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So gelingt die CCM-Maisernte für hochwertige Schweinefutter trotz Dürre

In Kürze startet die Ernte von Corn-Cob-Mix (CCM). Um hierbei das gewünschte hochwertige Schweinefutter zu erzeugen, gilt es einige Punkte zu beachten.

Lesezeit: 5 Minuten

Unsere Autoren: Dr. Jochen Krieg und Sybille Patzelt, LWK NRW

In diesem Jahr lässt sich am Mais mal wieder die Bodengüte bzw. die Niederschlagshäufigkeit des Standortes ablesen. Während einige Bestände noch gut „im Saft stehen“, sind andere soweit abgereift, dass dort in Kürze der CCM-Drescher anrückt – sofern nicht gar eine Ernte als Silomais vorgezogen wird.

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Auf jeden Fall sollte jetzt frühzeitig mit den Vorbereitungen zur CCM-Ernte begonnen werden, um die Basis für ein hochwertiges, schmackhaftes Schweinefutter zu legen, welches gute Leistungen mit vitalen Tieren erlaubt. Dazu gilt es, gezielte Maßnahmen beim Drusch, bei der Vermahlung, Zudosierung von Konservierungsmitteln sowie bei der Siloeinlagerung inklusive Abdeckung zu ergreifen.

Gefährliche Hefen

Ein sorgfältiges Silomanagement beispielsweise verbessert den Hygienestatus des CCMs. Dies hilft auch, technische Engpässe oder ein Aufgasen des Futterbreies in den Leitungen zu vermeiden bzw. zu reduzieren. Unter anderem muss der Gehalt an schädlichen Keimen möglichst gering gehalten werden. Die Milchsäurebildung sollte dagegen nach Kräften unterstützt werden. Milchsäuregehalte im CCM von mehr als 1,8 % sorgen nämlich für eine stabile, rasche Konservierung.

Was die Schadkeime betrifft, empfiehlt die Futterberatung der Landwirtschaftskammer NRW, folgende Werte je Gramm CCM nicht zu überschreiten:

  • 500 koloniebildende Einheiten (KBE) Schimmelpilze,
  • 100 000 KBE aerobe mesophile Bakterien sowie
  • maximal 100 000 KBE Hefen. Höhere Werte wirken sich bei Schweinen potenziell gesundheitsschädlich und leistungsmindernd aus, wobei ein Hefebesatz besonders gefährlich ist.
  • Im Einzelfall sind in der Praxis unter ungünstigen Bedingungen sicherlich auch höhere Werte zu beobachten. Es gilt aber, den Keimdruck durch vorbeugende Maßnahmen möglichst gering zu halten, um die Futteraufnahme zu unterstützen und aufblähende Schweine zu vermeiden (Vorsicht Tierverluste!).

Checkliste zur CCM-Ernte

Damit dies gelingt, sind rund um die CCM-Ernte, Einlagerung und Siloentnahme einige Punkte zu beachten – am besten, man arbeitet sie anhand einer Checkliste ab:

  • Grundvoraussetzung für ein einwandfreies Futter ist die systematische Reinigung der Silos bzw. Lagerstätten vor der Befüllung.
  • Beim Dreschen sollte der Fahrer einen möglichst geringen Spindelanteil an der Maschine einstellen, weil viele Spindeln gegebenenfalls einen höheren Mykotoxingehalt im Erntegut bedeuten.
  • Bewährt hat sich ein Trockensubstanzgehalt zwischen 60 und 64 % T. Bei hohen T-Gehalten, wie sie in diesem Jahr sicherlich bei geschädigten Beständen vorkommen, empfiehlt sich zudem ein Säurezusatz zur Konservierung.
  • Für die Vermahlung gilt: Mehr als 80 % der Partikel sollten kleiner als 2 mm sein, aber nur maximal 55 % der Teilchen kleiner als 1 mm. Dies lässt sich mithilfe der Siebanalyse kontrollieren.
  • Beim Einlagern sind hohe Vermahlungstemperaturen zu vermeiden. Ist das Lagergut zu warm, bildet sich Kondensfeuchte am Silorand – und anschließend Schimmel.
  • Das Silo zügig befüllen, verdichten und abdecken.
  • Der Silierprozess ist erst nach sieben Wochen abgeschlossen. Wer das Flachsilo vorher öffnet, riskiert es, noch nicht vollkommen konserviertes CCM zu verfüttern.
  • Zur Siloentnahme-Hygiene gehören gerade Anschnittflächen und ein ausreichender Vorschub von mindestens 10 cm im Winter und 20 cm im Sommer. Das reduziert den Lufteintritt in den Futterstock und bremst die Vermehrung unerwünschter Keime.
  • Keinesfalls dürfen hygienisch nicht einwandfreie CCM-Partien an Sauen und Ferkel verfüttert werden. In der Mastschweinefütterung kann nicht ganz so gute Ware unter Berücksichtigung von Wohlbefinden und Fitness angemessen verschnitten werden. Bedenkliches CCM ist jedoch großzügig zu entsorgen.
  • Um den Futterwert sicher einstufen zu können, empfiehlt sich eine Untersuchung des durchsilierten CCMs, beispielsweise bei der LUFA in Münster. Dort kostet eine Standard-CCM-Analyse mit NIRS-Technik zurzeit 37,50 € je Probe zuzüglich Mehrwertsteuer.

Konservierung unterstützen

Die knappen Niederschläge haben in diesem Jahr an vielen Standorten zu Trockenschäden geführt. Wenn der Mais kaum oder gar keine Kolben ausgebildet hat, können die Pflanzen anstelle von CCM zu Silomais verarbeitet werden.

Für Maissilage ist die Ernte mit einem Trockensubstanzgehalt im Bereich von 30 bis 35 % anzustreben. Da bei kolbenlosem Mais mit fortschreitendem Alter der Futterwert sinkt, kann aber auch eine frühere Ernte im Bereich von etwa 28 % Trockenmasse in Betracht gezogen werden. Der Einsatz von Silierhilfsmitteln ist dann auch bei Silomais anzuraten, da gerade die natürlichen vorkommenden Milchsäurebakterien unter der trockenen Hitze leiden und mit den Kolben auch die gut silierbare Stärke fehlt.

Die Empfehlung zum Siliermitteleinsatz gilt natürlich auch für die CCM-Konservierung. Das hat sich bewährt, um insbesondere den Hygienestatus des CCMs im nächsten Frühjahr und Sommer abzusichern.

Die Konservierungsmittel sollen den Gärverlauf anfänglich beschleunigen, um den unerwünschten Keimen schnellstmöglich die Voraussetzungen zum Überleben zu entziehen. Zudem kann – beispielsweise über heterofermentative Mikroorganismen – auch die aerobe Stabilität des CCMs gefördert werden, was besonders in der warmen Jahreszeit von Bedeutung ist. Es macht also Sinn, frühzeitig die gewünschten Produkte im Landhandel oder beim jeweiligen Lieferanten zu ordern und die aktuellen Preise da-für zu vergleichen.

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