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Das kostet ein Hektar Land: Bundesweiter Spitzenwert in NRW

Landwirtschaftlich genutzte Böden kosten in NRW im Schnitt 80.100 €/ha, fast 10.000 € mehr als ein Jahr zuvor und der bundesweite Spitzenwert.

Lesezeit: 4 Minuten

Dieser Beitrag erschien zuerst beim Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben. Unsere Autoren: Jürgen Boerman & Ute Bodin (beide LWK NRW)

Mit nur noch 1538 Verkäufen sank die Zahl der Grundstücksgeschäfte in NRW um 10 % im Vergleich zum Vorjahr auf ein historisches Tief. Dennoch liegt ein ausreichender Einblick in den Bodenmarkt vor. Bis 2020 wurden fast ausschließlich Kaufwerte von Acker- und Grünlandflächen erhoben.

Ab 2021 führt die Statistik auch Gartenbauflächen. Es ist nicht auszuschließen, dass diese die Durchschnittspreise in einigen Regionen etwas nach oben ziehen. Daher ist die Vergleich­barkeit mit den Zahlen bis 2020 eingeschränkt.

Was sind Preistreiber?

Warum wird Boden immer teurer?

  • Die Inflation sowie steigende Agrarpreise und Kosten verteuerten 2022 alle Lebensbereiche, auch den Boden.
  • Die 2022 anfangs noch niedrigen Kapitalzinsen befeuerten die Flächenpreise, da der Erwerb von Boden eine attraktive Geldanlage war.
  • Für die Nahrungsmittelversorgung ist der Boden eine wichtige Grundlage. Auf extensiveren Standorten ist die Flächenkon­kurrenz niedriger als in viehintensiven Regionen, da insbesondere Futterbau- und Biogasbetriebe Flächen für den Anbau von Energiepflanzen brauchen.
  • Außerlandwirtschaftliche, finanzkräftige Investoren zahlen oft mehr als Landwirte, was sich ­jedoch statistisch nicht belegen lässt. Ihnen bietet der Boden eine hohe Wertstabilität für ihr Kapital.
  • Der zunehmende Bau von Photovoltaikanlagen und Windparks auf Freiflächen, die Umnutzung von Acker und Grünland zu Siedlungs- und Verkehrsflächen sowie für Ausgleichs- oder Kompensationsmaßnahmen verknappen den Boden.
  • Für größere Flächen ab einer Größe von 5 ha wird mehr gezahlt. In den dazugehörigen 78 Veräußerungsfällen in Nordrhein-Westfalen – 5 % aller Verkäufe – wechselte der Hektar im Schnitt für 99.560 € den Besitzer. Preise von durchschnittlich rund 64.000 €/ha fanden sich bei kleineren Flächen bis zu 1 ha, die einen Anteil von 58 % der Grundstücksgeschäfte ausmachten. 76.500 € investierten Kaufinteressierte für Grundstücke zwischen 2 und 5 ha.

Münsterland vorne

Ein Blick in frühere Statistiken zeigt, dass das Münsterland im Vergleich der Regierungsbezirke bei den Verkäufen die niedrigste Bodengüte aufwies. Wie bisher wurden dort die höchsten Verkaufserlöse erzielt. Daher liegt es auf der Hand, dass die Bodengüte keinen entscheidenden Einfluss auf den Bodenpreis nimmt, was im Einzelfall jedoch anders sein kann.

In 210 Kaufgeschäften wechselte der Hektar im Regierungsbezirk Münster für 113.200 € den Besitzer. Sogar 139.000 € bezahlten Käufer im Kreis Borken.

Das kostet ein Hektar Land in NRW:

Im Rheinland wurde im Kreis Düren mit 123.200 € der höchste Preis gezahlt, mit einer Teuerungsrate von 67 % zum Vorjahr. In den rheinischen Kreisen ist die Aussagekraft mit weniger als 20 Verkaufsfällen in Mettmann (4), dem Rheinisch-Bergischen Kreis (8) und der Städteregion Aachen (10) stark eingeschränkt. Dies trifft auch für die Westfalenkreise Unna (4), Herford (7), Ennepe-Ruhr (8), Recklinghausen (9), Olpe (11) und Märkischer Kreis (13) zu.

Acker- und Grünland

Erstmals wurden nach der Neukonzeption der Erhebung einige Kaufwerte für Acker- und Grünland veröffentlicht, viele Zahlen unterliegen aus Datenschutzgründen der Geheimhaltung. In einigen Kreisen zahlten Käufer für Ackerland weniger als für Dauer­grünland. Das sind im Sinne dieser Statistik Flächen, die mindestens fünf Jahre nicht als Acker genutzt wurden und für die ein Umbruchverbot gilt. Darin sind auch Streuobstwiesen enthalten.

Beispielsweise wurde in den Kreisen Wesel bei 15 Verkaufsfällen mit durchschnittlich 100.219 €/ha Grünland und in Soest mit durchschnittlich 97.772 €/ha Grünland in acht Verkaufsfällen am meisten für Dauergrünland investiert. Die lukra­tivsten Grundstücksgeschäfte für Ackerland tätigten Verkäufer in Düren mit durchschnittlich 132.009 €/ha und Borken mit im Schnitt 142.781 €/ha.

Bundesweite Spanne

In den Bundesländern variierten das Preisniveau und die Entwicklungen im Vergleich zum Vorjahr sehr deutlich. Mit Abstand waren Grundstücke in NRW am teuersten, innerhalb eines Jahres legte der Bodenwert je Hektar um 9.640 € zu. Das ist ein Plus von 13,7 %.

Einen vergleichbaren Preisauftrieb gab es in Niedersachsen mit 13,5 % ­sowie in Rheinland-Pfalz mit 14 %, bei deutlich niedrigerem Preisniveau. Nach wie vor sind Flächen in Bayern mit 76.626 € sehr teuer, das Preisplus zum Vorjahr beträgt 7,2 %. Mit Ausnahme von Brandenburg und Thüringen stiegen die Preise in allen Bundesländern im Vergleich zu 2021.

In den fünf ostdeutschen Ländern wechselten Flächen im Schnitt für 16.204 €/ha den Besitzer, dort wurden 29.137 ha gehandelt. In den westdeutschen Bundesländern betrug der durchschnittliche Kaufwert 47.093 € bei veräußerten 30.145 ha. Der niedrigste Kaufwert errechnete sich mit 11.500 € im Saarland, wo in 951 Veräußerungsfällen lediglich 553 ha gehandelt wurden. Dort lag mit 0,58 ha die kleinste durchschnittlich veräußerte Fläche vor, die mit 5,41 ha in Mecklenburg-Vorpommern am größten war. Die Anzahl der Veräußerungsfälle variiert von nur 563 in Schleswig-Holstein bis hin zu 5101 in Bayern.

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