Lupe.

Melkroboter misst Methangehalt der Atemluft

Ausgestattet ist der Stall mit einem Melkroboter und einem Futterroboter. Der Melkroboter misst nicht nur Fett- und Eiweißgehalt der Milch, sondern auch das Gewicht der Kuh und wie viel Methan ihre Atemluft enthält. Den Zugang zu den Weideflächen übernimmt Sensortechnik.

Das Besondere: Jede Kuh darf erst dann auf die Weide, wenn sie sich in den letzten fünf Stunden hat melken lassen. Bewerten wollen die Forscher am Schluß die gesellschaftliche Akzeptanz innovativer Verfahren im ökologischen Landbau und die ökonomische Nachhaltigkeit nach dem Konzept der wahren Kosten (true cost accounting).

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Saaten-Union: Erstmals Rotdinkel im Angebot

Die Saaten-Union baut ihr Portfolio für ökologisches Saatgut aus. So bestehen die bekannten Zwischenfruchtmischungen sind nun zu 100 % aus Ökosaatgut. Neu im Mischungsprogramm ist V-Max Kleegras Öko für mehrere Hauptnutzungsjahre und V-Max Erbsentriticale Öko als winterhartes Gemenge für GPS- oder Körnernutzung.

Auch der Markt für die Spezialkulturen Dinkel, Durum, Emmer und Einkorn wächst. „Wobei die gar nicht so speziell sind“, sagt Felix Buchholz von der Südwestdeutschen Saatzucht. Und inzwischen dresche Dinkel auf einigen Standorten ebenso gut wie Weizen. In Deutschland wächst der Spelzweizen laut Buchholz auf rund 3 % der Weizenfläche. Von diesen werden 35 % im Ökolandbau angebaut. Seit diesem Jahr bietet die Saaten-Union erstmals einen Rotdinkel an: Die Samenschale des Späths Albrubin von der Südwestdeutschen Saatzucht ist durch Anthocyane rötlich durchgefärbt. Diese Färbung bleibt erhalten – das Mehl erscheint leicht violett.

Und auch der Markt um Emmer und Einkorn wachse stetig. In den letzten Jahren habe die Südwestsaat gut 50 % mehr Saatgut pro Jahr verkauft. „Bei Durum setze sich verstärkt die Winterform durch“, sagt Experte Buchholz. Nur auf 10 % der 30.000 bis 35.000 ha Durum in Deutschland stehen Sommerdurum. Neben der bisher einzigen deutschen Winterdurumsorte Wintergold hat die Saaten-Union nun die auch die Sorten Winterstern und Wintersonne.

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REWE fördert Entwicklung von neuem Bio-Saatgut

REWE unterstützt mit 111.111,11 € den Saatgutfonds der Zukunftsstiftung Landwirtschaft unter dem Dach der GLS Treuhand. Das Geld fließt in nachhaltige Forschungsprojekte, vor allem in die biodynamische, regional angepasste Züchtung von Sorten für den Öko-Landbau.

Ökologisch angepasstes Saatgut würde sich insbesondere dadurch auszeichnen, dass es auch ohne Pflanzenschutz und Mineraldünger den Bio-Landwirten hohe Erträge sichert und die Pflanzen dabei tolerant gegenüber Krankheiten, Schädlingen und langen Dürrezeiten sind, so Jürgen Scheider, Vorsitzender der Geschäftsführung der REWE Mitte.

"REWE setzt sich damit für ein breites Spektrum an Nutzpflanzen ein, für samenfeste und widerstandsfähige Sorten, Open-Source-Züchtungen, Erhaltungskonzepte und Saatgutbörsen", sagt Scheider.

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Bioland-Zusammenschluss erhält Bundespreis Ökolandbau

Frische Ideen und Konzepte helfen Bio-Betrieben dabei, sich geänderten Rahmenbedingungen anzupassen. Drei solcher Ideen hat Landwirtschaftsminister Cem Özdemir am Dienstag auf den Öko-Feldtagen im hessischen Villmar mit dem Bundespreis Ökologischer Landbau ausgezeichnet. Zu den Gewinnern zählt auch der Bioland-Zusammenschluss De Öko Melkburen in Lentföhrden, deren Betriebe sich neben den anderen Gewinnern nun Bio-Betriebe des Jahres nennen dürfen.

Die von den Bioland-Milcherzeugern Hans Möller, Achim Bock und Heino Dwinger gegründete „De Öko Melkburen GmbH“ wurde in der Kategorie Erzeugung und Vermarktung mit dem Bundespreis Ökolandbau ausgezeichnet. 2011 hatten sich die Betriebe zusammengeschlossen und eine besonders erfolgreiche Vermarktungsstrategie für ihre Milch entwickelt. Zwei Jahre später konnten sie dadurch eine regionale Meierei vor der Schließung bewahren. „Wir wollten einfach selber bestimmen, was mit unserer Milch passiert und wie sie vermarktet wird“, sagt Hans Möller.

Auch das Tierwohl liegt den drei Gründern besonders am Herzen. Auf ihren Betrieben setzen sie auf eine muttergebundene Kälberaufzucht, bei der die Kälber drei Monate lang bei ihrer Mutter bleiben. Außerdem sind sie Mitgründer der Interessengemeinschaft kuhgebundene Kälberaufzucht. Dieses Engagement für Tierwohl lobte die Jury ebenso wie den Mut, die Milcherzeugnisse selbst zu vermarkten und sich damit in einem schwierigen Markt zu behaupten.

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Über die Öko-Feldtage

Die Öko-Feldtage sind der ideale Treffpunkt für alle Ökobauern sowie alle Landwirte, die umstellen wollen oder nach neuen Methoden für eine umweltfreundliche Landwirtschaft suchen, so der Veranstalter FiBL Projekte GmbH.

Sie zeigen, was die ökologische Landwirtschaft kann, wo sie steht und wie sie sich weiter entwickelt. Die Öko-Feldtage wollen eine einzigartige Mischung aus Praxis und Forschung im Pflanzenbau und in der Tierhaltung bieten: die ideale Plattform, um Innovationen zu zeigen und aktuelle Themen rund um Landwirtschaft, Politik und Wirtschaft zu diskutieren, heißt es.

Vielfältiges Programm

Das Programm der Öko-Feldtage zeigt in einer Mischung aus Praxis und Forschung alle Neuigkeiten rund um die ökologische Landwirtschaft. Besucher können sich beispielsweise bei den Maschinenvorführungen von Hacken, Schwadern und Mähwerken einen Eindruck von der neusten Landtechnik verschaffen. Viele Innovationsbeispiele zeigen Prototypen und Neuentwicklungen.

Neuste Erkenntnisse zu Herausforderungen wie Klimakrise, Öko-Züchtungen und Tierwohl werden in Foren behandelt und von Wissenschaftlern und Praktikern diskutiert. Auf zahlreichen Demoparzellen stellen Firmen, Züchtung und Beratung zudem Kulturen von Ackerbohne bis Zuckerrübe und Betriebsmittel für den ökologischen Landbau vor.

Ein Kulturprogramm und kulinarische, regionale Köstlichkeiten in Bioqualität runden das Programm ab.

Mitveranstaltende sind das Hessische Landwirtschaftsministerium, die Justus-Liebig-Universität Gießen mit der Hessischen Staatsdomäne Gladbacherhof, der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen und die Stiftung Ökologie und Landbau (SÖL). Die Schirmherrschaft der Öko-Feldtage übernimmt der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW).

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