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topplus Überdüngung

Wissenschaftler fordern Bepreisung landwirtschaftlicher Stickstoffemissionen

Um die deutschen Stickstoffausträge zu senken, werden in einem Positionspapier zudem genaue Düngevorgaben, moderne Präzisionslandwirtschaft und die Verkleinerung von „Tierhochburgen“ angeraten.

Lesezeit: 3 Minuten

Zur Reduzierung von Stickstoffüberschüssen empfiehlt die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften (acatech) unter anderem die Bepreisung von landwirtschaftlichen Stickstoffeinträgen, aber auch einen Umbau der Agrarstruktur.

Die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften berät wie ihre Schwesterorganisation Leopoldina Politik und Gesellschaft in technikwissenschaftlichen und technologiepolitischen Zukunftsfragen. Schirmherr ist seit Gründung der Akademie im Jahr 2002 der jeweilige Bundespräsident. Nach eigener Auskunft sieht sich die Institution als unabhängig, faktenbasiert und gemeinwohlorientiert. Finanziert wird sie allerdings auch über die gemeinsame institutionelle Förderung von Bund und Ländern.

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In einem heute in Berlin vorgestellten Positionspapier stellen die Wissenschaftler unter Leitung von Prof. Thomas Scholten von der Universität Tübingen fest, dass bundesweit jedes Jahr rund 1,5 Mio. t reaktiver Stickstoff in die Umwelt gelangen – zwei Drittel davon stammen aus dem Agrarsektor. Diese Emissionen trügen wesentlich zum Klimawandel, zum Rückgang der Biodiversität sowie zu schlechterer Boden-, Luft- und Wasserqualität bei. Die Stickstoffeinträge aus der Landwirtschaft in die Umwelt verursachen dadurch gesellschaftliche Kosten von bis zu 70 Mrd. € pro Jahr.

Zielvorgaben für Nährstoffausträge nachschärfen

Die Bundesregierung hat sich in ihrer Nachhaltigkeitsstrategie bereits eine Senkung des landwirtschaftlichen Stickstoffüberschusses von jetzt jährlich mehr als 90 kg/ha auf unter 70 kg/ha im Jahr 2030 zum Ziel gesetzt. Dieser Wert reicht nach Auffassung der acatech-Autoren jedoch längst nicht aus, da dann nach ihren Berechnungen jedes Jahr immer noch bis zu 1,2 Mio. t N in die Umwelt gelangen würden. Sie plädieren daher für niedrigere und standortspezifisch aufgeschlüsselte Zielvorgaben.

Dafür soll laut den Wissenschaftlern der Münchner Akademie auch die Bepreisung von Stickstoffeinträgen in die Umwelt sorgen. Sie denken dabei eher an eine Stickstoffüberschussabgabe als eine Steuer auf Mineraldünger. Um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Landwirtschaft zu erhalten, sollen die Einnahmen aus der Bepreisung über eine Rückzahlung oder zusätzliche Fördergelder an die Betriebe zurückgegeben werden.

Agrarumweltmaßnahmen mit Geldern der Ersten Säule stärken

Darüber hinaus empfehlen die Autoren des Papiers präzise Vorgaben für die Düngemittelausbringung sowie eine betriebliche Nährstoffbilanzierung für nahezu alle Betriebe. Gefordert wird auch eine schnellere Umschichtung der GAP-Gelder von der Ersten in die Zweite Säule, um Agrarumweltmaßnahmen zur Verringerung von Stickstoffeinträgen finanzieren zu können.

Auch die Tierhaltung wird nicht vergessen: So wird geraten, Maßnahmen zur Verringerung der regionalen Konzentration der Tierhaltung zu ergreifen, etwa durch Auflagen im Bau- und Immissionsschutzrecht. Bereits getätigte Investitionen sollen dabei ebenso berücksichtigt werden wie auch der Bestandsschutz oder der innereuropäische Wettbewerb. Auch in der Fütterung und der Bestandsführung sollen sämtliche Potenziale zur Senkung der Stickstoffausträge ausgenutzt werden.

Konsum tierischer Produkte muss runter

An einer Reduzierung des Konsums tierischer Produkte führt nach Auffassung der Wissenschaftler ebenfalls kein Weg vorbei. Ein möglicher Ansatz dafür ist laut den Autoren des Papiers die sozialpolitisch flankierte Bepreisung von tierischen Produkten, um die gesellschaftlichen Kosten durch Tierhaltung und den Konsum tierischer Produkte besser widerzuspiegeln.

Im Ackerbau soll der Fokus noch mehr als bisher auf ein effizientes Nährstoffmanagement, Digitalisierung und moderne Anbau- und Züchtungsverfahren gelegt werden. Die acatech-Wissenschaftler sehen die Politik hierbei in der Verantwortung, nicht nur für die nötige digitale Infrastruktur, sondern auch für die Förderung eines N-emissionsarmen Ackerbaus zu sorgen.

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